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aber führen wir ihr auch aus unserem Volke die Helden vor, die Gut und Blut für des Reiches Einheit, Freiheit und Grösse eingesetzt haben, und mahnen wir sie, ihnen nachzueifern und das Errungene treu zu wahren und zu mehren.
Und so lassen Sie mich denn Gottes Segen auf diesen Bau und alle, die in ihm lehrend und lernend tätig sein werden, herabwünschen und zum Schluss der Hoffnung Ausdruck geben, dass aus der Anstalt stets eine arbeitsame und arbeitsfreudige, körperlich und geistig gesunde Jugend hervorgehen werde, ein
Geschlecht voll Gottesfurcht und edler Duldsamkeit, ein Geschlecht, das, weann es dermaleinst not tun sollte, für der Nation heiligste Güter alles zu opfern bereit sein wird! Das walte Gott!
Als Vertreter der früheren Schüler, die eine erhebliche Summe zu einer Festgabe für die Schule aufgebracht hatten, sprach der Magistratsschöffe Herr Kaufmann Krepping.
Hochverehrter Herr Direktor Klau! Geehrte Herren des Lehrerkollegiums!
Es ist mir der ehrende Auftrag geworden, dem Gymnasium und Realprogymnasium die besten Glückwünsche der ehemaligen Schüler der hiesigen höheren Schule zu dem heutigen Festtage zu über- mitteln.— Wie die Einrichtung des Vollgymnasiums, so ist auch die Einweihung des neuen Gymnasial- gebäudes ein Markstein in der Geschichte der Schule, und mit Recht wird dieser Tag festlich begangen. Auch wir, die ehemaligen Schüler, wollten unsere Anhänglichkeit und Dankbarkeit der Anstalt, die den Grund zu unserm späteren Fortkommen gelegt hat, einen sichtbaren Ausdruck verleihen und beehren uns, der Schule ein Werk von künstlerischem Werte, eine Nachbildung der Laokoongruppe, als Festgabe darzubringen, die hier in der prächtigen Aula aufgestellt werden soll.
Der etwaige Ueberschuss der stattlichen Summe, die wir zusammengebracht haben, wird dem Unterstützungsfonds überwiesen werden.
Ich schliesse mit dem Wunsche, dass Ihre Tätigkeit, meine Herren, in diesem herrlichen Gebäude recht erfolgreich sei und die aus der Anstalt hervorgehenden Schüler dereinst als tüchtige Männer dem Staate, der Kirche und der Gemeinde dienen mögen. Das Gymnasium und Realprogymnasium möge stetig wachsen, fröhlich blühen und gedeihen! 5
Sodann überbrachte Herr Gymnasialdirektor Dr. Widmann aus Hadamar die Glück- wünsche der Nachbaranstalten in folgender Ansprache:
Hochverehrter Herr Kollege!
Es ist mir der ehrenvolle Auftrag geworden, im Namen der Nachbaranstalten von Hadamar, Montabaur und Oberlahnstein Ihnen die herzlichsten Glückwünsche bei der Weihe des schönen Hauses auszusprechen, von dem Sie heute Besitz ergreifen. Ich fasse sie kurz zusammen in den alten Bauspruch: „Baust Du ein Haus, mach' es auch aus!“ und erläutere diesen so:
Möge der edle Bau nicht bloss sein ein herrliches Denkmal des grossartigen Opfersinnes der Bürger- schaft von Limburg, eine Zierde und der Stolz der Stadt, sondern ein Abbild des edlen Geistes, der hier wohnt! Möge hier herrschen der gute Geist der Zucht, der Sitte und Religiosität, möge das Limburger Gymnasium sein eine Pflanzstätte wahrer Bildung und echter Wissenschaft, eine Schule der Erziehung zur Arbeitsamkeit und Pflichttreue, vor allem auch der unerschütterlichen Treue gegen König und Vaterland, der opferwilligen Liebe zu Kaiser und Reich!
Die Schlussrede hielt der Unterzeichnete:
Hochgeehrte Festversammlung!
Eine stolze Freude— wer könnte es mir verargen?— durchzog meine Brust, als der Herr Bürgermeister mir soeben mit dem Schlüssel die Verwaltung dieses Prachtbaues übergab. Hier, wo Natur und Kunst sich vereint haben, um ein allen Anforderungen der Neuzeit entsprechendes Gymnasialgebäude zu schaffen, hier in herrlicher Wald- und Bergluft, im flutenden Sonnenlicht, dem nirgends der Eintritt verwehrt ist, in Räumen, die durch ihre künstlerische Ausstattung das Auge entzücken, hier muss es eine Lust sein zu leben, zu lehren und zu lernen.
Wo immer aber aus diesem Hause der Blick hinausschweift, er bleibt gebannt haften an Limburgs stolzem Wahrzeichen, dem hohen Dome, und wie er selbst mit seinen sieben Türmen weit hinausragt über Erdendunst und Menschenwohnung, so weist er uns hinauf zu dem, der ewig oben thront, von dem alles menschliche Können und Gelingen hommt, von dem es heisst:„Wo Du das Haus nicht bauest,
3 arbeiten umsonst, die daran bauen.“ Gnädig hat seine schützende Hand über diesem Bauwerk gewaltet. Kein Blut, keine Träne ist hinein verbaut, und keine Erinnerung an einen Unglücksfall trübt die heutige Feststimmung. Unser erster Dank sei darum dem Allerhöchsten, wie es schon durch das Tedeum in den Gottes- häusern geschehen, so auch jetzt aus meinen bescheidenen Worten dargebracht.
Dass die kleine Stadt Limburg ein so herrliches Gebäude schaffen konnte, beweist einen blühenden Zustand des Gemeinwesens, und dieser ist im kleinen ein Abbild der Blüte, der sich unser gesamtes deutsches Vaterland erfreut. Hierzu aber hat es die glorreiche Regierung unseres Allergnädigsten Kaisers


