Aufsatz 
Rede , gehalten am 10. März 1913 bei der Schulfeier zur Erinnerung an den Geburtstag der Königin Luise, sowie an die Gründung der preußischen Landwehr und an die Stiftung des Eisernen Kreuzes - Rede des Herrn Professor Dr. Max Haesecke, gehalten am 10. März 1913 bei der Schulfeier zur Erinnerung an den Geburtstag der Königin Luise, sowie an die Gründung der preußischen Landwehr und an die Stiftung des Eisernen Kreuzes
Entstehung
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der Eltern und Angehörigen der Schüler ihr Schulfest zu feiern. Dieses erlitt jedoch nach einer auf die Bedeutung des Tages hinweisenden Ansprache des Oberlehrers Dr. Schmidt durch einsetzenden, bis zum Abend anhaltenden Regen eine bedauerliche Störung. Das vorbereitete Schauturnen musste ganz ausfallen, dagegen brachten, wenn auch beengt durch den Raum, die Schüler der Sexta und Quinta ein vom Zeichen- und Turnlehrer Gündel eingeübtes Scherzstück zur Aufführung und trugen dadurch etwas zur Erheiterung der Schüler und Gäste bei. Dagegen konnten sich die Schüler der oberen Klassen mehrere Stunden am Tanze vergnügen. Abends zogen die heimkehrenden Schüler mit brennenden Papierlaternen durch die Stadt unter Vorantritt der hiesigen Musikkapelle zum Gymnasium, wo auf dem Kollegienplatze nach dem Gesange derWacht am Rhein mit einer Ansprache und mit dem gemeinsamen GesangNun danket alle Gott die Feier ihr Ende fand.

Das Winterhalbjahr wurde am 14. Oktober in gewohnter Weise eröffnet, wobei zwei neue Schüler aufgenommen wurden. Zugleich stellte der Direktor den ver- sammelten Schülern den Probekandidaten Dr. Eduard Feyerabend*) vor, der der Anstalt zur Ableistung seines Probejahres zugewiesen worden war.

Am 18. Oktober veranstaltete die Schule vormittags eine nicht öffentliche Schul- feier zur Erinnerung an die vor hundert Jahren geschlagene Völkerschlacht bei Leipzig. Die beiden Unterprimaner Heinrich Drinkuth und Ludwig Hübner entwickelten in Redeversuchen die Hauptereignisse der Völkerschlacht, während der Professor Dr. Haesecke in einer Ansprache die Bedeutung der Schlacht für unser deutsches Volk nachdrucksvoll hervornob. Nachmittags beteiligten sich die Lehrer und Schüler der Anstalt an dem grossen städtischen Festzuge, der durch die Strassen der Stadt nach dem Blumenwall zog, und nahmen dort teil an dem Festgottesdienste, den der Pfarrer Wendebourg abhielt, ebenso abends an dem allgemeinen grossartigen Fackelzuge, der auf dem Kollegienplatze vor dem Gymnasium mit der Fest- rede des Professor Berlit sein Ende fand.

Am 31. Oktober gedachte bei der gemeinsamen Morgenandacht der Religionslehrer Dr. Schmidt der grossen Bedeutung des Reformationstages(31. Oktober 1517) für unsere evangelische Kirche und für unsere Schule, die am 31. Oktober 1817 bei der Drei- hundertjahrfeier des Reformationsfestes gegründet und eröffnet wurde. Bei der kirchlichen Feier des Reformationsfestes am Sonntag, den 2. November, fand die herkömmliche gemeinschaftliche Abendmahlsfeier der evangelischen Lehrer und Schüler in der reformierten Kirche statt.

*) Dr. Eduard Feyerabend, geb. 18. 8. 1884 zu Jestädt, Kr. Eschwege, evangelisch, besuchte 1806 bis 1903 das Gymnasium zu Hersfeld und studierte dann in Marburg und München Klass. Philologie und Geschichte. Am 28. 7. 1900 bestand er in Marburg die philosophische Doktorprüfung und am 28. 10 1910 die Staatsprüfung. Er war dann Hauslehrer bis Ostern 1911. Das Seminarjahr leistete er am Gymnasium zu Hersfeld ab, das Probejahr ebendaselbst bis Pfingsten 1911, dann bis Mich. 1911 am Lessinggymnasium zu Frankfurt a. M. Vom 1. Okt. 1912 bis 30. Sept. 1913 genügte er seiner Militärpflicht in Lindau.