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den geringen für Neuanschaffungen verfügbaren Mitteln die Bibliothek nicht genügend erweitert werden. Als daher nach Froraths Tode Professor Muth aus Wiesbaden Rektor wurde, bemühte er sich vor allem um eine Erhöhung der Summe, und erreichte auch. daß sie bedeutend vergrößert und noch durch außerordentliche Kredite zur Anschaffung von Klassikern verstärkt wurde. W eniger glücklich war Muth in seinen Bemühungen um Erlangung der Dubletten der Weilburger Gymnasialbibliothek, da der Gymnasialdirektor Friede- mann ihm scharfen Widerstand entgegensetzte und ihm schließlich nur sechs ziemlich wertlose Werke zugestand. ²*)
Muths Nachfolger, der Rektor, spätere Direktor Kreizner, er- langte ebenfalls außer einer abermaligen Erhöhung der regelmäßig ausgeworfenen Summe aufserordentliche Beihilfen, sodaß seit 1844 jährlich 400 bis 1000 Gl. für die Bibliothek verwandt wurden, eine Summe, die nach 1852 allmählich wieder auf 250 Gl. herabge- mindert wurde..
Im Jahre 1844 berichtet der damalige Bibliothekar Kolla- borator Meister über bedeutende Schäden, die der Wurmfraß unter den Büchern der Bibliothek angerichtet habe. Ausgegangen sei das Verderben von den Werken, die aus den Bibliotheken der Hada- marer Klöster ³*) und des Gymnasiums zu Montabaur in unsere Sammlung übergegangen seien, besonders befördert worden aber sei die Verbreitung des Wurmes durch den von dem Buchbinder Jurany angewandten Kleister. Mit Jurany hatte nämlich Rektcr Fro- rath im November 1835 einen Vertrag geschlossen, den jener aber so schlecht erfüllt hatte, daß 1842 auf Meisters Veranlassung ihm die Arbeit abgenommen und ein neuer Vertrag mit dem Buchbinder Körner in Hadamar abgeschlossen worden war. Es erfolgte damals Ausscheidung einer Anzahl älterer Werke; für das Neubinden der anderen wurden dem Buchbinder Körner 110 Gulden bewilligt.
2*) Friedemanns Bericht enthält u. a. die folgende Bemerkung:
Ja es giebt sogar Lehrer, deren Namen angeführt werden könnten, welche zu ihren Unterrichtsstunden allerlei alte Bücher aus dem sechzehnten Jahr- hundert zusammensuchen, statt die aus dem neunzehnten zu brauchen, und ein solcher befindet sich jetzt zu Hadamar.
3*½) Vgl. Wagners Geschichte des Fürstentums Hadamar zte Aufl. 1863 Bd. II. S. 493 Anmerkung.


