Aufsatz 
Abschiedsfeier für den Direktor Dr. Bärwald
Entstehung
Einzelbild herunterladen

53

Stiftung(siehe Programm vom Jahre 1874) und in der von den Kindern des am 30. März 1878 verstorbenen chemaligen Lehrers unserer Schule Perez Sabel gegründeten Perez und Auguste Sabel-Stiftung(siehe Programm des Jahres 1885) Annexe, welche ihre Wirksamkeit in der erwünschtesten Weise unterstützen. Ein Verzeichnis der bei der Creizenach-Stiftung scit dem 1. März 1899 eingegangenen Gaben siehe unten im Anhang.

2) Die B. H. Goldschmidt'sche Stipendien-Stiftung blickt an der Wende des Jahr- huüderts auf eine 44 jährige Thätigkeit zurück. Bei ihrem bevorstehenden 50 jährigen Jubiläum wird sich die Gelegenheit bieten, ihre gesammte Wirksamkeit zusammenfassend und eingehend darzulegen. In unserem vorjährigen Berichte haben wir dankbar der För- derung gedacht, die unsere Stiftung durch die hochherzige Zuwendung des Herrn Leopold B. H. Goldschmidt in Paris und seiner Gemahlin. Frau Regina Goldschmidt geb. Bischoffsheim, erfahren hat; heute sind wir in der günstigen Lage, von einer Förderung anderer Art zu berichten. Es ist seit Begründung der Stiftung zum ersten Male der Fall eingetreten, dass ein Mann, dem in der Epoche seiner vielversprechenden Universitäts- studien die Stiftung fördernd zur Seite stehen durfte, der Verwaltung einen ansehnlichen Betrag dankbar überwiesen hat. Dieser Betrag(Mk. 2000) ist statutenmässig*) in den ver- wendbaren Fonds geflossen und sofort dem beabsichtigten guten Zwecke dienstbar geworden. Möge das gute Beispiel Nachahmung finden!

*)§ 17 der Statuten lautet: Zur Rückzahlung der empfangenen Stipendien ist niemand verpflichtet. Sollte jedoch, wie zu erwarten steht, solche von Stipendiaten, die in günstige Verhältnisse gelangt sind, erfolgen, So fliesst dieselbe in den verwendbaren Fonds.

In dem Studienjahr 1899/1900 hatte diese Stiftung 32 Stipendiaten; von diesen studierten 6 Jurisprudenz. 5 Medizin, 5 technische Wissenschaften, 4 Philosophie und Theologie, je 2 orientalische und neuere Sprachen, einer Mathematik. Von den Seminaristen besuchten 3 die Lehrerbildungsanstalt in Cassel, 2 die zu Hannover, je einer die Semi- narien in Alzey und Esslingen. Von allen liegen befriedigende Zeugnisse und Studien- berichte vor.

Aus der Verwaltung ist nach seinem Scheiden aus dem Schulrat am 1. April 1899 nach langjähriger, erspriesslicher Thätigkeit Herr Julius Angelheim ausgetreten; an seine Stelle wurde Herr Paul Rosenthal von dem Schulrat delegiert. Die Verwaltung bestand demnach in dem Studienjahr 1899/1900 aus den Herren: Georg Speyer(Vor- sitzender), Direktor Dr. Reinhardt(Stellvertretender Vorsitzender), Max B. H. Gold- schmidt, Paui Rosenthal(Delegierter des Schulrats und Kassierer), S. Neustadt (Delegierter des Gemeinde-Vorstandes), Isaak Leopold Beer(Delegierter des Gemeinde- Ausschusses und Gegenschreiber), Direktor Dr. Baerwald.

3) Die Julius May'sche Stiftung. Herr Julius May, geboren den 11. November 1826 zu Rödelheim, gestorben kurz nach seinem Wegzuge aus Frankfurt a. M. am 24. Ok-