l. Zur Geschichte der Anstalt.
- 1.71———
l. Jubelfeier. Das Schuljahr 1904/5 hat durch ein seltenes Fest eine beson- dere Weihe bekommen. Am 18. Oktober 1604, dem Tage St. Lucae, haben die Jesuiten in unserer Stadt die Mutteranstalt unseres jetzigen Gymnasiums eröffnet, eine Mittel- schule mit dem Namen Gymnasium und damit verbunden ein akademisches Lyceum mit philosophischen und theologischen Vorlesungen. Die Jubelfeier dieser Gründung wurde am 17. und 18. Oktober 1904 unter Beteiligung zahlreicher ehemaliger Schüler und Lehrer aus nah und fern und unter dem freudigen Anteil der ganzen Bevölkerung unserer lieben Stadt Konstanz, die drei Tage lang im schönsten Festschmuck prangte, und ihrer Umgebung begangen.
Mit den Vorbereitungen des Festes war schon im vorhergehenden Schuljahr begonnen worden. Eine Vertretung ehemaliger Schüler aus Konstanz und der Nachbar- schaft bildete mit der Lehrerschaft und dem Beirate der Anstalt einen Festausschuß, an dessen Spitze als eigentliches Festkomitee der Gr. Landeskommissär Geheimer Regierungsrat Dr. Krems, der Oberbürgermeister Weber als Vertreter der Stadt- gemeinde, die Professoren Dr. Martens und Dr. Kimmig als Vertreter des Gymna- siums, Rechtsanwalt Riggler und Landgerichtsrat Dr. Freiherr von Rüpplin als Ver- treter der ehemaligen Schüler unter dem Vorsitz des Gymnasiumsdirektors Mathy standen. Die Einladungen an alle ehemaligen Schüler und Lehrer ergingen durch die Zeitungen; alle ehemaligen Abiturienten und alle andern Schüler, deren Adressen ermittelt worden waren, wurden durch besonderes Rundschreiben eingeladen. Die ehemaligen Schüler erschienen mit den Mützen, die sie beim Abgang vom Gymnasium getragen hatten. Daher boten die verschiedenen festlichen Akte mit reich geschmück- tem Hintergrund prächtige bunte Bilder.


