Aufsatz 
Der Neubau der Oberrealschule zu Kassel und die Feier der Einweihung
Entstehung
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Auch die Schüler gehen mit mehr Eifer und Nutzen an die Arbeit, wenn heitere Bilder sich dem kindlichen Geiste darbieten. Die heiteren Eindrücke machen das Herz froh, verschönen die Tage der Jugend und schaffen, dass die Erinnerung an die goldene Schulzeit noch bis in das Alter hinein wie ein Schatz gepflegt wird, dem man Stärkung und Frische und Freudigkeit ent- nehmen kann.

Denn wem kein freundliches Erinnern Zurückbleibt aus der Jugendzeit,

Dem fehlt der frische Trieb im Innern Zu rechter Lebensfreudigkeit.

So möge denn ein lebensfreudiges und frisches, ein gesundes und starkes Geschlecht, das klaren Blicks in die Welt schaut, in diesem neuen Heim heranwachsen, ein Geschlecht, das den Aufgaben, die das 20. Jahrhundert stellen wird, gewachsen ist, das tüchtige Bürger der Stadt Cassel, treue deutsche Männer dem Vaterlande liefert!

Wenn wir, jeder für sein Teil, Lehrer wie Schüler, hierzu mitwirken, so wird dies der beste Dank sein, den wir der freigebigen Spenderin, der unter umsichtiger Leitung kräftig heran- blühenden Residenz Cassel, für das fürstliche Geschenk, das sie uns heut darbringt, abstatten können.

Damit diese unsere Arbeit im rechten Sinne geschehe, dazu lassen Sie uns unsere Herzen zu Gott erheben und ihn anrufen, dass er das Werk unserer Hand segnen möge, damit unser Wirken in seinem Sinne geschehe, der Stadt zum Segen, dem Vaterland zum Heile!

Mit der Hymne von RinckPreis und Anbetung sei unserem Gott schloss die Feier, der sich ein Rundgang der Gäste unter Führung des Direktors anschloss.

Abends fand im grossen Saale des Lesemuseums ein Festessen statt, bei dem das König- liche Provinzial-Schulkollegium, die städtischen Behörden und Körperschaften, die Lehrerkollegien der anderen Schulen Cassels vertreten waren und an dem sich eine sehr grosse Anzahl früherer Schuler der Anstalt sowie das Lehrerkollegium der Oberrealschule beteiligten. Von den früheren Lehrern der Schule hatten wir die Freude Herrn Oberlehrer a. D. H. Stern und Herrn Real- gymnasial-Direktor Walter, welcher eigens zu dem Zwecke aus Frankfurt a. M. herbeigeeilt war, bei dem Feste zu sehen.

Die Reihe der Trinksprüche wurde durch Se. Excellenz dem Herrn Oberpräsidenten Magde- burg mit einem Hoch auf den Kaiser eröffnet, dem eine lange Reihe anderer Reden ein Kollege hat ihrer 20 gezählt folgten. Das Königliche Provinzial-Schulkollegium feierte Herr Oberbürgermeister West erburg, die Stadt liess der unterzeichnete Direktor leben, Herr Provinzial-Schulrat Dr. Pähler brachte ein Hoch auf den Herrn Oberbürgermeister aus, Herr Kommerzienrat Pfeiffer, ein alter Schüler der Anstalt, weihte sein Glas der heranwachsenden Jugend, Herr Prof. Feitel gedachte in gebundener Rede der Verdienste der Erbauer der Schule, der Herren Baurat v. Noël, Stadtbauinspektor Fabarius und Architekt Ebert.

Verschönt wurde das fröhliche Fest, das von einem Festausschusse unter dem Vorsitz des Herrn Stadtratsmitgliedes Karl Has sorgfältig und geschickt vorbereitet worden war und von letzterem geleitet wurde, noch durch den Gesang von Liedern, welche Kollegen der Anstalt ge-

dichtet hatten.. 2. Direktor Dr. Quiehl.