Aufsatz 
Bericht über die Einweihung des neuen Gymnasial-Gebäudes / vom ... Otto Frick
Entstehung
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und des weiteren Vaterlandes wie in einem Idealbilde vor Augen ſtellt. Und dieſer,

Der Herrlichſte der ganzen Welt,

Ein Prieſter und ein Rittersheld:

Man heißt ihn deutſcher Kaiſer, wie ihn Schenkendorf ahnenden Geiſtes ſchaute, hat uns dieſe Stätte erbauen wollen; ſeinen Na⸗ men trägt dieſe königliche Anſtalt, ſeine Huld hat die Weihe dieſes Hauſes verſchönen wollen; ſein Bild ſollte nach ſeinem königlichen Willen auf dieſe Feſtverſammlung), ſoll tagtäglich auf dieſe Ju⸗ gend hernieder ſchauen, ein Ausdruck ſeiner königlichen Gnade, ein Zeichen, daß ihm die Jugend die⸗ ſer Stadt, die Arbeit dieſer Anſtalt am Herzen liege. Was iſt es, wozu denn uns ſein mildſprechen⸗ des Auge unwillkürlich auffordert? Was bringen wir ihm zum Dank entgegen? Laſſen wir das den Schluß der Weihe dieſes Hauſes ſein, daß, wie wir in der Stille unſeres Herzens betende Wünſche und Gelübde zu dem Herrn aller Herrn emporſenden, Ihm und Seinem Dienſt dieſe Arbeit und dieſes Haus zu weihen, daß wir ſo aus weihevollſter Begeiſterung, mit lautem Zuruf aufs Neue Treue geloben, dem königlichen Herrn, dem Hort des Vaterlandes, dem die Jugend zu hingebender Liebe zu erziehen, die andere Weihe unſerer Arbeit iſt. Unſer theurer, vielgeliebter, großer König und Herr, Kaiſer Wilhelm der Glorreiche, er lebe hoch!

In das zum Schluß ausgebrachte Hoch ſtimmte die Verſammlung begeiſtert ein, ebenſo in das vom Gymnaſial⸗Chor angeſtimmteHeil Dir im Siegerkranz. Mit dem GeſangAch bleib mit Deinem Segen ſchloß die Feier.

Am Nachmittag vereinigte ein ſehr zahlreich beſuchtes und durch mannigfache Trinkſprüche gewürztes Feſtmahl die meiſten Feſtgenoſſen im Bornemann'ſchen Gaſthof. Den Schluß des Tages machte die bengaliſche Beleuchtung des neuen Gebäudes, welche der Bauunternehmer Herr Wißmann zu veranſtalten die Güte hatte. Das anziehende Schauſpiel, welches die gefälligen Formen des ſtattlichen Baues auf das Schönſte hervortreten ließ, hatte ein ſehr großes Publikum herbeigezogen, welches voll Freude den ernſten und heiteren Weiſen der das Ganze begleitenden, trefflichen Hornmuſik lauſchte und in das zum Schluß vom Unterzeichneten auf Seine Majeſtät den Kaiſer ausgebrachte Hoch voll Jubel einſtimmte. Am folgenden Tage wurde zur Nachfeier unter ſehr zahlreicher und wohlwollender Betheiligung des Publikums von den Schülern des Gym⸗ naſiums eine muſikaliſch⸗declamatoriſche Abend⸗Unterhaltung veranſtaltet, deren zweiter Theil aus einer Aufführung von Wallenſteins Lager(im Auszug und ohne Coſtüm) beſtand.

Zum Schluß laſſen wir einige Notizen über den Neubau ſelbſt folgen, indem wir zugleich auf das im vorj. Programm Bemerkte verweiſen. Der Entwurf des Gebändes iſt ein Werk des Herrn Baurath Julius Raſchdorff zu Cöln, der zugleich die Oberleitung des Baues bis zu ſeiner Vollendung in den Händen behielt; die Specialleitung wurde von ihm dem Bauführer Herrn Adolf Steinborn aus Cöln übertragen, welcher auch die betreffenden Koſten⸗Anſchläge anfertigte. Die Ausführung des Baues ſelbſt übernahm der Bauunternehmer und Maurer⸗Meiſter Herr Friedrich Wilhelm Wißmann aus Bielefeld. Die einzelnen Arbeiten und Lieferungen wur⸗ den in folgender Weiſe vergeben: Die Fundament⸗Steine wurden aus den Steinbrüchen bei Rinteln, die Ziegelſteine von den Ziegelei⸗Beſitzern Daue und Schröder in Rinteln, die beſſeren rothen Verblendſteine aus der Dampfziegelei von Fiſcher zu Lachen, der Kalk durch den Kalk⸗Brennerei⸗ Beſiber Tecklenburg zu Luden, der Sandſtein aus den Obernkirchener Brüchen, der Dachſchiefer

) Bei dieſen Worten fiel flel die Hi Hülle des Bildes.