Aufsatz 
Rede zur Einweihung des neuen Schulgebäudes am 10. Oktober 1877
Entstehung
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Pferdekunde(Gebiſſe) nnd Hufbeſchlag, Abbildungen und Modelle für Bienenzucht; thier⸗ ärztliche Inſtrumente und Arzneimittel.

Geräthe und Inſtrumente zum Feldmeſſen und Nivelliren.

Für Zeichnen: Holzkörper und Pappmodelle für darſtellende Geometrie, Vorlagen(Blatt⸗ u. a. Elementar⸗Formen, Pläne, Aufriſſe von Gebäuden) und Bauconſtructions⸗Modelle.

Zu dieſen Sammlungen ſind folgende Geſchenke hinzugekommen:

Von Sr. Excellenz dem Herrn Miniſter für die landwirthſchaftlichen Angelegenheiten: v. Thümen, die Pilze der landwirthſchaftlichen Culturgewächſe, I. Serie(25 Nummern in 15 Glaskäſten). Dodel⸗Port, anatomiſch⸗phyſiologiſcher Atlas der Botanik, I. und II. Lieferung(12 Bl.).

Von Herrn Dr. Wittmack, Cuſtos des landwirthſchaftlichen Muſeums in Berlin: Ein Colorado⸗ käfer und 3 Wanderheuſchrecken.

Von Herrn Geheimrath Dr. Settegaſt, Director der landwirthſchaftlichen Akademie zu Proskau: Settegaſt, Syſtem der Acker⸗Claſſification, ein großes Tableau.

Von Herrn Dr. Büsgen, prakt. Arzt in Weilburg: Ein Kaſten mit ausländiſchen, zum Theil ſüdamerikaniſchen Inſekten und Käfern, ca 60 Stück.

Von Herrn Emil Görtz in Weilburg: Eine Möve.

Von Herrn Dr. Henkelmann: Ein Scorpion. Eine Collection von Deſtillationsproducten des Theeres(8 Stück).

Vom Tertianer G. v. Baumbach: 10 Stück Schmetterlinge.

Von Herrn O. Grille in Dresden: Ein Taſchen⸗Mikroſkop.

Von der Firma Rud. Sack in Plagwitz bei Leipzig: 2 Tableaus mit Abbildungen von Acker⸗ geräthen, Säe⸗ und Hackmaſchinen.

Auch dieſen geehrten Gebern ſei hiermit der ergebenſte Dank der Anſtalt ausgeſprochen.

Auf dem Verſuchs⸗ und Demonſtrationsfelde(ca. 40 Ar, 10 Minuten nordöſtlich von der Stadt an der Limburger Straße gelegen) wurden im Sommer 1878 zu Unterrichtszwecken folgende Arten und Varietäten von Culturpflanzen angebaut:

Weizen 22 Sorten und zwar 6 S. Winterweizen und 16 S. Sommerweizen. Win⸗ terdinkel 2 S. Sommerdinkel 2 S. Winter⸗Emmer 1 S. Sommer⸗Emmer 2 S. Einkorn 1 S. Winter⸗ u. Sommer⸗Roggen 3 S. Gerſte 17 S. Hafer 16 S. Mais 3 S. Sorghum 2 S. Buchweizen 2 S. Hirſe 2 S. Erbſen 5 S. Wicken 1 S. Linſen 1 S. Ackerbohnen 1 S. Puffbohnen 3 S. Phaſeole 1 S. Lupinen 2 S. Rübſen 1 S. Mohn 2 S. Lein 2 S. Hanf 1 S. Tabak 3 S. Kohlrabi 2 S. Runkelrüben 4 S. Zuckerrüben 2 S. Mohr⸗ rüben 2 S. Rothe Rüben 1 S. Weiße Rüben 1 S. Paſtinak 1 S. Cichorien 2 S. Rieſen⸗ kohl 1 S. Kopfkohl 4 S. Klee 4 S. Luzerne(Medicago) 4 S. Steinklee(Melilotus) 2 S. Griechiſches Heu(Trigonella) 1 S. Eſparſette 1 S. Schotenklee(Lotus villosus) 1 S. Serra⸗ della 1 S. Spergel 2 S. Italieniſches Raigras 1 S. Engliſches Raigras 1 S. Arznei⸗, Gewürz⸗ und Küchenpflanzen 42 S.

MMit der eigentlichen Landwirthſchaftsſchule ſind verbunden: 1) eine landwirthſchaftliche Winterſchule, 2) eine Samen⸗Control⸗Station, 3) landwirthſchaftliche Unterrichtscurſe für

Elementarlehrer. 3 1) Die landwirthſchaftliche Winterſchule

iſt eine auf die Volks⸗ reſp. Fortbildungsſchule weiter bauende Fachſchule, beſtehend aus 2 com⸗ binirten Wintercurſen. Dieſelbe hat die Aufgabe, den Söhnen ſolcher Landwirthe, welche auf eine tüchtige Berufsbildung bedacht ſind, die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt jedoch nicht beanſpruchen, Gelegenheit zum Erwerb der nöthigſten Kenntniſſe zu geben, welche zu einem rationellen, den Zeitverhältniſſen entſprechenden Betriebe der Landwirthſchaft erforder⸗ lich ſind. Die Winterſchüler werden von den Zöglingen der Hauptſchule getrennt unterrichtet, ſind aber der Disciplin und Schulordnung derſelben gleichfalls unterworfen. Der Unterricht wird von den betr. Fachlehrern der Hauptſchule, insbeſondere dem landwirthſchaftlichen Fach⸗ lehrer, nebſt Herrn Kreisthierarzt Gies gegeben. Das Laboratorium und die Sammlungen der Anſtalt werden von der Winterſchule mit benutzt. Am Schluß jedes Curſus findet eine öffentliche Prüfung ſtatt, und erhält jeder Zögling ein Zeugniß. Das Schulgeld beträgt halbjährlich 50 Mark.