Aufsatz 
Beschreibung des Tempels zu Olympia, der Bildsäule des Zeus und seines Thrones daselbst, übersetzt aus Pausanias V, 10. 11
Entstehung
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raubt und unterhalb der Sphinxe ſtehen Apollon und Artemis, auf die Kinder der Niobe mit Pfeilen ſchießend. Zwiſchen den Füßen des Thrones ſind vier Stäbe, die von einem Fuße zum andern reichen. Auf dem einen Stabe, welcher dem Eingange gerade gegenüber iſt, befinden ſich ſieben Bilder, das achte nehmlich iſt, man weiß nicht wie, entkommen. Dies mögen wohl Darſtellungen alter Kämpfe ſeyn, denn zu Pheidias Zeit war noch nichts wegen der Knabenkämpfe angeordnet. Eine Geſtalt darunter, welche ſich das Haupt mit einer Binde umwindet, ſoll an Bildung dem Pantarkes gleichen, einem Eleiiſchen Jüng⸗ linge, der ein Geliebter des Pheidias geweſen und auch in der ſechs und achtzigſten Olympiade einen Sieg im Ringen unter den Knaben davon trug. Auf den übrigen Stäben ſteht die Schaar, die mit Herakles gegen die Amazonen ſtritt. Die Anzahl auf beyden Seiten be⸗ trägt an neun und zwanzig: unter die Kampfgenoſſen des Herakles iſt auch Theſeus geſtellt.

Es ſtützen aber den Thron nicht allein Füße, ſondern auch Säulen, welche dieſen gleich an Zahl zwiſchen den Füßen ſtehen. Zu dem Innern des Thrones aber kann man nicht gelangen, wie man doch allerdings in das Innere des Thrones zu Amyklä eingehen kann. Denn zu Olympia iſt eine mauerähnliche Einfaſſung gemacht, die als Schranke dient. Von dieſer Einfaſſung iſt bloß die Seite, welche der Thüre gegenüberſteht, blau angeſtrichen, die übrigen Theile zeigen Malereien des Panänos. Darunter erſcheint Atlas, wie er Him⸗ mel und Erde trägt; neben ihm ſteht Herakles, der dem Atlas die Laſt abnehmen will; wei⸗ ter Theſeus und Peiritheos, Hellas und Salamis, dieſe eine Verzierung haltend, wie ſie an den äußerſten Enden der Schiffe gefunden wird. Von Herakles Thaten ſieht man den

vier Sräbe. Dieſe liefen wiedel parallel mit den Schwingen des Thrones und enthielten wohl frey⸗ ſtehende Figuren. 1

zu Pheidias Zeit angeordnet. Der Fünkkampf für die Knaben war nach Pauſan. a4, 9, 1 n. 6, 15, 4 in der acht und dreyßigſten Olympiade angeordnet und in der Folge, als ein Lakedämoniſcher Knabe Eutelidas geſiegt hatte, wieder aufgehoben worden. Dieſe Btrordnung war aber zu Pheidias Zei⸗ ten noch nicht getroſfen worden. Paufanias kann daher von alten Kämpfen nur in Besziehung anf ſeine Zeit ſprechen. Sibelis verſteht darunter Kämpfe aus der Heroenzeit.

ſondern auch Säulen ee, ſie dienten dem Throne mit zur Stütze und waren den Füßen nicht bloß an Zayl, wie im Tepte ſteht, ſondern auch an Höhe gleich.

zu Amyklä, wo ein Thron des Apollon ſtand, der 3, 18 von Pauſanias beſchrieben wird, und zwar auch mit den Gebilden, die unten im Innern des Thrones waren.

blau angeſtrichen, 2Uyc= im Griechiſchen. Wenn darunter wirklich die blaue Farbe zu verſtehen iſt, ſo war ſie hier ſehr ſinnreich gewählt als Himmelsfarbe.