Aufsatz 
Medea, Tragödie von Seneca / im Versmaß des Originals übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen versehen von dem Gymnasiallehrer Dr. Karl Oßwald
Entstehung
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Da das Intereſſe an der großen Tagesfrage jedes andere in den Hintergrund drängte, und da ſowohl. den Lehrern als auch den Schülern die zu Eeiſtesarbeiten erforderliche Sammlung fehlte, ſo ließen wir im Herbſte des Vorjahrs den Redeactus ausfallen.

Durch Allerhöchſtes Decret vom 24. October 1870 wurde Herr Dr. Richard Haupt auf ſein Nachſuchen von ſeiner Dienſtſtelle am hieſigen Gymnaſium entlaſſen. Die Verwaltung der erledigten Stelle übertrug Großherzogliche Oberſtudien⸗Direction durch hohes Decret vom 31. October 1870 dem Gymnaſial⸗ acceſſiſten Herrn Dr. Heinrich Weyerhäuſer aus Nieder⸗Saulheim. Dieſer wurde am 9. No⸗ vember des Vorjahrs in ſeine Functionen eingewieſen; er übte dieſelben aber nur 2 Monate aus, da ihn Großherzogliche Oberſtudien-Direction unterm 29. December 1870 zum prov. Lehrer an der Großherzog⸗ lichen Realſchule zu Friedberg ernannte. Mit der Verſehung des vacanten Poſtens betraute die zu⸗ ſtändige Behörde durch hohes Decret vom 29. December 1870 Herrn Dr. Ferdinand Bender aus Darmſtadt, welcher an der Realſchule zu Friedberg fungierte. Der Letztgenannte trat am 9. Januar in ſeinen Wirkungskreis am hieſigen Gymnaſium ein. Seine Durchlaucht der Fürſt zu Yſen⸗ burg und Büdingen hatten die Gnade, ihn auf die erledigte Stelle zu präſentieren, und Seine König⸗ liche Hoheit der Großherzog geruhten, durch Allerhöchſtes Decret vom 25. Januar 1871 dem Präſentierten die landesherrliche Beſtätigung zu ertheilen.

Die Perſonalien des neuen Collegen laſſen wir hier folgen:

Ferdinand Bender, am 12. October 1847 zu Darmſtadt geboren, beſuchte bis zum Jahre 1857 eine Privatlehranſtalt, von da bis Herbſt 1864 das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt, worauf er, nach beſtandener Maturitäts⸗ prüfung, die Univerſität Heidelberg bezog, um klaſſiſche Philologie zu ſtudiren. Herbſt 1866 begab er ſich nach Gießen, wurde dort, wie vorher in Heidelberg, ordentliches Mitglied des philologiſchen Seminars und beſtand im Winter 1868/69 das Examen für das höhere Schulfach vom philologiſchen Standpunkte. Zugleich erlangte er die philoſophiſche Doctorwürde. Durch ein Reſcript Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction vom 3. Mai 1869 als Hilfs⸗ lehrer an die erweiterte Realſchule zu Friedberg berufen, ertheilte er dort in den klaſſiſchen Sprachen, ſowie im Engliſchen, in der Geſchichte und Geographie Unterricht; ein weiteres Reſcript Großherzogl. Oberſtudien⸗Direction er⸗ nannte ihn zum proviſoriſchen Lehrer am Gymnaſium zu Büdingen, und, nach vorhergegangener Präſentation Sr. Durchlaucht des Fürſten zu Yſenburg und Büdingen, erfolgte durch Großherzogliches Decret vom 25. Januar 1871 ſeine Ernennung zum definitiven Lehrer an derſelben Anſtalt.

Zu unſerem lebhaften Bedauern ſtieß kurz vor Weihnachten einem pflichteifrigen Collegen, Herrn Dr. Steinhäuſer, ein Uebel zu, welches ihn nöthigte, einige Wochen das Bett und mehrere Monate das Zimmer zu hüten und ſich der Ertheilung des Unterrichtes zu enthalten. In Folge davon erlitt der mathematiſche und naturwiſſenſchaftliche Unterricht in den oberſten Claſſen des Gyn⸗ naſiums eine längere Unterbrechung und empfindliche Störung. Der Geſundheitszuſtand der übrigen Lehrer und faſt aller Schüler war ein befriedigender.

An Geſchenken ſind der Anſtalt zugegangen:

1) durch geneigte Vermittelung Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction Beiträge zur Statiſtik des Großherzogthurs Heſſen, herausgegeben von der Großherzoglichen Centralſtelle für die Landes⸗Statiſtik. 8. Band. 3. Heft. Darmſtadt 1870, und 11. Band. Darmſtadt 1870, und G Notizblatt des Vereins für Erdkunde ꝛc. Jahrgang 1870. Nr. 97 bis Nr. 108 incl.; 2) von Großzherzoglicher Lberſtudien-Direction ſ Kamly, Elementar⸗Mathematik. 4 Theile. Breslau 1869 und 1870, Trappe, Schul⸗Arithmetik. Breslau 1868, Sauppe, Themen zu lateiniſchen Aufſätzen. 2. Auflage. Breslau 1868; 3) von Herrn Geheimen Oberſtudienrath Prof. Dr. Wagner

Eichert, Wörterbuch zu Curtius Rufus. Hannover 1870, 11