Aufsatz 
Des Friedrichs-Gymnasiums Lehrplan für den deutschen Unterricht
Entstehung
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Quinta.

Sexta.

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3. Interpunktion nach Maßgabe des betreffenden handſchriftlich ergänzten Anhanges in dem Normal⸗Exemplare von Hopf und Paulſieks Leſebuche. Hopf und Paulſiek, S. 259261.

4. Lektüre. Vorbemerkung: In dem nachſtehenden Kanon ſind von den in der Klaſſe zu behandelnden Gedichten zunächſt diejenigen aufgeführt, welche dem Gedächtniſſe der Schüler feſt einzuprägen ſind und von denen die beſonders bezeichneten durch fortlaufende Wiederholung gleichſam zu einem eiſernen Beſtande zu machen ſind.

In beſtimmter Abſicht ſind hauptſächlich ſangbare Lieder ausgewählt, und zwar ſolche, welche bereits als ein Gemeingut des ganzen deutſchen Volkes angeſehen werden dürfen. Dieſe ſollen alſo in erſter Linie der Jugend als ein feſter und bleibender Schatz fürs Leben mitgegeben werden. Auf dieſem Wege will die Schule einerſeits die Sangesluſt der Jugend in richtige Bahnen leiten, andererſeits dem Geſange, der bei Feſten und Ausflügen oft nur darum kläglich ſcheitert, weil der Liedertext nicht genügend bekannt iſt, eine kräftige Stütze ſchaffen. Es iſt Sache des Geſanglehrers, in dem Geſangunterrichte dieſe Lieder ganz beſonders zu berückſichtigen und auch auswendig ſingen zu laſſen.

Eine zweite Reihe von Gedichten des Kanons umfaßt ſolche, die in der Klaſſe wenigſtens durch⸗ genommen und erklärt werden müſſen, ſo daß der Lehrer im ſpäteren Unterrichte bei entſprechender Ge⸗ legenheit dieſen Stoff als bekannt vorausſetzen und auf denſelben zurückgreifen kann.

Was den Kanon der Proſaſtücke anlangt, ſo ſei bemerkt, daß diejenigen Stücke bevorzugt ſind, die zu dem übrigen Lehrſtoffe der betreffenden Klaſſe inhaltlich in Beziehung ſtehn. Der Lehrer ſoll alſo, an Bekanntes anknüpfend, das bereits angeregte Intereſſe des Schülers ausnutzen und die bereits gewon⸗ nenen Kenntniſſe nun weiter ausbauen und vertiefen. Um den Kanon alſo richtig zu benutzen, wird ſich der Lehrer, wenn auch nur auf Grund des Klaſſenbuches, über den Gang des Unterrichtes in den anderen Lehrfächern unterrichten müſſen. Außerdem wird noch darauf hingewieſen, daß auch diejenigen Stücke, welche im deutſchen Unterrichte nicht zu ausführlicher Beſprechung gelangen, beſonders ſolche geſchichtlichen und mythologiſchen Inhalts, inſofern zu verwerten und nutzbar zu machen ſind, als ſie der Privatlektüre zugewieſen werden. Auf dieſe Weiſe ſoll der Schüler im Laufe des Jahres völlig mit ſeinem Leſebuche vertraut werden, und der Lehrer hat Gelegenheit einen ſehr weſentlichen Teil der Privatlektüre*) ſeiner Schüler planmäßig zu geſtalten und durch kantrollierende Fragen die Schüler anzuleiten, daß ſie auch bei der Privatlektüre gründlich und verſtändig zu Werke gehen.

1. Lektüre von Gedichten. a. Kanon der auswendig zu lernenden Gedichte(Nr. 16 ſind ſangbare Gedichte): 1. Nr. 94. Der gute Kamerad. Von Uhland. 3. Nr. 141. Des Knaben Berglied. Von Uhland. 2. 137. Der Schütz. Von Schiller. 4. 143. Die Wacht amRhein. Von Schneckenburger. *) Auch im übrigen ſuche der Lehrer einen Einfluß auf die deutſche Privatlektüre ſeiner Schüler zu gewinnen und wirke dahin, daß dieſelbe nicht nur dem Alter des Schülers entſpreche, ſondern womöglich in einem gewiſſen Zuſammen⸗ hange mit dem Klaſſenpenſum bleibe. Es empfiehlt ſich daher, auf Grund des Katalogs der Schülerbibliothek ſowie der einzelnen Klaſſenpenſen einen die verſchiedenen Klaſſenſtufen auseinanderhaltenden Kanon ſolcher Werke zuſammenzuſtellen, die ein jeder Schüler im Laufe ſeiner Schulzeit geleſen haben ſollte. Vergl. G. Ellendt, Katalog für die Schülerbiblio⸗ theken höherer Lehranſtalten nach Stufen und Wiſſenſchaften geordnet. 3. Auflage. Halle 1886.