der höheren Schulen unseres Aufsichtskreises zur Kenntnisnahme und Nachachtung haben zugehen lassen— bestimmt, dass die Lehrpläne mit Beginn des Schuljahres 1892/93, die Ordnung der Ent- lassungs- und der Abschlussprüfungen mit Scſuluss des Schuljahres 1892/93 nach Massgabe der Erläuterungen und Ausführungsbestimmungen in den Lehrplänen und der Ordnung der Prüfungen überall gleichmässig zur Durchführung gelangen.
Von besonderem Einflusse auf die Neugestaltung der Lehrpläne musste namentlich die gewonnene Erkenntnis werden, dass von allen höheren Schülern nur 20 pCt. das Ziel der betreffenden Anstalten erreichten, 40 pCt. sich mit dem Zeugnis für den einjährigen Dienst begnügten, 39 pCt. selbst ohne dieses die Schule verliessen. Danach war es in Berücksichtigung namentlich der 40 pCt., welche ohne sich der Reifeprüfung zu unterziehen, ins Leben traten, geboten, einen ersten Abschluss der Bildung nach Untersekunda(nach dem sechsten Jahrgange) und so eine Scheidung zwischen einer Unterstufe und einer Oberstufe herbeizuführen. Dies ergab wieder als weitere Folge die Bestimmung, dass alle siebenstufigen höheren Schulen mit Beginn des Schuljahres 1892/93 auf sechsstufige durchgeführt werden, d. h. dass die Obersekunden eingezogen werden.
III. Chronik der Schule.
Das Schuljahr begann am 6. April.
Am 1. Juli schied der ordentliche Lehrer Herr H. Teege aus dem Lehrerkollegium. Der- selbe hat der Wilhelms-Schule von ihrer Gründung an treu gedient. Er war schon seit September 1890 durch ein Nervenleiden verhindert gewesen sein Amt zu versehen. Da er erkannte, dass er den Anforderungen, die an einen Lehrer zu stellen sind, nicht mehr gewachsen war, so kam er im December 1890 um seine Pensionirung ein, welche ihm, durch Entscheidung des Herrn Kreisphysikus Dr. Stolle und des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums, gnädigst vom Magistrat bewilligt wurde. Er starb am 26. Februar in Preetz.
Zur Vertretung berief das Kuratorium den Kandidaten des höheren Lehramts Herrn Dr. Penseler.*)
In die durch den Abgang Teege's vakante Lehrerstelle rückte Herr Dr. Bronisch ein, während die letzte ordentliche Lehrerstelle mit dem bisherigen wissenschaftlichen Hülfslehrer Herrn Dr. Burmester besetzt wurde.
Am 2. September feierte die Schule die Erinnerung an die Schlacht bei Sedan durch Turn- fahrten, beziehungsweise Ausflüge der einzelnen Klassen.
Am 22. September fand unter dem Vorsitze des Herrn Provinzial-Schalrat Professor Dr. Kammer die Reifeprüfung statt. Der Ocersekundaner Theodor Leinung bestand dieselbe.
Am 23. December feierte die Schule das Gedächtnis Theodor Körner's in Anlass seines 100 jährigen Geburtstages. Die Ansprache hielt der Rektor.
Vom 9. November bis zum 22. December besuchte Herr Elementarlehrer Vogelberg die Allgemeine Gewerbeschule in Hamburg, um sich mit der Methode des Freihandzeichnens, sowie des Zirkelzeichnens und Projizierens vertraut zu machen.
Am 27. Jannar wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs durch einen Schulaktus gefeiert. Die Festrede hielt Herr Dr. Burmester.
*) lleinrich Ludwig Gustav Penscler, geboren den 9. April 1865 in Melbeck, Provinz Hannover, besuchte bis Ostern 1884 das Realgymnasium in Lüneburg. Nachdem er von dieser Anstalt mit dem Reifezeugnisse entlassen war, widmete er sich auf der Universität zu München von Ostern 1884 bis Michaelis 1885, darauf bis Ostern 1886 zu Berlin, endlich bis Michaelis 1887 zu Göttingen dem Studium der Mathematik und bestand im Oktober 1888 die wissenschaftliche Prüfung für das höhere Lehramt vor der Königlichen wiss. Prüfungskommission
in Göttingen. Von Michaelis 1889 bis Michaelis 1890 absolvierte er sein Probejahr am Königlichen Gymnasium in Kiel.


