Aufsatz 
Geist, Ziele und Mittel der Gymnasialbildung / von Adalbert Becker
Entstehung
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haben ſehr hervorragende bildende Kraft. Es iſt zu erwarten, daß die jetzt erwachenden Beſtrebungen, die Geſetze der Didaktik wieder mehr auf die Erkenntnis der Geſetze der pſychiſchen und logiſchen Seelenvorgänge zurückzuführen oder davon abzuleiten, auch freiere, von der augenblicklichen Lektüre ſich angemeſſen entfernende Sprach⸗ übungen aus dem angedeuteten Geſichtspunkte empfehlen. So vertritt denn auch Arthur Jung in ſeinen Materialien zu ſchriftlichen und mündlichen Übungen im lateiniſchen Ausdruck für Obertertia und Unterſekunda zwei ſehr wichtige Grundſätze, wenn er einerſeits daran feſthält, daß ſich die Übungen im lateiniſchen Ausdruck an die Lektüre anzuſchließen haben, beſonders weil dieſer Grundſatz von den Unter⸗ richtsbehörden ausgeſprochen ſei, andrerſeits die Anſicht vertritt, daß es nicht vorgeſchrieben werden könne, wie dieſer Anſchluß im einzelnen auszuführen ſei.„Es würde eine Auslegung des in Rede ſtehenden Grundſatzes nach dem Buchſtaben und nicht nach dem Geiſte ſein“, ſagt Jung mit vorurteilsfreiem Verſtändnis einer alle Erfahrungen vermittelnden Methode,„wenn die Extemporalien(fügen wir er⸗ weiternd hinzu: die Schularbeiten) nur noch Variationen des während der Woche abſolvierten Penſums der Klaſſenlektüre ſein ſollten. Es mögen auch ſolche Übungen von Nutzen ſein; aber ein ausſchließliches Betreiben derſelben müßte den Schüler an eine verwerfliche Abhängig⸗ keit von dem gewöhnen, was er ſoeben gelernt hat. Soll dieſe Ab⸗ hängigkeit vermieden werden, ſo müſſen immer größere Kreiſe um den Mittelpunkt der Lektüre gezogen, ſo muß dieſelbe nach Inhalt und Form ſo für die ſchriftlichen Ubungen verwandt werden, daß auf der einen Seite die auf dieſem Wege zu erreichende Konzentration ſtets im Auge behalten, auf der andern Seite aber zugleich eine größere Freiheit der Bewegung immer mehr angeſtrebt wird.“ So bezweckt denn Jung, daß der Schüler nicht in der augenblicklichen Lektüre, einem nach Inhalt und ſprachlicher Form beſchränkten Stoffe, gefangen gehalten wird, ſondern daß ſich„als Ergebnis der bisherigen der Aneignung von Sprache und Sachen gewidmeten Arbeit in dem Geiſte des Schülers ein gewiſſer eiſerner Beſtand feſtſetze, auf den der Lehrer der oberſten Stufen mit Sicherheit rechnen kann.“ Übungen dieſer Art— ſeien ſie mündlich, was beſonders zu empfehlen iſt, oder ſchriftlich— ſtützen ſich z. B. in der Tertia zwar beſonders