Aufsatz 
Reden, gehalten bei der Amtseinführung des Direktors Gerson Lange
Entstehung
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Schulnachrichten.

Nicht, ohne nochmals die Wunde aufzureissen, die vor jetzt fast zwei Jahren unserer Schule geschlagen wurde, kann der Unterzeichnete seinen Bericht über das nunmehr abgelaufene Schuljahr, zu dessen Anfang er die Leitung der Anstalt übernommen hat, beginnen, nicht ohne nochmals des Direktors Dr. Mendel Hirsch s. A. zu gedenken, dessen Name ebenso innig mit der Geschichte derRealschule der Israelitischen Religions- gesellschaft verknüpft ist wie der Name ihres Begründers, unseres unvergesslichen Rabbiners Samson Raphael Hirsch s. A. Wenn Direktor Dr. Hirsch selbst im Jahre 1877, als er an die Stelle seines grossen Vaters trat, die Worte schrieb......S0 folgt aus einem solchen Verhältnis, dass eine solche Anstalt für den preisenden Ausdruck dessen, was ihr bisheriger Direktor ihr war, vergebens Worte suchen würde. Unsere Anstalt ist sein Werk, und deshalb kann sie nur dadurch Ihm danken, dass sie das Gepräge wahrt, das Er ihr aufgedrückt hat, die Richtung einhält, die Er ihr gegeben, den Geist pflegt, den Er ihr eingeprägt, und dadurch sich des weiteren Gedeihens würdig macht, dessen sie sich unter Ihm erfreute, so können wir heute, wenn wir seine Ver- dienste um die Schule zu würdigen versuchen wollen, nur dasselbe sagen:wir würden vergebens nach rechten Worten suchen, die das nicht abschwächte, was wir empfinden. Zwar nicht ihr Begründer war er, aber fast seit dem Anfang ihres Bestehens gehörte er ihr an, und wie er überall der treue Mitarbeiter seines Vaters war, so hat er vor Allem in der Schule als Lehrer und dann als Direktor gezeigt, dass er der Aufgabe, vor die ihn der Vater gestellt, und die er ihm zur Lösung hinterlassen, voll und ganz gerecht zu werden verstand.

Was die Schule durch ihn und unter ihm geworden ist, ist zu bekannt, als dass es ausgesprochen werden müsste, und es ist aus seines Vaters und aus seiner Wirk- samkeit demjenigen, der nach ihm die Leitung seiner Anstalt übernehmen sollte, eine doppelte Pflicht erwachsen, das zu erhalten, was er geschaffen, und auf demselben als Grundlage weiterzubauen.

Der Vorstand derIsraelitischen Religionsgesellschaft hat dem Unterzeichneten daher einen höchst ehrenvollen Beweis seines Vertrauens gegeben, als er ihn dazu berief, Nachfolger solcher Männer zu werden, und als er durch das Königliche Provinzial-Schul- Kollegium für seine Wahl die Bestätigung nachsuchte, die am 18. März 1901 durch Se. Majestät den Kaiser erfolgte. Aber es ist auch der innigste Wunsch des Unterzeichneten, dieses Vertrauen zu rechtfertigen, mit aller Kraft den allgemeinen Bildungs- und Erziehungs- zielen und denjenigen zuzustreben, die unserer Schule insbesondere gesteckt sind, und im Geiste ihrer früheren Leiter für FR Dy d zu wirken.

Möchte der Beistand dessen ihm nicht versagt sein, den jedes aufrichtige Streben um seine Förderung anflehen darf, und möchte die Anstalt auch unter ihrer neuen Leitung sich weiterentwickeln, wie sie unter der bewährten Leitung ihres Gründers und seines seiner würdigen Sohnes fortschreitend sich entwickelt hat!