Aufsatz 
Das botanische Pensum der Tertia. Anhang: Übersicht der Klassen des Linné'schen Systems
Entstehung
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Von Herrn Buchdruckereibeſitzer Zipper in Weilburg: Ein Glaskaſten mit den Entwickelungszuſtänden von Doryphora decemlineata(Kartoffelkäfer), Nachbildung in Traganth.

Von Herrn Dr. Nauhaus: Optiſche Apparate zur Erläuterung der Lehre von den Sinnestäuſchungen.

Von Herrn Dr. L. Siegfried in Herborn: 6 Proben ſeines konzentrierten Blumen⸗ und Gartendungers.

Von dem Maſchinenfabrikanten Herrn Gruſon zu Buckau⸗Magdeburg: 2 Mahlſcheiben von Hartguß zur Excelſior⸗ Sehrotmübhe nebſt 3 Mahlproben.

Von Herrn Naturalienhändler Platow: Ein Glaskaſten mit den Entwickelungszuſtänden von Porthesia

chrysorrhoea(Goldafter).

Von dem Tertianer Otto Müller: Einige Mineralien.

Von dem Quartaner Chriſtian Engel: Schädel einer Hirſchkuh.

Das Verſuchs- und Demonſtrationsfeld der Anſtalt.

Obgleich dasſelbe bei einem Flächeninhalt von nur 0,4 ha und bei der zu Lehrzwecken wünſchens⸗ werten Anzahl anzubauender landwirtſchaftlichen Nutzpflanzen, mehr Demonſtrations⸗ als Verſuchsfeld ſein muß, wurden dennoch nachfolgende Verſuche eingeleitet: 1) über den Einfluß der verſchiedenen Saatmethoden auf den Ertrag; 2) über die Wirkung des Behackens und Behäufelns von gedrilltem Sommergetreide; 3) über den Erfolg des Auslegens der Kartoffeln im Herbſte(Anfang Oktober), ebenſo über die Möglichkeit Sommergetreide in Wintergetreide und letzteres in erſteres überzuführen; 4) über den Erfolg des Auslegens von ganzen und durchſchnittenen, von großen, mittleren und kleinen Kartoffeln; 5) über die Verwendung von Setzartoffeln, denen nur die Kronenaugen gelaſſen, die Seitenaugen und die Augen des Nabelteiles aber ausgeſtochen wurden; 6) über die paſſende Tiefe der Unter⸗ bringung und die vorteilhafteſte Pflanzweite der Setzkartoffeln ꝛc. Angebaut waren im Jahre 1880:

I. Getreide-Arten und Varietäten: 120, und zwar nackte Weizen 20, Spelzweizen (Dinkel, Emmer, Einkorn) 12, Roggen 3, Gerſte 20, Hafer 22, Mais 3, Hirſe 6, Buchweizen 2.

II. Hülſenfrüchte 17: Erbſen 5, Linſen 2, Wicken 1, Pferdebohnen 6, Phaſeolen 2, Wick⸗ linſe 1.

III. Knollen⸗ und Wurzelgewächſe 40: Kartoffeln 26, Runkeln 2, Möhren 4, Unter⸗ kohlrabi 1, Stoppelrübe 1, Paſtinake 1, Cichorie 1, Topinambur 2.

IV. Futterpflanzen 26: Kopfklee 4, Schneckenklee(Medicago) 6, Hornklee(Lotus) 1, Steinklee(Melilotus) 1, Eſparſette 2, Serradella 1, Lupine 3, Spergel 2, Mohar 1, Mohrhirſe (Sorghum) 2, italieniſches Raigras 1, Kohl 2.

V. Geſpinſtpflanzen 5: Lein 3, Hanf 2.

VI. Olpflanzen 6: Mohn 2, Raps 2, Sonnenblumen 1, weißer Senf 1.

VII. Handels⸗ und Fabrikpflanzen 4: Tabak 3, Weberkarde 1.

VIII. Gewürzpflanzen 4: Kümmel 1, Anis 1, Fenchel 1, Senf 1.

IX. Garten⸗ und Küchenkräuter 52.

Mit der eigentlichen Landwirtſchaftsſchule ſind verbunden: 1) eine landwirtſchaftliche Winter⸗ ſchule; 2) landwirtſchaftliche Unterrichtskurſe für Elementarlehrer.

1) Die landmirtſchaftliche Winterſchule

iſt eine auf die Volks⸗ reſp. Fortbildungsſchule weiter bauende Fachſchule, beſtehend aus 2 kombi⸗ nierten Winterkurſen. Dieſelbe hat die Aufgabe, den Söhnen ſolcher Landwirte, welche auf eine tüch⸗ tige Berufsbildung bedacht ſind, die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt jedoch nicht beanſpruchen, Gelegenheit zum Erwerb der nötigſten Kenntniſſe zu geben, welche zu einem rationellen, den Zeitverhältniſſen entſprechenden Betriebe der Landwirtſchaft erforderlich ſind. Die Winterſchüler werden von den Zöglingen der Hauptſchule getrennt unterrichtet, ſind aber der Disziplin und Schul⸗ ordnung derſelben gleichfalls unterworfen. Der Unterricht wird von den betr. Fachlehrern der Haupt⸗ ſchule, insbeſondere dem landwirtſchaftlichen Fachlehrer, nebſt Herrn Kreistierarzt Gies gegeben. Das Laboratorium und die Sammlungen der Anſtalt werden von der Winterſchule mit benutzt. Am Schluß jedes Kurſus findet eine öffentliche Prüfung ſtatt, und erhält jeder Zögling ein Zeugnis. Das Schulgeld beträgt halbjährlich 50 Mark.