Aufsatz 
Tabellen für den landwirtschaftlichen Unterricht an der Landwirtschaftsschule zu Weilburg an der Lahn
Entstehung
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iche 8. uen den Primanern Beckmann, Wolfram und v. d. Tann: je eine ſelbſtgemalte, auf die Tieranatomie bezüg⸗ iche Tafel...

Außerdem ſchenkte die Vereinigung ehemaliger Schüler der Landwirtſchaftsſchule im Jahre 1903 der Anſtalt 25 Mark zur Anſchaffung von Büchern für unbemittelte Schüler und ſtellte für das Jahr 1904 zu demſelben Zwecke einen Betrag bis zu 30 Mark zur Verfügung.

Allen dieſen geehrten Gebern ſagt die Anſtalt auch an dieſer Stelle beſten Dank.

die vereinigung ehemaliger Schüler der Landwirtſchaftsſchule hat ſich auch im Verlauf des verfloſſenen Jahres in erfreulicher Weiſe weiter entwickelt. Dieſelbe zählt zur Zeit 243 Mitglieder. Den Ausſchuß bilden die Herren: W. Herz Vorſitzender; Friedrich Brinkmann, ſeellvertretender Vorſitzender; Fritz Jakobs, Adolf Moſer, Richard Moſer und Karl Görtz als Beiſitzer.

Mit der eigentlichen Landwirtſchaftsſchule ſind folgende weitere Veranſtaltungen verbunden: 1) eine landwirtſchaftliche Winterſchule; 2) landwirtſchaftliche Unterrichtskurſe für Elementarlehrer; 3) ein pädagogiſches Seminar für Kandidaten des landwirtſchaftlichen Lehramts; 4) ein landwirt⸗ ſchaftlicher Wetterdienſt; 6) koſtenfreie Vorträge der Lehrer der Anſtalt in landwirtſchaftlichen Vereinen

und Verſammlungen. 1. Die landwirtſchaftliche Winterſchule

iſt eine auf die Volks⸗ reſp. Fortbildungsſchule weiter bauende Fachſchule, beſtehend aus 2 Winter⸗ kurſen. Dieſelbe hat die Aufgabe, den Söhnen ſolcher Landwirte, welche auf eine tüchtige Berufs⸗ bildung bedacht ſind, die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt jedoch nicht beanſpruchen, Gelegenheit zum Erwerb der Kenntniſſe zu geben, welche zu einem rationellen, den Zeitverhältniſſen entſprechenden Betriebe der Landwirtſchaft erforderlich ſind. Das Schulgeld beträgt halbjährlich 50 Mk. Der Unterricht beginnt am 3. November.

Der Lehrplan iſt folgender:

Winter 1905/04: winter 1904/05:

Deutſch: Orthographie und Interpunktion. Dentſch: Orthographie und Interpunktion. Geſchäftsaufſätze zum Ackerbau, Schriftweſen der Geſchäftsaufſätze zur Viehzucht und Betriebslehre Heneindevoiſinnhe und Verkehr mit den Behörden, V 4 St.

4 St.

Rechnen: Die vier Spezies in ganzen Zahlen, Rechnen: Die vier Spezies in ganzen Zahlen, gemeinen und Dezimalbrüchen in Anwendung gemeinen und Dezimalbrüchen in Anwendung auf auf Flächen- und Körperberechnung, 4 St. Zins⸗ und andere Geſchäftsrechnungen, 4 St.

Feldmeſſen, Nivellieren und Planzeichnen, 2 St.

CThemie der Pflanzennährſtoffe, 6 St. Chemie der tieriſchen Nährſtoffe, 4 St.

Ackerbau: 1. Allgemeiner Pflanzenbau, Boden⸗ Wieſenban 2 St.

kunde, Bodenbearbeitung, Saat, Pflege, Ernte Viehzucht: 1. Fütterungslehre und Molkerei⸗ und Düngung, 6 St. 2. Spezieller Pflanzen- weſen 6 St. 2. Rindvieh⸗ und Schafzucht bau nebſt Obſtbau, 4 St. nebſt zugehöriger Tierheilkunde, 4 St. Pferde- und Schweinezucht nebſt zugehöriger Betriebslehre 4 St. Tierheilkunde, 4 St. Buchführung 2 St. Die Unterrichtsſtunden ſind auf die Zeit von 912 und 13 Uhr gelegt, ſo daß entfernter wohnende Schüler die Eiſenbahn benutzen können.=

Über den Weilburger Winterſchulverein berichtet Herr Oberlehrer Dr. Helmkampf: Der am 2. Juli 1899 gegründete Verein zählt ca. 80 Mitglieder; er bezweckt den Zuſammenhang zwiſchen den ehemaligen Schülern der landw. Winterſchule und der Anſtalt zu erhalten und die fachliche Weiterbildung der Mitglieder zu fördern. Der Eintritt in den Verein iſt auch ſonſtigen Freunden des Vereins und der Winterſchule geſtattet. Die Leitung liegt in den Händen eines Vorſtandes, zu dem die Herren Bürgermeiſter Hepp⸗Seelbach(Vorſitzender), Gutspächter Th. Dienſt⸗ Altſchwartenberg, Aug. Lehr⸗Merenberg, Gutsbeſitzer A. W. Paul⸗Selters und Oberlehrer Dr. Helmkampf gehören. Der Verein hielt im Laufe des Winters 1903/04 5 Verſammlungen im Naſſauer Hof zu Weilburg ab und zwar 1. am 15. November: Vorträge von Kandidat Wagner über die Preisverhältniſſe der Kraftfuttermittel und von Kandidat Dr. Scheffer über die Züchtung von Milchvieh; 2. am 13. Dezember: Vorträge von Kandidat Haſelier über den Wert der Geflügelhaltung und von Kandidat Schmidt über Behrings Anſichten über die Tuberkuloſe: 3. am 24. Januar: Vorträge von Herrn Inſpektor Wobig und Dr Helmkampf über den Wert neuer Kartoffelſorten und von Kandidat Wagner über neue Erfahrungen über Kalidüngung; 4. am 21. Februar: Vortrag über neue Verſuche über Stickſtoffdüngung(Kandidat Wagner), daran anſchließend freie Beſprechung über Düngungsfragen und Bekämpfung tieriſcher Feinde; 5. am 13. März: Vorträge über rſaße des e e a durch Futterban von Dr. Helmkampf und Bürgermeiſter Hepp und über Kennzeichnung von Vieh von Kand. Gödecke.