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Dr. Adler erneuten Aufschwung nahm, den Forderungen der Zeit entsprechend, aus- zubilden und zu erweitern.
Diese Gründe drangen auch bei der Gemeindebehörde durch und führten den nahezu einstimmigen Beschluß herbei, den beantragten Neubau auszuführen.
Seitens des Herrn Direktors wurde ein Programm aufgestellt, und es erging sodann an eine kleinere Zahl von Architekten der Auftrag, Entwürfe auszuarbeiten, welche Herrn Professor Dr. Hocheder in München, einer Autorität auf dem Gebiete des Schulbaues, zur Begutachtung vorgelegt wurden. Nachdem sämtliche Pläne, einer Anregung des Professors Hocheder folgend, von den Einreichern um- gearbeitet worden waren, erhielt sie der Genannte nochmals zur Prüfung und be- zeichnete hierauf den Entwurf des Herrn Magistrats-Baurat Matzdorff in Berlin als den nach seiner Ansicht geeignetsten, welchem Herrn alsdann der Bau über- tragen wurde.
Daß wir gut beraten waren, das sehen wir heute, und ich darf wohl darauf verzichten, das Lob des Herrn Baurats auszusprechen; sein Werk spricht eine beredtere Sprache, als sie mir zu Gebote steht. Eine Besichtigung, welche nach Schluss dieser Feier unter Führung des Herrn Baurats stattfindet, wird Sie hiervon überzeugen.
Der Herr Vorredner hat in besonders liebenswürdiger Weise der Bau- kommission gedacht; ich darf aber, da ich selbst Mitglied dieser Kommission war, wohl gestehen, daß unsere Tätigkeit, angesichts des zielbewußten und durchdachten Arbeitens des Herrn Baurats, nicht von weitgehender Bedeutung war. An Eifer hat es ja nicht gefehlt; fühlt doch jedes Mitglied einer Baukommission einen Architekten in seinem Busen, der ihm die großartigsten Ideen zuflüstert, die dann in den Sitzungen zur Entladung gelangen. Bezeichnete der Herr Baurat eine solche Idee als„recht beachtenswert“, so hörte man schon das Totenglöckchen läuten, es war ein stilles Begräbnis. Mitunter kamen aber auch Vorschläge, welche den Text eines alten Liedes ins Gedächtnis riefen, der mit kleiner Xnderung lautet:
„Und der Baurat voller Huld,
Hört auch das an mit Geduld.“ Die Herren der Baukommission werden mir diesen Scherz nicht übel nehmen, ihr Streben verdient Anerkennung; aber noch grössere Anerkennung gebührt dem Herrn Baurat dafür, daß er unbeirrt seinen Weg weiter verfolgte, sonst wäre vielleicht unser Gebäude nicht so einheitlich und formgerecht ausgefallen.
Da über den Bau schon mehrfach in den Zeitungen berichtet wurde, kann ich mich auf einige wenige Angaben beschränken.
Mit dem Aushub der Baugrube konnte erst am 4. Februar, mit dem eigent- lichen Bau im April 1907 begonnen werden; er ist also trotz aller Grösse(es sind ca. 1410 Quadratmeter bebaut) und trotz einiger Hindernisse, welche Verzögerungen herbeiführten, in verhältnismäßig kurzer Zeit zu Ende geführt worden. Als bedeu- tendere Hinderungen erwähne ich, daß die Gießerei von Mack, welche einen Teil der Baufläche bedeckte, erst am 1. April geräumt wurde, und ferner, entgegen dem


