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5. Geſpinſtpflanzen: Lein 2, Hanf.
6. Gewürzpflanzen: Anis, Kümmel, Fenchel, Dill, Koriander, Schwarzkümmel.
7. Gemüſepflanzen: Küchenkräuter ca. in 20 Varietäten.
Der Stand der Früchte bot im allgemeinen nichts Auffallendes. Trotz ſtändiger Ver⸗ wendung von Stalldünger und Gründung(neben künſtlichen Düngemitteln) iſt der Boden noch recht roh und arm an Humus. Auch eine Zufuhr von Kalk hat ſich als nötig heraus⸗ geſtellt. Im Frühjahr wurden 6 junge Obſtbäume neu geſetzt. Über den Stand der Früchte, ſowie alle Kulturarbeiten bis zur Ernte wurden die Schüler, beſonders die der Klaſſe I, auf dem Laufenden gehalten und an praktiſchen Übungen beteiligt.
B. Das untere Verſuchsfeld, Größe ca. 27 a. Dasſelbe iſt der Benutzung der Schüler überlaſſen, indem einem jeden nach ſeinem Wunſche eine mehr oder minder große Fläche überwieſen wird, auf der er zum Teil ſolche Pflanzen zieht, welche ihn beſonders in⸗ tereſſieren, oder Pflanzen, welche für den botaniſchen und landwirtſchaftlichen Unterricht nötig ſind. Die Erträge erſterer Pflanzen können die Schüler nach eigenem Ermeſſen verwenden; Saatgut, Setzpflanzen, ſowie Dünger und Geräte liefert die Anſtalt. Wie früher war auch im Sommer 1898 das Feld den Schülern täglich 1—2 Stunden lang geöffnet, die Aufſicht und ſpezielle Unterweiſung nahmen abwechſelnd die Herren Seminarmitglieder wahr.
Da der Boden durch den Anbau mit ſo zahlreichen Pflanzen einer ſtarken Abnutzung unterworfen iſt, auch leicht an Verunkrautung leidet, ſo wird alljährlich ein Teil des Feldes der Benutzung von ſeiten der Schüler entzogen und durch ſorgfältige Bearbeitung wieder in beſſeren Kulturzuſtand geſetzt.
Mit der eigentlichen Landwirtſchaftsſchule ſind verbunden: 1) eine landwirtſchaftliche Winterſchule; 2) landwirtſchaftliche Unterrichtskurſe für Elementarlehrer; 3) ein pädagogiſches Seminar für Kandidaten des landwirtſchaftlichen Lehramts.
1) Die landwirtſchaftliche Winterſchule
iſt eine auf die Volks⸗ reſp. Fortbildungsſchule weiter bauende Fachſchule, beſtehend aus 2 Winterkurſen. Dieſelbe hat die Aufgabe, den Söhnen ſolcher Landwirte, welche auf eine tüchtige Berufsbildung bedacht ſind, die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt jedoch nicht beanſpruchen, Gelegenheit zum Erwerb der Kenntniſſe zu geben, welche zu einem rationellen, den Zeitverhältniſſen entſprechenden Betriebe der Landwirtſchaft erforderlich ſind.
Das Schulgeld beträgt halbjährlich 50 Mark. Der Lehrplan iſt folgender: Winter 1899/1900:
Deutſch: Orthographie und Interpunktion. Geſchäftsaufſätze zum Ackerbau, Schriftweſen der Gemeindevorſtände und Verkehr mit den Behörden, 4 St.
Rechnen: Die vier Spezies in ganzen Zahlen, gemeinen und Dezimalbrüchen in Anwendung auf Flächen⸗ und Körperberechnung, 4 St.
Lednegin⸗ Nivellieren und Planzeichnen, 2 St.
Chemie der Pflanzennährſtoffe, 6 St.
Kckerbau: 1) Allgemeiner Pflanzenbau: Bodenkunde, Bodenbearbeitung, Saat, Pflege, Ernte und Düngung, 6 St.— 2) Spezieller Pflanzenbau nebſt Obſtbau, 4 St.
Pferde⸗ und Schweinezucht nebſt zugehöriger Tierheilkunde, 4 St.
Der Unterricht beginnt am 3. Nov.
Winter 1900/1: Deutſch: Orthographie und Interpunktion. Geſchäftsaufſätze zur Viehzucht und Betriebs⸗ lehre, 4 St.
Rechnen: Die vier Spezies in ganzen Zah⸗ len, gemeinen und Dezimalbrüchen in An⸗ wendung auf Zins⸗ und andere Geſchäfts⸗ rechnungen, 4 St.
Chemie der tieriſchen Nährſtoffe, 4 St.
Wieſenbau 2 St.
Viehzucht: 1) Fütterungslehre und Molkerei⸗ weſen, 6 St.— 2) Rindvieh⸗ und Schafzucht nebſt zugehöriger Tierheilkunde, 4 St.
Betriebslehre 4 St.
Buchführung 2 St.
Die Unterrichtsſtunden ſind auf die Zeit von 9—12 und 1—3 Uhr gelegt, ſo daß ent⸗ fernter wohnende Schüler die Eiſenbahn benutzen können.


