Aufsatz 
Des Friedrichs-Gymnasiums Lehrplan für den deutschen Unterricht
Entstehung
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der Direktor mit dem Geſangvereine der Primaner einen dreitägigen Ausflug über Frankfurt und Wiesbaden nach dem Nationaldenkmal bei Rüdesheim und nach Köln.

Am 15. Auguſt ſchied infolge ſeiner Beförderung zum Pfarrer in Gersfeld der Kaplan Hoff⸗ mann von dem Friedrichs⸗Gymnaſium, an welchem er 14 ½ Jahre lang den katholiſchen Religions⸗ unterricht mit großer Treue und beſtem Erfolge erteilt hatte. An ſeine Stelle trat am 14. September der Kaplan Martin.

Ludwig Martin, geboren zu Eiſenach am 12. Dezember 1853, beſuchte das Gymnaſium daſelbſt bis Oſtern 1870, von da ab drei Jahre lang das Biſchöfliche Knabenſeminar zu Fulda bis zur Abſolvierung der Gymnaſial⸗ ſtudien, trat Oſtern 1873 in das Prieſterſeminar zu Fulda, verblieb daſelbſt bis zur Aufhebung desſelben im Januar 1875, ſtudierte darauf Theologie in Würzburg bis Oſtern 1878. Von Oſtern 1878 1879 war er Kooperator in Geiſa(Sachſen⸗Weimar), von Oſtern 1879 bis 1884 Erzieher auf Schloß Neuenburg bei Erlangen, dann bis 16. Auguſt 1886 Kaplan in Hünfeld.

Zur Feier des Sedanfeſtes am 2. September fand vormittags ein Schulakt in der Aula ſtatt mit patriotiſchen Geſängen und mit einem Vortrage des Gymnaſiallehrers Prätorius über die Belagerung von Paris während des letzten Krieges. Nachmittags unternahm die Anſtalt unter Beteiligung von zahlreichen Angehörigen einen Ausflug der Lehrer und Schüler des Gymnaſiums in den Habichtswald.

Von 23. Auguſt bis zum 4. September war der Oberlehrer Dr. Zuſchlag als Mitglied der Kommiſſion für Einjährig⸗Freiwillige genötigt, ſeine Wirkſamkeit am Gymnaſium einzuſchränken.

Das Sommerhalbjahr wurde am 25. September geſchloſſen. An dieſem Tage ſchied auf ſeinen Antrag der Lehrer Temme von der Anſtalt, um welche er ſich durch 27jährige Leitung des Geſang unterrichtes wohlverdient gemacht hatte. Mit herzlicher Zuſtimmung übermittelte der Direktor dem ſcheidenden Kollegen den wohlverdienten Ausdruck des Dankes und der Anerkennung, mit welchem Königliches Provinzial⸗Schulkollegium dem Entlaſſungsgeſuche unſeres trefflichen Kollegen und Freundes entſprochen hatte.

Das Winterhalbjahr begann am 11. Oktober. Die Beſorgung des Geſangunterrichtes wurde von da ab für die Klaſſen Prima bis Quarta dem Hülfslehrer Dr. Brede, für die Klaſſen Quinta und Sexta dem Elementarlehrer Bättenhauſen übertragen.

Kandidat Thies verblieb auf ſeinen Wunſch auch nach Ableiſtung ſeines Probejahres als Hülfs⸗ lehrer bei dem Gymnaſium.

Die herkömmliche gemeinſchaftliche Feier des heiligen Abendmahles wurde von den evangeliſchen Lehrern und Schülern des Gymnaſiums am Sonntag den 7. November in der St. Martinskirche begangen.

Am 11. November wohnte Herr Provinzial⸗Schulrat Dr. Lahmeyer dem Unterrichte in einigen Klaſſen bei.

Die Chriſttagsferien dauerten vom 23. Dezember 1886 bis zum 6. Januar 1887. Am Tage vor Beginn dieſer Ferien wurde wie alljährlich eine Weihnachtsandacht gehalten.

Am 7. Januar 1887 erlag der Oberprimaner Adolf Schuchhard den langen, ſchweren Leiden, welche ihn ein Jahr zuvor betroffen hatten, als er ſich eben zum Eintritt in die Entlaſſungsprüfung anſchickte. Seine früheren Lehrer von beiden Gymnaſien ſowie der Direktor des Wilhelms⸗Gymnaſiums nebſt den Primanern beider Anſtalten erwieſen dem trefflichen Jüngling und allezeit wackeren Schüler die letzte Ehre, und der Primaner⸗Geſangverein ſang auf dem Friedhofe dem geliebten Freunde einige Lieder ins Grab nach.

Die Entlaſſungsprüfung wurde in ihrem ſchriftlichen Teile vom 31. Januar bis zum 5. Februar, in ihrem mündlichen Teile am 8., 9. und 10. März unter dem Vorſitze des Herrn Provinzial⸗Schulrates Dr. Lahmeyer abgehalten.

Im Februar waren der Oberlehrer Dr. Kius 14 Tage lang durch eine militäriſche Dienſt⸗ leiſtung und der Direktor 6 Tage lang durch Krankheit an der Beſorgung ihrer Lehrſtunden gehindert.

Am 21. Februar als am Faſtnachtstage fiel der Unterricht aus.