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Abiturientenprüfung.
Die Prüfung bestanden Ostern 1882 vier Schüler: 1. Meißner, 2. Rompel, 3. Rößler, 4. Rudolf; im Herbst 2 Schüler: 5. Diehl und 6. Erwin Sack. G. S. 39.) 1. Deutscher Aufsatz: Der Unterschied von
Ursache und Veranlassung soll an Vorgängen in der Natur und an Ereignissen in der Ge- schichte geprüft und danach entschieden werden, ob das Sprichwort recht hat: Kleine Ursachen, große Wirkungen.— 2. Französischer Aufsatz: Les efforts de la France pour reculer ses fron-
tières vers Pest.— 3. Englisches Exercitium nach Lyell. 4. Mathematische Aufgaben: a. Weicher er möglicherweise bis zu 10 Minuten
Die Aufgaben zu Ostern waren folgende:
Irrtum in der geographischen Breite entspringt aus ein linut fehlerhaften Beobachtung der Sonnenhöhe= 15⁰ 16“ 4“, wenn Stundenwinkel und Deklination der Sonne, jener= 90⁰, diese= 19° 39 10“, als richtig bestimmt angenommen werden?— b. Die Schenkel eines rechten Winkels gleiten tangierend an einer Hyperbel hin: es ist der geo- metrische Ort des Scheitelpunkts des beweglichen Winkels zu untersuchen. Determination der Aufgabe.— 6. Ein Dreieck zu konstruieren aus der Seite a, Mediane ma und der Differenz b2— c² der Seitenquadrate.— d. Eine Gemeinde beabsichtigt eine in 30 gleichen Anunui- täten zu tilgende, effektive Anleihe von 1 840 000 Rm. aufzunehmen und in 4% Schuld- verschreibungen zum Kurse von 92% auf den Markt zu bringen. Zu welchem Kurse müßte die Gemeinde 4 ½% Obligationen begeben, wenn Parität stattfinden soll?— 5. Mechanik und Physik: a. Ein mit Wasser gefülltes Gefäß, in welchem das Wasser stets auf gleichem Niveau erhalten wird, hat 2 seitliche ffnungen: wie weit müssen dieselben von der Wasser- fläche entfernt sein, damit die aus ihnen fließenden Wasserstrahlen dieselbe Sprungweite, ge-
messen in der Oberfläche des Gefäßes haben?— Lahlenbeispiel: Die Höhe der Wassersäule sei 1 m., die obere Offnung liege 30 cm. unter der Wasseroberfläche und wie groß ist die Sprung- weite der Strahlen?— b. Eine Inklinationsnadel macht, wenn sie in der Ebene des magne-
tischen Meridians schwingt, 36 Schwingungen in der Minute, und wenn sie in einer Ebene schwingt, welche mit dem magnetischen Meridian einen Winkel von 450 bildet, 35 Schwingungen: wie groß ist der Inklinationswinkel an dem Beobachtungsorte und wie viel Schwingungen würde die Nadel in einer Ebene machen, welche auf dem magnetischen Meridian senkrecht steht? 6. Chemie: Natürliches Vorkommen und künstliche Darstellung des Salpeters.— Stöchiome- trische Aufgabe: Salpeterhaltige Erde soll 6% Kali-, 15% Kalk- und 2% Maguesium-Sal- peter enthalten: wie viel kohlensaures Kali ist nötig, um den in 756 kg. salpeterhaltiger Erde befindlichen Kalk- und Magnesium-Salpeter in Kalk-Salpeter überzuführen?
Die Aufgaben im Herbst waren folgende: 1. Deutscher Aufsatz: In welchem Sinne der Göthe'sche Ausspruch zu verstehen sei, daß ein jedes(gute) Gedicht ein Gelegenheitsgedicht sein müsse, soll an einigen Dichtungen Göthe's nachgewiesen werden.— 2. Französischer Aufsatz: Pa- rallèle de la révolution anglaise avec la révolution française.— 3. Englisches Exercitium nach Lingard. — 1. Mathematische Aufgaben: a) Um welchen Winkel mußz der Schatten des(mit der Welt- achse parallel gehenden) Zeigers einer horizontalen Sonnenuhr nachmittags 3 Uhr von der Mittagslinie abweichen, wenn die Uhr in Frankfurt a. M. aufgestellt ist, dessen geogr. Breite= 50 ⁰ 7—?— b) Der größte Radius eines Ikosaéders soll aus der Oberfläche e seiner Teilpyramide berechnet werden, wenn ß= 10 qam.— c) Mit Zuziehung der Determinanten-


