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Am andern Morgen wurden Spaziergünge in die Umgebung der Stadt gemacht, bis ein Frühkonzert auf dem Felsenkeller noch einmal die Festteilnehmer vereinigte. Die meisten der Auswärtigen verabschiedeten sich hier, um die nächsten Züge zur Heimfahrt zu benutzen.
Dank allen denen, die der Anstalt bei dieser hochbedeutsamen Feier ihre wohl- wollende Teilnahme gezeigt, sowie denen, die durch ihre Mitwirkung zum würdigen Ver- laufe des Festes beigetragen haben!
Festrede des Direktors.
Hochansehnliche Festversammlung, liebe Freunde, Kollegen und Schüler!
Wir haben vorhin in der Kirche Gott unsern Dank dafür dargebracht, dass er die Anstalt, deren 350jähriges Bestehen wir heute feiern, in seine gnädige Obhut genommen und gesegnet hat. Wir haben im Gebete den Herrn des Himmels um seinen Schutz und Segen auch für die Zukunft angerufen.
Hier ist es meine erste Pflicht, denen zu danken, die zum Zustandekommen des heutigen Festes am meisten beigetragen, und denen, die durch ihre Teilnahme an dem- selben uns ihr Wohlwollen beweisen. Zunächst den städtischen Behörden und den Be- wohnern der Stadt, welche zeigen wollten, welchen Wert sie auf den Besitz des Gym- nasiums legen, auf dem so viele ihrer Söhne den Grund zu höherer Bildung und zu einer chrenvollen Stellung im späteren Leben gelegt. Sodann den früheren Lehrern und Schülern, welche unserer Einladung gefolgt sind, um bei so bedeutungsvoller Gelegenheit der Anstalt einen Beweis ihrer fortdauernden Anhänglichkeit zu geben. Dank ferner dem Vertreter der Universität Marburg, dessen Anwesenheit uns ganz besonders ehrt, und den Vertretern der benachbarten Schwesteranstalten, mit welchen wir in gemeinsamem Stre- ben nach einem hohen Ziele enge verbunden sind.
Doch damit ist unsere Dankespflicht nicht erschöpft; wenn wir absehen von dem heutigen Feste und zurückblicken auf die lange Geschichte der Anstalt, so müssen wir dankbar derer eingedenk sein, welche sie gegründet und erhalten, welche auf ihre gedeih- liche Fortentwickelung fortwährend bedacht waren, der Grafen, Fürsten und Herzöge von Nassau, die ihr Jahrhunderte hindurch ihre Gunst angedeihen liessen. Wie sollten wir endlich es versäumen, unserer späteren Landesherren in Ehrfurcht zu gedenken, die die Anstalt fortbestehen liessen und reichliche Mittel bewilligten, um sie würdig auszustatten; die durch ihre Räte fortwährend dafür sorgen, dass sie mit den übrigen Schulen derselben Art gleichen Schritt halten kann.
Wollte ich Ihnen im Einzelnen die Verdienste der Fürsten aus dem Hause Nassau um unser Gymnasium darthun, so müsste ich Ihnen die Geschichte desselben von seiner Gründung durch den Grafen Philipp von Nassau-Weilburg bis zur Einverleibung des Herzogtums in die preussische Monarchie erzählen. Aber dazu würde die mir hier ver- gönnte Zeit nicht ausreichen, auch ist jedem der sich darüber unterrichten will, durch leichtzugüngliche Druckschriften die Gelegenheit dazu gegeben. Nur an die mit der Anstalt im letzten Jahrhundert vorgegangenen Veränderungen will ich kurz erinnern, um das Sonst mit dem Jetzt zu vergleichen. 110 Jahre sind es her, dass das Gymnasialgebäude,


