Pelops und die Hippodameia, ferner den Wagenlenker des Pelops, die Roſſe und zwey Männer, wahrſcheinlich auch Beſorger von Pelops Roſſen. Jetzt engt ſich der Giebel wieder und da iſt der Alpheios gebildet. Der Mann, welcher dem Pelops die Roſſe lenkt, heißt nach der Angabe der Troizenier Spharos; der Erklärer in Olympia aber behauptete, Killas ſey ſein Name. Dieſe Gebilde nun in dem Vordergiebel ſind von Päonios, der aus Mende in Thrakien gebürtig war; die in dem Hintergiebel dagegen ſind von Alkamenes, einem Zeitgenoſſen des Pheidias, dem er auch in der Bildhauerkunſt zunächſt ſtand. In dem Gie⸗ bel nun iſt von ihm der Kampf der Lapithen gegen die Kentauren bey Peirithoos Hochzeit. In der Mitte des Giebels nehmlich ſteht Peirithoos, neben ihm auf der einen Seite Eurytion, der Peirithoos Gattin geraubt hat, und Käneus, dem⸗ Peirithoos helfend; auf der andern Seite Theſeus, die Kentauren mit dem Beile abwehrend. Ein Kentaur hat eine Jung⸗ frau, der andere einen ſchönen Knaben gerauht. Solches bildete Alkamenes, wie ich glaube, aus Homeros Geſängen belehrt, daß Peirithoos ein Sohn des Zeus ſey, und weil er wußte, daß Theſeus im vierten Gliede von Pelops ſtamme. 3
An dem Olympiſchen Tempel befinden ſich auch mehrere von Herakles Thaten. So iſt über der Vorderthüre die Jagd des Arkadiſchen Ebers gebildet, ferner der Kampf gegen Diomedes den Thraker, gegen Geryones in Erytheia, dann, wie er die Laſt des Atlas auf ſich nehmen will und das Land der Eleier vom Dünger reinigt. Ueber der Thüre der Hin⸗ terſeite ſieht man, wie er der Amazone den Gürtel nimmt, ferner ſeine Thaten in Betreff der Hindin, des Stieres zu Kneſſos, der Stymphaliſchen Vögel, der Hydra und des Lö⸗ wen im Argeiiſchen Lande. 1
Wenn man in die Thüre eingehen will, ſteht rechts von der Säule Iphitos, der von einem Weibe Ekecheiria bekränzt wird, wie die elegiſchen Verſe dabey anzeigen. In dem In⸗
im vierten Gliede von Pelops: Pelops, Pittheus, Aegeus, Theſeus.
in Betreff der Hindin. Die Kerynitiſche, alſo benannt von dem Berge Keryneia bey der Stadt glei⸗ es Namens an der Grenze von Achaja und Arkadien Pauſ. 7, 25, 30⸗ Sie war der Artemis heilig und hatte goldne Hörner und eherne Füße(Virg. Aen. 6, 803.). Kallimach, Hymn. auf die Artemis 109. Apollod. 2, 5, 3.. rechts von der Säule deutet auf eine zweyte Säule vor dem Eingange. Es iſt daher mit Sihelis anzunehmen, daß dieſe Gruppe nicht innerhalb des Tempels, ſondern außerbalb geſtanden habe, zumal da es gleich weiter heibt, auch im Innern des Tempels ſind Säulen. Zu vergleichen iſt auch Kap. 26, 2, wo noch mehrere Bildſäulen angeführt werden, die rechts und links am Eingange ſtanden.


