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thunlichſt zu fördern. An ſeine Stelle trat, gleichfalls als Abgeordneter des Stadtraths Herr Pro⸗ feſſor Dr. Ubbelohde. Dieſe Wahl wurde durch Verfügung Königl. Provinzial⸗Schulcollegiums vom 27. Mai beſtätigt. Um die Anſtalt in ihrer Einrichtung, ſowie auch deren Lehrer und Schüler kennen zu lernen, wünſchte Herr Profeſſor Ubbelohde bei den Lehrern in den verſchiedenen Claſſen im Monat October zu hospitieren, welchem Wunſche ſeitens des Lehrer⸗Collegiums in der bereitwilligſten Weiſe entſprochen wurde; Herr Prof. Ubbelohde ſprach ſich auf Grund ſeiner Wahrnehmungen wohl⸗ befriedigt über die Anſtalt und ihre Lehrer, insbeſondere über die in derſelben herrſchende Disciplin, gegen den Unterzeichneten aus. Bei erwähnter Neuwahl des Ausſchuſſes wurde Herr Schaaf, welcher nun ſchon ſeit der Reorganiſation der Anſtalt im Jahre 1867 ein thätiges Mitglied des Curatoriums iſt, als Vertreter des Ausſchuſſes in daſſelbe wiedergewählt.
In dem verfloſſenen Jahre kam auch ein zwiſchen der Stadt Marburg und der Königlichen Staatsregierung ſeit mehreren Jahren ſchwebender Streit zur Entſcheidung; letztere dürfte auch für weitere Kreiſe von Intereſſe ſein. Es wurde nämlich entſchieden, daß die vom Staat der Anſtalt jährlich gewährte Beihülfe von 7800 Mark ein auf abgeſchloſſenem Vertrage beruhender Zuſchuß und nicht ein Bedürfnißzuſchuß ſei; daß deshalb bei demſelben auch keine Kürzungen eintreten dürften. Infolge dieſer richterlichen Entſcheidung wurden denn auch die in den letzten Jahren an obiger Summe ſtattgehabten Abzüge im Betrage von ca. 4300 Mk. der Stadt Marburg wieder zurückerſtattet, wodurch ſich der in den letzten Jahren ſeitens der Stadt zur Schule geleiſtete Zuſchuß um dieſen Betrag vermindert.
Die Frequenz der Schule iſt in dem verfloſſenen Jahre wiederum geſtiegen; aus der unter E aufgeſtellten ſtatiſtiſchen Ueberſicht ergiebt ſich eine Geſammt⸗Frequenz von 220 Schülern; ſie zählt daher zu den frequentirteſten Lehranſtalten ihrer Kategorie.— Da gegenwärtig nur noch wenige Schüler von dem Turnunterricht dispenſirt ſind, ſo war es ſchon wegen des beſchränkten Raumes in der Turnhalle während des Winterſemeſters nicht mehr thunlich, die Schüler wie bisher in drei Abteilungen zu unterrichten, ſondern dieſelben mußten in vier Abteilungen geſchieden werden, welche Trennung ſich beſonders für die oberſte Abteilung ſehr förderlich erwies.— Durch die größere Anzahl der Schüler, insbeſondere auch wegen der vermehrten Zabl derer, bei denen die Stimme ſchon mutiert hat, war es ſeit Michaelis 1878 möglich geworden, einen gemiſchten Chor einzuführen. Zur erfolgreichen Leitung eines ſolchen Chores iſt der Gebrauch eines Flügels unumgänglich noth⸗ wendig. Daher iſt denn auch im vorigen Herbſt durch Benutzung einer paſſenden Gelegenheit ein zwar nicht neuer, aber in recht gutem Zuſtande befindlicher Flügel aus der renomierten Fabrik von Blüthgen in Leipzig zu einem annehmbaren Preiſe angekauft worden. Bei den im verfloſſenen Jahre abgehaltenen Schulfeierlichkeiten wurde denn auch mit Vergnügen die günſtige Wirkung des neuen Geſangchors von den anweſenden Gäſten und Lehrern bemerkt.
Wenn wir der im letzten Schuljahre ſtattgefundenen Schulactus gedenken, ſo müſſen wir ſo⸗ wohl nach der Zeitfolge, als auch wegen der Wichtigkeit zuerſt eines Feſtes gedenken, welches wohl noch niemals gefeiert worden iſt. Es iſt dieſes die Feier der goldenen Hochzeit unſeres allge⸗ liebten Kaiſerpaares. Herr Pfarrer Wolff, der Religionslehrer der Anſtalt, hielt am 11. Juni v. J. in gemeinſamer Verſammlung der Lehrer und Schüler der Anſtalt, welcher auch viele Freunde der letzteren beiwohnten, die die Bedeutung des Tages in ergreifender Weiſe hervorhebende Feſt⸗ rede, welcher Declamationen und Geſang von mit der Feier des ſeltenen Tages in Beziehung ſtehenden Liedern vorausgegangen. Die beiden anderen Schulactus waren die ſeit längeren Jahren gewöhn⸗ lichen. Am 2. September hielt, wie bisher, der Unterzeichnete die Feſtrede, in welcher er ein hiſtoriſches Bild der Entſtehung und Entwickelung der früheren deutſchen Reichsarmee zu zeichnen verſuchte. Außerdem wechſelten bei der Feier in üblicher Weiſe Declamation von auf die Bedeutung des Tages Bezug nehmenden Gedichten und Geſang patriotiſcher Lieder mit einander ab. Am Nach⸗ mittage deſſelben Tages machte der Sängerchor der Anſtalt in Begleitung des Geſanglehrers und des Unterzeichneten einen Ausflug nach Schönſtadt, an dem ſich auch auf erfolgte Einladung mehrere Väter der Schüler beteiligten. Sehr ſchönes Wetter, heitere Stimmung und fröhlicher Geſang machten den Ausflug zu einem ſehr angenehmen. Am 20. März, an welchem allerhöchſter Anordnung zufolge die Feier des höchſt erfreulichen Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers und


