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1) Die landwirtſchaftliche Winterſchule
iſt eine auf die Volks⸗ reſp. Fortbildungsſchule weiter bauende Fachſchule, beſtehend aus 2 kombi⸗ nierten Winterkurſen. Dieſelbe hat die Aufgabe, den Söhnen ſolcher Landwirte, welche auf eine tüchtige Berufsbildung bedacht ſind, die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt jedoch nicht beanſpruchen, Gelegenheit zum Erwerb der nötigſten Kenntniſſe zu geben, welche zu einem rationellen, den Zeitverhältniſſen entſprechenden Betriebe der Landwirtſchaft erforderlich ſind.— Das Schulgeld beträgt halbjährlich 50 Mark.
Die Winterſchüler ſind in dieſem Jahre wegen zu geringer Anzahl nicht wie ſonſt getrennt, ſondern, nach eingeholter Genehmigung der Königl. Regierung, in den für ſie beſonders wichtigen Fächern mit den anderen Klaſſen zuſammen(als Hoſpitanten) unterrichtet worden, ſo daß ihr Lehr⸗ plan, etwas abweichend von dem ſonſtigen, ſich ſolgendermaßen geſtaltete:
Deutſch(mit V und IV).... pöchentlich 4 St. Rechnen(mit V und III)........„ 3„ Phyſik(mit III).......„ 4„ Mineralogie(mit IJ)..........„ 4„ Zoologie(mit III)....„ 4„ Landwirtſchaftslehre(mit III, II und 1. 2. 5 12„ Zeichnen(mit III, II und D)...„ 2*2
zuſammen wöchentlich 33 St.
2) Die landmirtſchaftlichen Unterrichtskurſe für Elementarlehrer
behufs Ausbildung derſelben für ländliche Fortbildungsſchulen, errichtet auf Befehl Sr. Excellenz des
Herrn Miniſters für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten, beſtehen aus 2 kombinierten Kurſen von
je 5 Wochen, deren Lehrplan auszüglich folgender iſt:
Kurſus A. Kurſus B. a) Landwirtſchaftslehre wöchentlich 8 St.(Dr. Henkelmann). Pflanzenproduktionslehre. Tierproduktionslehre. b) Chemie vöchentlich 8 St.(Dr. Nauhaus).
Sauerſtoff, Waſſerſtoff, Kohlenſtoff, Stickſtoff. Die übrigen Metalloide(beſ. Chlor, Schwefel, Phosphor, Silicium) und die für die Landwirt⸗ ſchaft wichtigſten Metalle(Kalium, Natrium, Cal⸗ cium, Aluminium, Eiſen).
) Zoologie und Botanik wöchentlich 8 St.(Dr. Kienitz⸗Gerloff). Zoologie: Anatomie und Phyſiologie der Botanik: Anatomie und Phyſiologie der landwirtſchaftlichen Haustiere. Pflanzen. d) Landwirtſchaftliches Unterrichtsweſen wöchentlich 8 St.(der Direktor).
Hoſpitieren in den Lehrſtunden der Anſtalt, Vorträge und Beſprechungen über Methodik des naturwiſſenſchaftlichen Unterrichts mit beſonderer Beziehung auf ländliche Fortbildungsſchulen.
Die Lehrform iſt nicht, wie ſonſt in der Anſtalt durchweg, die ſchulmäßige, ſondern die akademiſche(Vorträge mit Experimenten und Demonſtrationen; Konverſatorien). Die Bibliotheken der Anſtalt können von den Kurſiſten benutzt werden(auch über die Dauer der Kurſe hinaus), des⸗ gleichen auch die Sammlungen, ſoweit es ohne Gefahr für dieſelben geſchehen kann.
Die Koſten dieſer Kurſe hat Se. Excellenz der Herr Miniſter für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten übernommen; derſelbe trägt auch zu den Beihilfen für Wohnung und Unterhalt der den Kurſus beſuchenden Lehrer ⅛ bei, wenn die betr. Gemeinden ½ hergeben. Der Unterricht iſt für die Teilnehmer gratis.


