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bedeutender Männer so grosse und segensreiche Erfolge gezeitigt hatte, einzuführen in die Reihe der anders organisierten Schulanstalten des grösseren Staatswesens. Diese Uberleitung ist von Ihnen in bester Weise ausgeführt worden, denn dank Ihrem eisernen Fleisse und Ihrer unerschütterlichen Pflichttreue nimmt unsere Schule heute noch ihren altbewährten, chrenvollen Platz ein und hat den anderen, gleichartigen Anstalten gegenüber ihre hervor- ragende Stelle behauptet.
Solche Ergebnisse konnten Sie aber nur dadurch ermöglichen, dass es Ihnen jeder- zeit gelang die Mitglieder des Lehrer-Kollegiums für die ihnen zugetheilte Aufgabe zu begeistern und denselben durch Ihre rastlose auf die Sache gerichtete Arbeit ein leuch- tendes Vorbild zu sein.
Was Sie für unsere Anstalt geleistet und wie Sie gewirkt, das wird in den Annalen unserer Schule mit goldenen Lettern eingetragen sein.
Während der langen Dauer Ihrer Thätigkeit ist diese immer und von allen Seiten anerkannt und gewürdigt worden, insbesondere auch von der unserer Schule vorgesetzten staatlichen Behörde, dem Provinzial-Schulkollegium; da dessen Vertreter verhindert ist, dieser Feier beizuwohnen, so ward uns der Auftrag, Ihnen für Ihre langjährige, treue und erfolgreiche Wirksamkeit im höheren Schuldienste Dank und Anerkennung auszusprechen.
Wenn wir heute von Ihnen als Leiter dieser Anstalt Abschied nehmen müssen, so sind wir doch sicher, dass uns der Freund unserer Schule erhalten bleibt. Mit wach- samem Auge werden Sie das fernere Gedeihen derselben verfolgen und sich freuen, wenn sich dieselbe weiter entwickelt und entfaltet. Ist es doch die Ernte Ihrer Saat, die dann eingeholt wird, sind es doch die Früchte des von Ihnen gepflanzten Baumes, die hier gezeitigt werden.
Und sollten wir den Rat des erfahrenen Schulmannes bedürfen und klopfen an Ihre Pforte, dann sind wir sicher, dass uns dieselbe aufgethan wird, und dass Sie uns freudig mit Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung beistehen werden.
Möge Ihnen noch eine lange Lebensdauer beschieden sein, mögen Sie die Ihnen gewährte Ruhe dankbar geniessen in dem Bewusstsein, Ihre Pflicht jederzeit voll und ganz erfüllt zu haben!
Hierauf sprach im Namen des Kollegiums Herr Prof. Dr. Epstein:
Hochgeehrter Herr Direktor!
Als wir im Jahre 1893 Ihr 25 jähriges Amtsjubiläum feierten und ich in festlicher Versammlung vor Ihnen stand, um Ihnen die Glückwünsche des Lehrerkollegiums darzu- bringen, sprach ich die Hoffnung aus, es möge Ihnen von einem gütigen Geschick be- schieden sein, noch recht viele Jahre an unserer Spitze in Gesundheit und Kraft Ihres Amtes walten zu können.
Nun stehe ich wieder an derselben Stelle, um Ihnen einen Abschiedsgruss zuzu- rufen, nachdem unsere Hoffnung sich nur teilweise erfüllt hat. Der schon seit langer Zeit vorhergesehene Tag ist gekommen, an dem Sie die Bürde des Amtes, die Sie 31 Jahre getragen, ablegen wollen, um von der Arbeit Ihres Lebens auszuruhen.


