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Das Gefühl der Freude wird in uns wach über das Gelingen des Werkes im Hinblick auf die mannigfachen Schwierigkeiten, die ſich im Laufe der Jahre der Entwicklung der Anſtalt entgegenſtellten.
Aus kleinen Anfängen hervorgegangen, iſt ſie den verſchiedenen Entwicklungsphaſen, welche das Realſchulweſen erfuhr, nicht nur nachgekommen, ſondern hat wiederholt den Anſtoß zu bedeutſamen Neu⸗ geſtaltungen gegeben und ſteht nunmehr ſeit einer Reihe von Jahren mit der Berechtigung zur Aus⸗ ſtellung der zur Meldung für den einjährig⸗freiwilligen Militairdienſt giltigen Zeugniſſe ausgeſtattet, in der Reihe der Realſchulen II. Ordnung mit feſt beſtimmter Organiſation und enſprechenden Lehrzielen nach Maßgabe des Normallehrplans für die Großherzoglich heſſiſchen Realſchulen II. Ordnung. Dieſes Gefühl der Freude wird erhöht im Hinblick auf das äußere Gewand, in dem ſie ſich darſtellt, im Hin⸗ blick auf das nach allen Anforderungen der Pädagogik und Geſundheitslehre erbaute neue Lokal; dieſes Gefühl der Freude wird endlich dadurch allgemein, daß es ihr gelungen iſt, ihre ſegensreiche Wirkſam⸗ keit auf ſo viele Zöglinge auszudehnen, die in den verſchiedenſten Berufsarten wirken und zum teil in den entfernteſten Gegenden der Erde ihre Lebensſtellung gefunden haben. Sie alle freuen ſich mit uns innig des heutigen Feſtes, ſoweit die Kunde desſelben gedrungen iſt, und gedenken in dankbarer Erinnerung der Stätte ihrer jugendlichen Entwicklung, wo ſich Mitgeborene ſpielend feſt und feſter mit ſanften Banden aneinander knüpften.
An das Gefühl der Freude über das Gelingen des Werkes und über die ſegensreiche Wirkſam⸗ keit der Anſtalt knüpft ſich zunächſt das Gefühl des innigſten Dankes. Dieſes Gefühl iſt vor Allem dem Geber alles Guten, der mit ſeinem Segen der Anſtalt, ihren Lehrern und Schülern ſtets nahe war und Erziehung und Unterricht förderte, darzubringen, wie dies in der Weiherede durch den Religions⸗ lehrer der Anſtalt geſchehen iſt. Dieſes Gefühl des Dankes haben wir bereits auch bei dem Rückblick auf die Geſchichte der Schule unſerem Allerdurchlauchtigſten und Allergnädigſten Landesherrn, der Erlauch⸗ ten Standesherrſchaft, der Großherzoglichen Staatsregierung, dem Stadtvorſtand, dem Publikum, den Leitern und Lehrern der Anſtalt ausgeſprochen. Heute indeſſen drängt es uns, dieſes Gefühl des Dankes allen Denen nochmals auszudrücken, die durch ihre perſönliche Anweſenheit das Freuden⸗ und Ehrenfeſt der Schule verherrlichen. Wir danken dem hohen Grafenhauſe, das durch die Gegenwart mehrerer Erlauchten Glieder das fortdauernde Intereſſe bekundet, welches daſſelbe für die Fortentwicklung einer Anſtalt nimmt, zu welcher die Erlauchten Ahnen den Grund gelegt haben; den hohen Vertretern Großherzoglicher Staatsregierung, die auf unſere Einladung hin das Feſt mit ihrer perſönlichen Gegen⸗ wart beehren und durch ſo bedeutſame Worte die Sorgfalt bekunden, die ſie der Anſtalt und ihrer ferneren Entwicklung widmen; dem Stadtvorſtande, der durch ſeine Anweſenheit und durch die Anſprache des Großh. Bürgermeiſters darthut, daß er gleich ſeinen Vorgängern im Dienſt der Gemeinde mit Eifer eintreten will für die idealen Güter, welche eine höhere Lehranſtalt zu verwalten hat; den ehemaligen Lehrern der Anſtalt, die eine mühſame Reiſe hierher unternommen haben, um an unſerer Feſtfreude teil zu nehmen und die Erinnerung an die Stätte, an der ſie Jahre lang mit Segen gewirkt haben, zu erneuern; den frühe⸗ ren Schülern, die heute hierhergekommen ſind, um die erſten Jugendeindrücke wieder wachzurufen und aller ihrer Jugendgenoſſen zu gedenken, die mit ihnen gemeinſam die erſten Grundlagen ihrer Bildung hier legten. Auch derer gedenken wir heute mit dem Gefühl des Dankes, die durch mancherlei Umſtände verhindert waren, hier zu erſcheinen, die ſich aber im Geiſte zu uns denken und zum Teil durch Briefe, oder Telegramme ihre Teilnahme kund gegeben haben. Heute gedenken wir endlich mit dem Gefühl des innigſten Dankes und ſtiller Wehmut aller Derjenigen, welche die Anſtalt gründen und bauen halfen, die als Lehrende oder Lernende hier gearbeitet und gerungen haben und bereits hinüber gegangen ſind in die ſeligen Wohnungen des Friedens. Die Erinnerung an ſie verklärt und weiht unſere Feſtfreude, in⸗ dem ſie uns emporhebt aus dem vergänglichen Leben hin zu dem unverwelklichen Erbe, das uns Allen bewahret iſt.
Mit den Gefühlen der Freude und des Dankes vereinigt ſich endlich noch das Gefühl der Hoff⸗ nung für die fernere geſunde Entwicklung der Anſtalt.
Wie könnten wir aber unſere Hoffnungen in dieſer Beziehung beſſer und ſicherer begründen, als indem wir die Herzen und Hände zu dem erheben, der alle unſere Beſtrebungen ſegnen muß, wenn ſie Dauer und Ziel haben ſollen, und ſprechen:
„Erhalte, allgütiger Gott und Vater, dieſer Schule, auf der Dein Segen bis hierhin ſichtbarlich geruht hat, die huldreiche Fürſorge Seiner Königlichen Hoheit, unſeres Allergnädigſten Landesherrn, und
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