tun und hielt zur Feier der Heimkehr glänzende Feſtſpiele zu Ehren des Jupiter. Die Thaten der Helden wurde bei allen Stämmen des griechiſchen Volkes in Sage und Lied verherrlicht.
11. Doch Jaſon war fortan in der Heimath nicht glücklich. In der Vorausſetzung, daß der Held nicht wiederkehren werde, hatte Pelias deſſen greiſen Vater Aeſon gemordet; ſeine Mutter hatte ſich aus Gram darüber erhängt. Er ſelbſt war vor den Nachſtellungen des Thronräubers nicht ſicher. Da erbot ſich Medea, ihn zu rächen. Als Zauberkünſtlerin begab ſie ſich an den Hof des Pelias und beredete die Töchter desſelben, den greiſen Vater zu tödten, zu zerſtückeln und zu kochen, damit er auf dieſe Weiſe durch ihre Kunſt wieder verjüngt werde. Dieſe befolgten ihren Rath; allein der Alte war und blieb todt.
12. Durch dieſe Liſt war zwar der unrechtmäßige König aus dem Wege geſchafft; aber nicht Jaſon beſtieg den väterlichen Thron, ſondern Akaſtus, der Sohn des Gemordeten. Vor deſſen Zorn mußten Jaſon und Medea fliehen. Sie begaben ſich nach Korinth und lebten dort noch zehn Jahre mit einander in treuer Liebe vereinigt. Allein Kreuſa, die Tochter des Korinthiſchen Königs Kreon, fand Gefallen an dem ſchönen Helden und begehrte ihn zur Ehe. Jaſon ſelbſt wurde allmälig kälter gegen ſeine Gattin, die ihm doch ſo große Dienſte erwieſen hatte, und ließ ſich endlich zur Verſtoßung derſelben bewegen, um die Ehe mit Kreuſa zu ſchließen. Medea, die Jaſon ſchon mehrere Kinder geboren hatte, beugte der Gram über des Gatten Untreue tief darnieder; allein im Gefühle ihrer Zauberkraft raffte ſie ſich auf zur kühnen Rache. Der Vollzug derſelben iſt der Hauptgegenſtand des vorliegenden Drama's.
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