Aufsatz 
Der neue Unterrichtsplan für die Prima
Entstehung
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schulrat nach Berlin berufen. War seine Amtsführung an der Anstalt auch eine verhältnismäßig kurze, So hat Herr Direktor Sachse doch während dieser Zeit durch sein reiches Wissen auf allen Gebieten des Unterrichts und durch sein zwar ernstes und zielbewußtes, aber zugleich freundliches und herzgewinnendes Auftreten die volle Plochachtung und Liebe der Lehrer wie der Schüler ge- wonnen und sich bei ihnen auf die Dauer ein ehrendes Andenken gesichert.

An seine Stelle wurde von dem Plerrn Minister der Berichterstatter, früher Direktor der Kgl. Oberrealschule in Saarbrücken, berufen*). Da er bis Dlingsten noch zur Ausübung seines Land- tagsmandats beurlaubt war, wurde er in dieser Zeit von Prof. Leiss vertreten und zugleich zu dessen Entlastung der wissenschaftliche flilislehrer Mazurkiewicz der Schule überwiesen (Verteilung des Unterrichts siehe die Bemerkung zu'l 2).

Der Gesundheitszustand im Lehrerkollegium war gut, von einzelnen Störungen des regel- mäßigen Unterrichts abgesehen, die innerhalb des Kollegiums ausgeglichen werden konnten.

Revisionen und Prüfungen. Am 17. Dezember land eine Revision der Schule durch die Hierren Geh. Rat Dr. Gräber vom Ünterrichtsministerium und Ober-Reg.- Rat Dr. Pähler vom DProvinzialschulkollegium zu Cassel statt. In einer anschließenden Konferenz wurde besonders die geplante Teilung des Unterrichts in den Primen besprochen. Am 17. Februar wurde der Gesang- unterricht durch Herrn Prof. Thiel aus Charlottenburg revidiert.

Zur Reifeprüfung Ostern 1014 hatten sich 15 Oberprimaner gemeldet, während einer zurücktrat. Von diesen konnten 10 zugelassen werden. Zwei bestanden die Prüfung nicht, so daß nur 8 Ober- primanern, einem unter Befreiung von der mündlichen Prüfung, das Zeugnis der Reife gegeben werden konnte.

Zur Schulgeschichte ist(in chronologischer Folge) noch Folgendes zu bemerken:

Das Schuljahr begann mit der Aufnahmeprüfung am 3. April. Am Tag danach führte sich der Berichterstatter in der Aula vor versammelter Schule ein. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache seines Stellvertreters, Prof. Leiß, erwiderte der Direktor mit einem Dank für diese Begrüßung und wandte sich dann an die Schüler mit einer Ansprache, in der er den Wert und die Bedeutung der durch das Realgymnasium zu erwerbenden geistigen Bildung darstellte, deren Zweck nicht die Er werbung eines Berechtigungsscheins, sondern die Vertiefung der eignen geistigen Persönlichkeit sei. Dann besprach er, wie die geistige Bildung Hand in Hland gehe mit der sittlichen Bildung, wie sie einerseits auf der geistigen Arbeit sich aufbaue, die in der Schule zu leisten sei, und wie sie andrerseits aus der ganzen Ordnung des Schullebens erwüchse, wenn nur die Schüler mit dem rechten Vertrauen und der rechten Wahrhaftigkeit den Lehrern gegenüberständen. Der PHinweis

*) Dr. August Maurer, geboren am 17. 12. 1850 zu Homburg v. d. fi., evang. Konfession, er- warb sich das Reifezeugnis auf der Musterschule(Realgymnasium) zu Frankfurt a. M. und studierte dann von Herbst 1878 an in Berlin und Marburg Mathematik und Naturwissenschaften. Im Jahre 1882 bestand er die Prüfung pro facultate docendi, diente dann als Einjähriger in Homburg und begann Hlerbst 1883 seine amtliche Tätigkeit mit dem Probejahr an der Musterschule. Nach Beendigung des- selben blieb er dort als Hilfslehrer, bis er am 1. Januar 1886 an das städtische Gymnasium und Real gymnasium in der klosterstrasse zu Düsseldorf berufen wurde, wo er ein Jahr später definitiv angestellt wurde. Im Militärverhältnis wurde er Offizier der Reserve. Am 1. 4. 1901 wurde er zum Direktor er- nannt und zur Leitung der Königl. Oberrealschule zu Saarbrücken berufen, die er bis zum 1. 4. 1913 geführt hat. Von 1908 bis 1913 war er als Vertreter des Wahlkreises Saarbrücken-Ottweiler-St. Wendel Mitglied des Hauses der Abgeordneten.