Aufsatz 
Beschreibung des neuen Schulgebäudes
Entstehung
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So kam der lang ersehnte Tag der festlichen Ein weihung heran. Am Donners- tag, den 15. Oktober, Vormittags 10 Uhr fand sich eine große Zahl zur Feier geladener Ehrengäste, u. a. als Vertreter der Stadt Herr Oberbürgermeister Dr. Adickes, mit dem Lehrerkollegium sowie einer Anzahl Angehobriger der Zöglinge in der neuen Aula zusammen. Ein von Herrn Rothschild vorgetragenes Orgelpräludium, Mendels- sohns Allegro in CMoll, eröffnete die Feier; es folgte ein von Schülern und Schülerinnen ausgeführter Chor mit Orgelbegleitung: Psalm 97 mit Fuge von Sturm.

Der Vorsitzende des israelitischen Gemeinde-Vorstandes, Herr Justizrat Dr. Bla u, übergab hierauf das neue Schulgebäude dem Schulrate mit folgender Ansprache:

Hochgeehrte Festversammlung! Noch leben in unser aller Erinnerung die einzig schönen Tage, da es galt, die hundertjährige Wiederkehr des Tages zu feiern, an dem der liebsten Kinder der Gemeinde eines, das Philanthropin, seinen hohen Beruf antrat, Künder alles Wahren, Guten und Schönen an die Jugend der Gemeinde zu sein; noch hallt in uns die festliche Freude nach, noch sind wir be- glückt ob der vielen Zeichen der Liebe, Verehrung und Dankbarkeit, die Hunderte und Aberhunderte von Schülern und Schülerinnen ihrer ehrwürdigen Jugendbildnerin damals dargebracht, und wieder sind wir festlich versammelt, um die Einleitung eines neuen wichtigen Abschnittes in der Geschichte der Schule zu feiern. Das Haus, in dem das Philanthropin während mehr als 60 Jahre den mannigfaltigsten Segen verbreitet, in dem Männer wie Heß, Creizenach, Jost, Stern, Auerbach, Lazar Geiger und Baerwald gewirkt und Generationen groß gezogen haben, die das Rück- grat unserer Gemeinde geworden und aus denen Führer auch dem Vaterland und der Menschheit erwachsen sind, dieses Haus ist zu eng geworden; es konnte den erhöhten Anforderungen, die der enorme Aufschwung des Staates und ein erneutes Aufblühen der Schule an diese auch in räumlicher Beziehung stellten, nicht mehr sgenügen. Und so hat sich denn die Gemeinde als batron der Schule schweren Herzens zwar ob der großen Opfer, die ihr dadurch wiederum auferlegt werden, dennoch aber freudig im Hinblick auf die Verdienste der Schule in der Vergangen- heit und in der Erwartung des reichen Segens, den sie auch in der Zukunft noch spenden soll, in würdiger Nachahmung des schönen Beispiels, mit dem die geliebte Vater- stadt ihr auch in dieser Hinsicht vorangegangen, dazu entschlossen, ihrem Philanthropin ein den weitesten Anforderungen voll entsprechendes Gewand zu verschaffen.

Heute nun steht der Bau vollendet da, einfach, würdig, und doch schön und zweckentsprechend, in seiner Formensprache und Zweckmässigkeit das Erziehungs- werk, das sich in ihm vollziehen soll, versinnbildlichend. Da richtet sich denn unser Blick zunächst in die Höhe zu unserem Gott. Ihm wollen wir zunächst danken in der Weise und mit den Worten der Väter,dass er uns diesen Tag hat erleben und erschauen und ihn an uns sich hat bewähren lassen.

Danken will ich alsdann im Namen der Gemeinde den staatlichen und städtischen Behörden für das warme Interesse, das sie unserer Gemeinde im all- sgemeinen und der Schule im besonderen entgegenbringen und das sie auch heute wiederum durch Entsendung von Vertretern zu dieser Feier betätigt haben; danken