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unsere Jugend den Lauf, den Sprung, den Diskuswurf? Ja zeigt es sich nicht auch hier, wie gut es ist, in unserem Volke den Zusammenhang mit jener Zeit wach zu erbalten, mit jener Epoche, die in jeder Beziehung einzig dasteht in der Geschichte? Nein, nein! noch wollen wir unsern Feinden und Neidern das Feld nicht räumen. Tief beklagenswert wäre es, wenn man ihnen zum Schaden der Gymnasien Zugeständnisse machen wollte. Leiden würde darunter unsere ganze Kultur, an deren Erhaltung die Gymnasien nicht zum geringsten Teil mitwirken. Verkümmern würde der ideale Sinn, der glücklich noch dem besten Teile der Nation erhalten worden ist. Herabsinken würden wir unter die mit uns wetteifernden Völker, bei denen die klassischen Studien fortwährend in hohen Ehren stehen und als un- erschütterliche Grundlage jeder höheren Bildung betrachtet werden. Das Gymnasium ist kein morscher Bau, der den Einsturz droht, der da verdient, dass man ihn umreisst, nein, ein Garten mit mancherlei Beeten und Anlagen, dessen Hauptschmuck einzelne Bäume sind, die Geschlecht nach Geschlecht durch ihre Früchte genährt, durch ihren Schatten erquickt haben; neben und um sie grünen und wachsen andere verschiedener Art, dazwi- schen Übungsplätze zur Stählung der jugendlichen Kraft. Immer von neuem wird er um- gepflügt und gedüngt, damit sein Ertrag nicht geringer werde, seine Früchte nicht ent- arten. Denn das ist ja selbstverständlich ein Erfordernis auch für unsere Anstalten, dass sie sich immer erneuen, dass sie sich den Forderungen der Zeit nicht verschliessen, dass sie dem Leben und der Wissenschaft den Zutritt nicht versagen, sondern ihren erfrischenden Einflüssen offen bleiben. Wenn dies geschieht, wenn die Gymnasien wie bisher auch künf- tighin zu einem gründlichen Betrieb wissenschaftlicher Studien aller Art vorbereiten, wenn sie sich fernerhin vor anderen Anstalten geeignet zeigen, den idealen Sinn zu pflegen, wenn sie nicht auf Vielwisserei und dürre Verstandesbildung hinarbeiten, sondern alle Kräfte des Geistes harmonisch entwickeln, wenn neben der Zucht des Geistes auch die des Wil- lens hergeht, wenn sie Pflanz- und Pflegestätten religiös-sittlicher Gesinnung bleiben, zu opferwilliger Vaterlandsliebe erziehen, dann werden sie bestehen und blühen und auch in den folgenden Jahrhunderten ein Ruhm und Stolz unseres deutschen Volkes bleiben, so sehr man auch von manchen Seiten gegen sie anläuft und sie herabsetzt. Dass dadurch die unser Schulwesen leitenden Männer sich nicht werden beirren lassen, dass sie durch- drungen sind von dem Werte und der Bedeutung der gymnasialen Bildung für unsere ganze Kultur und entschlossen, das Ihrige zu ihrer Erhaltung und gedeihlichen Weiter- entwickelung zu thun, dafür haben wir bis in die neueste Zeit die schlagendsten Beweise und der Bildungsgang unseres Kaisers selbst, sowie die an die ffentlichkeit getretenen Kusserungen desselben geben die Gewähr dafür. Wenn wir daher über die Zukunft des gesamten Gymnasialwesens beruhigt sein können, so dürfen wir hoffen, dass auch unsere Anstalt noch lange bestehen bleibt, um an ihrem bescheidenen Teil mitzuarbeiten an dem grossen Werke echter wahrer Jugendbildung und Erziehung, dass wie in vergangenen Zeiten so auch in den kommenden viele tüchtige Männer aus ihr hervorgehen, die dem Berufe, den sie ergreifen, und damit auch der Schule, aus der sie hervorgehen, Ehre machen. Möge Gott sie ferner in seinen gnädigen Schutz nehmen und geben, dass sie der Stadt und dem Bezirke, auf den sie zunächst angewiesen ist, eine nie versiechende Quelle reichen Segens werde und bleibe.


