Aufsatz 
Der Neubau der Oberrealschule zu Kassel und die Feier der Einweihung
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7.

kalischen Unterricht doch wohl nur beim Gebrauch von Bunsenelementen benutzt. Da wir mit dem städtischen Elektrizitätswerk in Verbindung stehen und Akkumulatoren besitzen, setzen wir Bunsenelemente nicht mehr in Thätigkeit. Zum Anwärmen elektrischer Apparate dient uns im Winter eine über dem Heizkôrper der Niederdruckdampfheizung angebrachte eiserne Gitterplatte. Ferner ist zu jeder Zeit der nicht weit vom Experimentiertisch im Vor- bereitungszimmer stehende Gasofen(g) hierzu vorzüglich geeignet. Die von den Flammen desselben ausgehenden und von dem Reflektor zurückgeworfenen Wärmestrahlen erwärmen z. B. eine Elektrisiermaschine in wenigen Minuten. Wegen des Fehlens der Warmevor- richtung gab es im Tische Raum für ein weiteres grösseres Schränkchen mit 2 Thüren. Ausser diesem sind noch 2 kleinere einthürige Schränkchen und 2 Reihen mit je 4 Schieb- laden im Unterbau des Tisches angebracht. Zum gewoöhnlichen Verschluss der Thüren dienen Schnappschlösser, die durch blossen Zug an den Thüren sich öffnen. In der Mitte unter der Tischplatte findet sich ein freier Raum.

Die aus Eichenholz gearbeitete Platte des Tisches enthält an einer seitlichen Stelle eine Schieferplatte als Einlage, welche bei Versuchen mit Flüssigkeiten, die dem Holze nach- teilig werden können, Verwendung findet. Statt der vielfach angebrachten Vertiefung für Quecksilber, die ein Durchbrechen der Tischplatte nétig macht, benutzen wir eine grosse, hölzerne, polierte Wanne, die nach Art einer Schieblade in dem grossen Schränkchen des Tisches untergebracht ist. In derselben Weise wird dort eine aus starkem Zinkblech gear- beitete Wanne aufbewahrt, die im Boden eine Offnung mit Ventil hat. Beim Gebrauch(zu Versuchen mit Wasserstrahlen u. s. w.) wird die Wanne so auf den Tisch gelegt, dass die Bodenöffnung sich über dem Wasserausguss des Tisches befindet.

Auf der einen Seite des Tisches ist ein Stöpselkontakt angebracht, der durch unter dem Fussboden zugeführte Leitungsdrähte mit der Leitung des Elektrizitätswerks verbunden ist. Der zugehörige Unterbrecher, ebenso ein zweiter Stöpselkontakt, findet sich an der nächst- gelegenen Wand(bei y); dort sollen auch ein Regulierwiderstand und ein Amperemeter noch Aufstellung finden.

Der am Tisch befindliche Stöpselkontakt kann mit 2 Messingschienen verbunden werden, die in die Tischplatte zur Stromleitung eingelassen und zur Vermeidung von Kurz- schlüssen mit Holz gedeckt sind. Diese Schienen enthalten Bohrungen, in welche Stöpsel mit Klemmschrauben zur Stromentnahme eingesetzt werden können. An der andern Schmalseite des Tisches, beim Fenster, sind die Klemmen zu den Zuleitungsdrähten für das Spiegel- galvanometer.

Der Experimentiertisch steht unmittelbar auf dem Fussboden. Die Rohren für Wasserzu- und-abfluss, für die Gasleitung und für die elektr. Leitung finden sich unter dem Fussboden zwischen den Schienen des fahrbaren Tisches. Sie sind, da der Fussboden dort durch eine abnehmbare Platte gebildet wird, jederzeit zugängig.

Eine Ergänzung findet der Experimentiertisch in einem gleich hohen und gleich breiten fahrbaren und mit einem Schränkchen versehenen Tisch. Dieser Tisch läuft mit Rollen auf Schienen. Letztere gehen in der Richtung des Experimentiertisches durch das Vorbereitungs- zimmer und das ganze Sammlungszimmer hindurch. Mit dem Ergänzungstische kann man bequem grössere Apparate oder Zusammenstellungen von solchen aus dem Sammlungszimmer in das Lehrzimmer fahren und wieder wegbringen. Der ausgedehnte freie Raum, der in der Richtung des Experimentiertisches durch beide Nachbarzimmer hindurch zur Verfügung