Aufsatz 
Des Friedrichs-Gymnasiums Lehrplan für den deutschen Unterricht
Entstehung
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III. Chrönik des Gymnaſiums.

Mit dem Ablaufe des Oſter⸗Schuljahres 1885/86 trat für das Lyceum Fridericianum die lange erſehnte Befreiung von der viele Jahre hindurch mühſam getragenen Überfüllung endlich ein. Gemäß höherer Anordnung ſollte dasſelbe an dieſem Termine die größere Anzahl ſeiner Lehrer und Schüler zur Errichtung eines zweiten hieſigen ſtaatlichen Gymnaſiums abgeben. Am 14. April verſammelte ſich daher nach Beendigung der öffentlichen Prüfung der Oſterklaſſen noch einmal der geſamte Schulkörper des Lyceum Fridericianum in der Turnhalle zu einer gemeinſamen Schlußandacht mit Geſang, Verleſung des 121. Pſalmes und Gebet des Direktors. Hierauf richtete der Direktor an die in das neue Gymnaſium übergehenden Schüler eine Anſprache und entließ dieſelben feierlich aus dem Verbande des Lyceum Fridericianum. Nach Beendigung dieſes einfachen, ergreifenden Schulaktes nahm der Direktor im Namen des Gymnaſiums in einer letzten Lehrerkonferenz auch von den abgehenden Lehrern Abſchied.

Aus dem Lehrerkollegium gingen an das neue Wilhelms⸗Gymnaſium über: die Oberlehrer Profeſſor Dr. Auth I(demſelben war kurz vorher der Profeſſortitel verliehen worden), Dr. Prätorius I, Dr. Krämer, Dr. Auth II, Püttgen und Wagner, die öordentlichen Lehrer Dr. Langsdorf, Manns, Zülch, Franz, Dr. Eigenbrodt, Bochröder und Bleckmann, der wiſſenſchaftliche Hülfslehrer Sunkel, der Hülfslehrer für ev. Religionslehre Pfarrer Fürer und der Elementarlehrer Stern.

Die wiſſenſchaftlichen Hülfslehrer Reinhard und Dr. Wolſcht ſchieden zu derſelben Zeit aus dem Lehrerkollegium, jener um an das Gymnaſium zu Marburg, dieſer um an dasjenige zu Dillenburg überzugehen.

Die Probekandidaten Sandrock und Roßbach hatten ſchon am 31. März nach Ableiſtung ihres Probejahres die Anſtalt verlaſſen.

Bei der Eröffnung der neuen Schuljahres, welche am Montag, dem 3. Mai 1886 in herkömmlicher Weiſe ſtatt fand, zählte das Lehrerkollegium des Friedrichs⸗Gymnaſiums folgende Mitglieder: den Direktor Dr. Vogt; die vier Oberlehrer Prorektor Profeſſor Dr. Weber, Riedel, Dr. Zuſchlag und Dr. Paulus I: die fünf ordentlichen Lehrer Dr. Kius(Bibliothekar), Stoll, Hüpeden, Paulus II. und Dr. Heermann, die zwei wiſſenſchaftlichen Hülfslehrer Prätorius und Dr. Brede und den Elementarlehrer Bättenhauſen,; außerdem als Hülsslehrer für katholiſchen Religionsunterricht den Kaplan Hoffmann, für Zeichenunterricht den Lehrer Wenzel vom Wilhelms⸗Gymnaſium und für Geſangunterricht den Lehrer Temme. Zur Ableiſtung ihre pädagogiſchen Probejahres waren dem Gymnaſium zugewieſen Ludwig Thies(ſeit dem 1. Oktober 1885), Philipp Schäfer und Johannes Rowecki. Als Rechnungsführer verblieb der Oberlehrer a. D. Profeſſor Schorre dem Gymnaſium.

Guſtav Hüpeden, geboren zu Caſſel am 23. Februar 1850, ref. Konf., beſuchte das hieſige Gymnaſium, ſtudierte zu Marburg Theologie und Philologie und beſtand daſelbſt die Prüfung pro facultate docendi. Nachdem er ſein Probejahr als Hülfslehrer an der höheren Bürgerſchule zu Schmalkalden abgeleiſtet hatte, verblieb er als Hülfs⸗ lehrer und ſeit Auguſt 1878 als ordentlicher Lehrer an derſelben Anſtalt und wirkte dann ſeit Michaelis 1879 in gleicher Eigenſchaft am Gymnaſium zu Rinteln. 1

Karl Wenzel, geboren zu Hoheneiche(Kr. Eſchwege) am 28. Mai 1850, ev. Konf., erhielt ſeine Vorbildung im Seminar zu Homberg. Nach beſtandener Prüfung(Oſtern 1871) wirkte er kurze Zeit als Lehrer in Struth(Kr. Schmalkalden), dann ſeit Juli 1871 in Eſchwege, endlich ſeit Oſtern 1872 an der hieſigen Mädchen⸗Bürgerſchule II. Daneben bildete er ſich durch Beſuch der hieſigen Zeichen⸗Akademie zum Zeichenlehrer vor und wurde dann zu Oſtern 1886 als Hülfslehrer für Zeichen⸗ und Schreibunterricht an den beiden hieſigen Gymnaſien proviſoriſch angeſtellt.

Der katholiſche Religionsunterricht, der Religionsunterricht für die jüdiſchen Schüler und der Zeichenunterricht für die Schüler der oberen Klaſſen wird den Schülern des Friedrichs⸗Gymnaſiums gemeinſchaftlich mit denen des Wilhelms⸗Gymnaſiums und zwar in dem Schulgebäude dieſer letzteren Anſtalt erteilt.,