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Unter Mitwirkung des Gesangvereins Liedertafel und einiger Solisten wurde von dem Gesang- chor des Gymnasiums das Lied von der Glocke, komp. von Romberg, aufgeführt. Es folgte die Deklamation einiger Gedichte von Schiller und des Epilogs zur Glocke von Goethe. Die Festrede hielt Oberlehrer Dr. Metzen. Abends 8 Uhr wurde nach demselben Programm eine allgemeine Feier für das Publikum veranstaltet, bei der Oberlehrer Louis die Fest- rede hielt.
Am Sedantage, 2. September, zogen Lehrer und Schüler morgens um 9 Uhr unter Vorantritt des Trommler- und Pfeiferkorps der Schule nach dem neuen Marktplatz, wo Volks- und jJugendspiele abgehalten wurden. Professor Michel wies in einer Ansprache auf die Be- deutung des Tages hin. Die für den Nachmittag geplanten Ausflüge der einzelnen Klassen nach schönen Punkten der Umgebung mussten wegen des eingetretenen schlechten Wetters unterbleiben.
Die Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes fand am 16. Oktober statt.(Hierüber ist im zweiten Teil des Programms ausführlich berichtet).
Die Kaisers-Geburtstagsfeier wurde eingeleitet durch einen am 26. Januar abends 7 ½ Uhr von den Schülern der I und II unter Begleitung einer Musikkapelle und des Trommler- und Pfeiferkorps der Anstalt ausgeführten Zapfenstreich. Bei dem Festaktus am 27. Januar sprach der Unterprimaner Huth über die Beziehungen zwischen den Fürstenhäusern Hohen- zollern und Mecklenburg.(Der Verfasser der Arbeit Dorn(UI) war durch einen Todesfall in der Familie verhindert, den Vortrag selbst zu halten). Oberlehrer Fliegel behandelte in der Festrede das Thema: Die christliche Weltanschauung in den Reden unseres Kaisers. Bei dieser Feier zierte die von ehemaligen Schülern gestiftete Nachbildung der Laokoongruppe zum ersten Male die Aula. Der ÜUnterzeichnete sprach nach Schluss des Festaktus den Spendern im Namen der Anstalt seinen Dank für das schöne Geschenk aus.
Am 21. Februar beehrte Se. Exzellenz Herr Oberpräsident v. Windheim die Anstalt mit seinem Besuche. Er liess sich die Mitglieder des Kuratoriums und des Lehrerkollegiums vor- stellen und besichtigte eingehend den Neubau in allen seinen Teilen.
Aus Apnlass der silbernen Hochzeit unseres Kaiserpaares veranstaltete die Schule am 27. Februar vormittags 11 Uhr eine Schulfeier in der Aula, bei der Kandidat Paeckelmann eine auf die Bedeutung des Tages hinweisende Ansprache hielt.
Auch in diesem Jahre wurden in der Zeit von Aschermittwoch bis Palmsonntag in der Aula der Anstalt fünf populär-wissenschaftliche Vorträge teils von Mitgliedern des Lehrer- kollegiums, teils von auswärtigen Rednern gehalten. Die Schüler der Prima und Sekunda hatten hierzu unentgeltlich Zutritt, während das übrige Publikum Eintrittsgeld zahlte, das zunächst zur Bestreitung der Auslagen verwandt wurde. Der sich ergebende Ueberschuss fliesst dem Unterstützungsfonds zu(siehe VI 3).
Der Geburts- und Todestage der beiden dahingeschiedenen Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. wurde in den einzelnen Klassen in gebührender Weise gedacht.
5. Todesfälle. Gesundheltszustand.
Am 19. Juni 1905 starb ein braver und fleissiger Schüler der Quinta, Willi Bagdahn. Lebrer und Schüler der Anstalt gaben ihm am 22. Juni das Geleite zur letzten Ruhestätte.
Am 20. Februar verschied der Bürgermeister a. D. Schlitt. Während seiner 22jährigen Amtstätigkeit als Bürgermeister der Stadt und Vorsitzender des Kuratoriums, dem er auch nach seiner Amtsniederlegung bis zum November 1904 noch als Mitglied angehörte, hat er stets ein reges Interesse für die Entwickelung der Anstalt bewiesen und ganz besonders an ihrem Ausbau zur Vollanstalt kräftig mitgewirkt. Für alle Zeiten wird darum sein Andenken an der Schule in hohen Ehren stehen. Die ganze Anstalt erwies ihm bei der Beerdigung am 23. Februar die letzte Ehre. Möge ihm die Erde leicht sein.


