Aufsatz 
Des Friedrichs-Gymnasiums Lehrplan für den deutschen Unterricht
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

2, Veenoneton. Der grammatiſche Anhang des Leſebuches. 4. Lektüre.

Leſebuch: J. Hopf und K. Paulſiek, Deutſches Leſebuch für Gymnaſien, Real⸗ und höhere Bürgerſchulen. Berlin. Groteſche Verlagsbuchhandlung, bezw. E. S. Mittler und Sohn. Von dieſem Leſebuche liegt dem Unterrichte zugrunde in:

Sexta: Erſter Teil. Erſte Abteilung.

Quinta: Erſter Teil. Zweite Abteilung.

Quarta: Erſter Teil. Dritte Abteilung.

Tertia: 1. Zweiter Teil. Erſte Abteilung. 2. Erſter Teil. Dritte Abteilung.

Secunda und Prima: Zweiter Teil. Zweite Abteilung.

Es ſoll möglichſt darauf hingewirkt werden, daß die Schüler ihr deutſches Leſebuch während der ganzen Dauer ihres Gymnaſialbeſuches in ihrem Beſitz behalten.

Außerdem dienen zur Lektüre einzelne Stücke und Gedichtſammlungen*), nämlich in:

Obertertia: Schillers Gedichte.

Untersekunda: Uhlands Balladen und Herzog Ernſt. Schillers Gedichte und Wilhelm Tell.

Obersekunda: Goethes Gedichte, Hermann und Dorothea, Götz von Berlichingen und Egmont. Schillers Jungfrau von Orleans.

Unterprima: Leſſings Minna von Barnhelm.

Oberprima: Goethes Gedichte, Taſſo und Iphigenie. Schillers Gedichte, Wallenſtein und Braut von Meſſina.

C. Lehrziel.

Das Ziel des deutſchen Unterrichtes**) iſt:

1. Kenntnis der wichtigſten Geſetze der Formenlehre und der Syntax der deutſchen Sprache, ſo weit eine ſolche für jeden Gebildeten erforderlich iſt, wenn er in Fällen des Zweifels nicht dem Zufall und dem ſubjektiven Belieben preisgegeben ſein will.

2. Bekanntſchaft mit den Hauptepochen unſerer Litteratur auf Grund zweckmäßig gewählter Lektüre; Verſtändnis der bedeutendſten Dichtungen, aus denen beſonders Wertvolles durch Auswendig⸗ lernen als ein unverlierbares Eigentum aus der Schule mitgenommen werden ſoll; Bekanntſchaft mit den hauptſächlichſten Kunſtformen der Dichtung.

3. Die Fähigkeit, nicht nur geläufig, korrekt und ſinngemäß zu leſen, ſowie Auswendiggelerntes vorzutragen, ſondern auch über einen ſelbſtändig durchdachten Stoff in zuſammenhängender Rede ſich auszuſprechen.

4. Die Fähigkeit, ein nicht zu ſchweres Thema richtig aufzufaſſen und mit eigenem Urteile in logiſcher Ordnung und in angemeſſener, fehlerfreier Schreibart zu bearbeiten.

*) Für dieſe einzelnen Stücke und Gedichtſammlungen empfehlen ſich ganz beſonders durch gute Ausſtattung, les baren Druck und wohlfeilen Preis die Ausgaben von O. Hendel in Halle aus derBibliothek der Geſamtlitteratur des In⸗ und Auslandes zu je 25 Pfennigen.

*) Vergl. Lehrpläne für die höheren Schulen vom 31. März 1882.