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Herr Schreiber: am 3. März in Seelbach über die Auswahl von Rindvieh zur Zucht.
Herr Wagner: im Weilburger Winterſchulverein am 15. November über die Preisverhältniſſe der Kraftfuttermittel, am 24. Januar über neue Erfahrungen über Kalidüngemittel, am 21. Februar über neue Verſuche über Stickſtoffbüngung und am 3. März in Seelbach über Aufzucht von Kälbern.
Herr Schmidt: am 13. Dezember im Weilburger Winterſchulverein über Behrings Anſichten über die Tuberkuloſe.
Herr Haſelier: am 13. Dezember im Weilburger Winterſchulverein über den Wert der Geflügelhaltung, am 11. Februar in Seelbach über Beſchaffung von Grünfutter.
4. Der Wetterdienſt der Landwirtſchaftsſchule.
. Die Einrichtungen und Arbeiten des Weilburger Wetterdienſtes zeigten im verfloſſenen Jahre wieder einen entſchiedenen Fortſchritt. Die in den Anfangsjahren gewonnenen Erfahrungen konnten in dieſem Jahre zum erſtenmale zuſammengeſtellt und verarbeitet werden. Dazu kam eine Ver⸗ beſſerung der Beobachtungsinſtrumente und die Neueinrichtung, daß eine im Laufe des Jahres ſteigende Zahl von Beobachtern meteorologiſcher Stationen gewonnen werden konnte, täglich über das Wetter ihrer Gegend in einheitlicher Weiſe zu berichten..
Die wichtigſte Folge war, daß die Vorausſagen weſentlich gleichmäßiger eintrafen als früher. Gänzliche Fehlſchläge der Vorausſage ſind gar nicht, ſolche für einzelne Witterungselemente, z. B.
en Regen, nur ſelten vorgekommen.
In Weilburg trafen nach einer ſachlichen und zweckentſprechenden Berechnung die Voraus⸗ ſagen im Durchſchnitt des ganzen Jahres mit 89% ein. Die geringſten Treffer zeigte der Oktober mit 83%, die meiſten der Dezember mit 96%. Während der Monate Oktober bis Dezember war durch das Vorhandenſein einer hinreichenden Anzahl der oben erwähnten täglichen Wetterberichte die Möglichkeit geboten feſtzuſtellen, in welchem Maße die Vorausſagen auch für das übrige Lahngebiet eintrafen. Es ergaben ſich für dieſes Vierteljahr im ganzen Lahngebiet im Durchſchnitt 88% Treffer (in Weilburg für den gleichen Zeitraum 90%). Um einen Vergleichsmaßſtab zu haben, wurde für dieſen Zeitraum auch das Eintreffen der auf den Wetterkarten der Seewarte aufgeſtellten Voraus⸗ ſagen in der gleichen Weiſe wenigſtens für die Niederſchläge(Regen oder Schnee) berechnet. Es zeigte ſich, daß unſere Vorausſagen der Niederſchläge für das Lahngebiet im Mittel mit 86%, die⸗ jenigen der Seewarte nur mit 71% eintrafen. Die Zahlen ſprechen deutlicher als alles andere für den Wert der Errichtung kleiner Wetterdienſtbezirke.
Ferner ſind während des Sommers faſt alle großen Witterungsumſchläge vorausgeſagt worden.
Die Verbreitung der Wetternachrichten geſchah während des ganzen Jahres durch die Wetter⸗ karten. Dieſe erfuhren hinſichtlich ihrer Ausſtattung und ihres Inhaltes im Laufe des Jahres ver⸗ ſchiedene Verbeſſerungen, ohne daß ſie ſpäter verſandt wurden. Ihre Auflage ſtieg mit jedem Monat, ſank nur naturgemäß wie im vorigen Jahre mit dem 1. Oktober.
Die telegraphiſche Verbreitung der Vorausſagen durch die Poſt und der öffentliche Anſchlag derſelben am Poſtgebäude bis mittags 12 Uhr begegnete leider in dieſem Jahre einigen Schwierig⸗ keiten, weil der Antrag auf Einrichtung derſelben erſt ſehr ſpät geſtellt werden konnte. Immerhin konnten ſich vom Juni bis September von den vorjährigen 7 Kreiſen 5 demſelben wieder anſchließen. Dazu kamen 3 neue Kreiſe aus dem ſüdlichen Teil des Regierungsbezirks.
Die verſuchsweiſe von der Direktion der Kerkerbachbahngeſellſchaft durchgeführte Neuerung, daß die Vorausſagen für Regen und Gewitter durch farbige Signalſcheiben an den Lokomotiven der Mittagszüge den Anwohnern bekannt gegeben wurden, hat ſich nach dem faſt einſtimmigen Urteile der Herren Bürgermeiſter der anliegenden Ortſchaften zum Nutzen der Landwirte bewährt.
Aus dieſen Gründen ſind jetzt Vorkehrungen getroffen, um unſere Wettervorausſagen auch der Witterung der entfernter liegenden Gegenden Heſſen⸗Naſſaus anpaſſen und nötenfalls für den Süden, Oſten und Norden dieſes Gebietes geſonderte Vorausſagen aufſtellen zu können. Hierher gehören die bereits eingerichtete Ausdehnung der täglichen Wetterberichterſtattung auch auf jene entfernteren Gegenden und eine begonnene umfangreiche Statiſtik des Eintreffens der Vorausſagen in allen Teilen des Regierungsbezirks Kaſſel.*
Außer dem Ausbau der bisherigen Einrichtungen ſoll ferner im kommenden Jahre möglichſt folgendes durchgeführt werden:
1. Anſchluß des Wetterdienſtes an das Fernſprechnetz, ſo daß Landwirte im Notfalle auf dieſem Wege ſchnell Auskunft erhalten können.
2. Abdruck der Wettervorausſagen in den Tageszeitungen des weiteren Gebietes.
3. Ausdehnung des Wetterſignaldienſtes auf andere Eiſenbahnlinien des Bezirks.


