Guſtav Lenz, geboren am 17. December 1855 zu Wenings, Sohn des Kaufmanns Friedrich Lenz, erhielt ſeine Vorbildung auf dem Gymnaſium zu Büdingen, ſtudierte von 1874—1877 zu Gießen neuere Philologie, Geſchichte und Deutſch, beſuchte dann zu ſeiner weiteren Ausbildung England, die franzöſiſche Schweiz und Paris und wurde am 14. Auguſt 1880 definitiv an der Realſchule in Bingen angeſtellt, an der er 4 Jahre lang wirkte.—
Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulan⸗ gelegenheiten, vom 19. März, worin das Ausſchreiben Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Geſundheitspflege, an die Großherzoglichen Kreisgeſundheitsämter zur Kennt⸗ nisnahme und Nachachtung mitgeteilt wird. Hiernach ſollen die Kreisgeſundheitsämter ſich mit den Directoren ins Einvernehmen ſetzen und mit ihnen die Schulen gemeinſam beſuchen. Die hauptſächlichen Gegenſtände, welche ſie der Beobachtung unterziehen ſollen, ſind:
1) die baulichen Verhältniſſe der Schullocale;
2) die Schulbänke;
3) die Geſundheitsverhältniſſe der Schüler, wobei insbeſondere auf die contagiöſen Krankheiten, auf die Sehſtörungen und endlich auf den allgemeinen Geſundheitszu⸗ ſtand zu ſehen iſt.
An die Stelle des durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten, vom 19. October 1883, zum proviſoriſchen Lehrer an der Vorſchule zum Gymnaſium zu Darmſtadt ernannten Lehrers Peter Kaffenberger war durch Verfügung derſelben Behörde vom 18. October 1883 der Lehrer Peter Remigius Stamm zu Mainz ernannt worden. Da dieſer jedoch auf ſein Nachſuchen wegen Geſundheitsrückſichten Urlaub erhalten hatte, ſo verſah Kaffenberger bis auf weiteres ſeinen Dienſt fort. Nachdem inzwiſchen der erſtere Lehrer mit Wirkung vom 3. Juni 1884 penſioniert worden iſt, wurde Kaffenberger ſeiner Stelle an der Vorſchule zum Gymnaſium in Darmſtadt enthoben und zur Weiterverwaltung ſeiner ſeitherigen Stelle an der Vorſchule der Realſchule zu Michelſtadt angewieſen.
Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulan⸗ gelegenheiten, vom 19. Mai 1884. Anknüpfend an die Verfügungen vom 12. Juli 1881, abgedruckt im Programm 1881, ferner vom 10. April 1883, abgedruckt im Programm 1883, wird ernſtlich empfohlen, die Schüler, welche die Aufnahmeprüfung in die Schullehrerſeminarien machen wollen, auf die Anforderungen der Prüfungsordnung vom 10. Januar 1876, namentlich in der Religion, der deut⸗ ſchen Sprache und der Muſik aufmerkſam zu machen, indem ein genügendes Reſultat der Prüfung in den genannten, für den Seminarunterricht ſo äußerſt wichtigen Unterichtsfächern als unbedingte Voraus⸗ ſetzung der Aufnahme in die Lehrerbildungsanſtalt feſtgehalten werden muß.
Am 10. Juni wurde der Sommerausflug nach Frankfurt gemacht. Wir beſuchten den zoologiſchen Garten, das Aquarium, die Singhaleſen⸗Ausſtellung und das Panorama. Der Unterzeichnete hatte ſchon am vorhergehenden Tage den verſammelten Schülern einige Erläuterungen zum Beſuch des zoologiſchen Gartens, insbeſondere der Singhaleſen⸗Ausſtellung, gegeben. Er ſagte, daß es ſchwer ſei, dem Schüler beim Be⸗ ſuch des zoologiſchen Gartens außer einer allgemeinen Überſicht ein bleibendes Verſtändnis für das weſentlichſte zu geben, da ſich in dem verhältnismäßig kleinen Raum eine ganze Welt zuſammendränge. Solle daher der Beſuch des zoologiſchen Gartens wirklich einen bleibenden Wert für den Schüler haben, nicht bloß die Neugier befriedigen, ſo müſſe dem Schüler vorher Aufklärung über einzelne weſentliche Punkte gegeben, und das Angeſchaute und Erklärte nachher im Unterricht wiederholt betrachtet werden. In dieſem Sinne gab er hierauf die erforderlichen Erläuterungen über die hochintereſſante Singhaleſen⸗Ausſtellung. Nachdem er kurz die Geographie und Geſchichte Ceylons, ſeine Erzeugniſſe im Tier⸗, Pflanzen⸗ und Mineralreich betrachtet hatte, ſchilderte er die Singhaleſen nach ihrer Ab⸗ ſtammung, körperlichen und geiſtigen Beſchaffenheit, Sprache, Religion, Beſchäftigung, Sitten und Ge⸗ bräuchen und wies die Schüler an, worauf ſie insbeſondere ihre Aufmerkſamkeit zu lenken hätten, wobei er ihnen einige Abbildungen vorlegte. Mit ſehr lebendigem Intereſſe verfolgten nun unſere Schüler am folgenden Tage dieſe Ausſtellung und verweilten den größten Teil der verfügbaren Zeit in derſelben in der Anſchauung der Productionen der Singhaleſen, ihrer Arbeitstiere, der Elephanten und der Zebus, ſowie in der Betrachtung der außerordentlich intereſſanten ethnographiſchen Gegenſtände. — Nach dem Beſuch des zoologiſchen Gartens nahmen wir dann ein gemeinſchaftliches Mittagseſſen in
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