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reits als Jüngling so trefflich verstanden hat, als der dem Niedrigsten wie dem Höchsten gleich gut verständliche Anwalt des Volkes in unmittelbarer Gegenwart zu sprechen und den vor der wachsenden Fremdherrschaft bang schlagenden Herzen der Zeitgenossen die- jenige Siegeszuversicht einzuflößen, aus der sie die Kraft zum er- folgreichen Widerstand gegen den nationalen Feind schöpften. Und so bekommt die Sage vom nie fehlenden Schützen Eigel frisches Lebensblut und der Tell wird die wunderbarste Verkörperurg des träumerischen und schwerfälligen deutschen Michels. Laßt ihn nur gereizt werden bis aufs Blut, ruft der Dichter seinen Zeitgenossen zu. laßt den Feind nur eindringen bis in das innerste Heiligtum seiner Familie, zwingt ihn zur Erfurcht vor dem, was er als hohl und nichtig erkannt hat, versucht es, ihm die Freiheit des Atmens in freier Luft, versucht es, ihm die Freiheit der Arme zu verwehren, dann erwacht er allmählich aus seiner Träumerei, dann trifft sein Pfeil sicher das Herz des Feindes, dann greift er getrosten Muts hinauf zum Himmel und holt herunter sich die ewigen Rechte, die droben hangen unveräußerlich und unzerbrechlich wie die Sterne selbst.
Der Dichter hat den endgiltigen Sieg seines Volkes nicht mehr erlebt. Der Tod hat diesen vom glühendsten Tatendrang erfüllten Kämpfer gerade heute vor hundert Jahren gefällt. Er, der als Mensch ebenso groß wie als Dichter war, hat ein rührend einfaches Be- gräbnis gehabt. Ohne alles Gepränge ist sein Leichnam nach alter Weimarer Sitte in der Nacht auf den Friedhof hinausgetragen und zur Ruhe bestattet worden. Und doch war er auch da nichi allein. Es ist nur, als ob die Majestät seines Todes die zudringliche Nähe der alltäglichen Leidtragenden ferpgehalten hätte. Denn hinter seinem Sarge schritt einher gesenkten Hauptes der Genius der Menschheit und der jetzt anzustimmende Chorgesang soll uns künden, daß der Dichter auch selbst gewußt hat, er werde ewig sein.


