20.
Ordentl. Lehrer Dr. Nauhaus, Verwalter des chemiſchen Laboratoriums, Conſervator der
mineralogiſchen Sammlungen und des phyſikaliſchen Cabinets. f
Theophil Nauhaus, geb. 18. Auguſt 1840 zu Clarkſon im Capland(Süd⸗Afrika), beſuchte 1852— 58 das Pädagogium zu Niesky(Lauſitz), bis 1861 das theologiſche Seminar zu Gnadenfeld(Ober⸗ Schleſien), war 1861—66 als Lehrer in Zeyſt(Holland) angeſtellt, machte 1866 die Maturitäts⸗Prü⸗ fung in Duisburg am Rhein, ſtudirte 1866— 70 Naturwiſſenſchaften und Mathematik in Berlin, wurde 1871 in Göttingen auf Grund einer Diſſertation„über die Verkümmerung der Hochblätter“ zum Dr. phil. promovirt und beſtand die Prüfung pro facultate docendi vor der Königl. wiſſenſchaftlichen Prü⸗ fungs⸗Commiſſion zu Berlin, war 1872 Probe⸗Candidat an der Realſchule I. O. zu Nordhauſen, 1873 bis 1877 als ordentl. Lehrer an derſelben angeſtellt und wurde zu Oſtern 1877 an die hieſige Land⸗
wirthſchaftsſchule berufen. Ordentl. Lehrer Dr. Henkelmann, Conſervator der landwirthſchaftlichen Sammlungen und
Dirigent des Verſuchsfeldes.
Karl Henkelmann, geb. 29. März 1827 zu Beuern bei Gießen, ſtudirte 7 Semeſter auf der Univer⸗ ſität Gießen Naturwiſſenſchaften und Mathematik, beſtand unter dem Vorſitze Liebigs 1851 ein Examen in Chemie, Phyſik und Mineralogie mit Erlangung der Doctorwürde und fac. doc. in dieſen Fächern für Realſchulen, beſuchte die land⸗ und forſtwirthſchaftlichen Akademien Hohenheim und Tharandt jede 1 Semeſter, wurde als Rectoratsvicar zu Echzell in der Wetterau angeſtellt, gründete daſelbſt 1854 eine Winter⸗Ackerbauſchule, welche von 1855 an vom landw. Vereine von Ober⸗Heſſen als„Wetterauer Ackerbauſchule“ ſubventionirt und im Jahre 1861 nach Friedberg verlegt wurde, wo der Genannte als Leiter derſelben bis zum Jahre 1869 und während zweier Sommer zugleich als Wanderlehrer für den aus 52 Ortſchaften beſtehenden Kreis Friedberg thätig war. Im Sommer 1869 folgte derſelbe einem Rufe des Grafen Collalto zu San Salvatore bei Treviſo in Oberitalien als Wirthſchaftsdirector, um demſelben einen Theil ſeiner ausgedehnten Beſitzungen als ein Gut nach deutſcher Weiſe mit Brennerei⸗ betrieb einzurichten; kehrte, als dieſe Aufgabe als gelöſt betrachtet werden konnte, im Jahre 1874 nach Deutſchland zurück, übernahm einen Theil des landw. Fachunterrichts an der Ackerbauſchule zu Darm⸗ ſtadt und wurde zum 1. October 1876 an die hieſige Landwirthſchaftsſchule berufen.
Ordentl. Lehrer Dr. Schultz, Bibliothekar der Schüler⸗Bibliothek.
Richard Schultz, geb. zu Stettin am 8. Mai 1848, erhielt ſeine Schulbildung auf dem Gymnaſium zu Hohenſtein und im Friedrichs⸗Collegium zu Königsberg, ſtudirte von Oſtern 1867 bis Oſtern 1872 auf der Königsberger Univerſität, gehörte das nächſte Jahr dem pädagogiſchen Seminar daſelbſt an, beſtand am 29. März 1873 die Prüfung pro faenltate docendi zu Königsberg und wurde ckuf Grund ſeiner Abhandlung De poëtices Aristoteleae principiis von der Leipziger Univerſität zum Dr. philos. pro⸗ movirt. Das Probejahr begann er Oſtern 1873 am Friedrichs⸗Collegium und vollendete es am Gym⸗ naſium zu Elbing, wo er Michaelis 1873 die proviſoriſche Verwaltung der ſechsten ordentlichen Lehrer⸗ ſteile ubernahm und mit dem 1. April 1874 in die fünfte ordentliche Lehrerſtelle eintrat.
Ordentl. Lehrer Dr. Kienitz⸗Gerloff, Conſervator der zoolog. u. botan. Sammlungen.
Felix Kienitz⸗Gerloff, geb. in Berlin am 15. Januar 1851, lag dem Studium der Naturwiſſen⸗ ſchaften auf den Univerſitäten zu Berlin und Heidelberg vom October 1869 bis December 1873 ob und wurde am 19. December 1873 auf Grund einer Inauguraldiſſertation„Beiträge zur Entwickelungs⸗ geſchichte des Lebermoos⸗Sporogoniums“ von der philoſophiſchen Facultät der Univerſität zu Berlin zum Dr. philos. promovirt. Am 9. Februar, 1875 legte er vor der wiſſenſchaftl. Prüfungscommiſſion in Berlin das Examen pro facultate docendi ab, abſolvirte ſein Probejahr an der Louiſenſtädtiſchen und an der Friedrichs⸗Realſchule zu Berlin und wurde an letzterer am 1. April 1876 als ordentlicher Lehrer angeſtellt. Dieſe verließ er zu Oſtern 1878, um an der hieſigen Landwirthſchaftsſchule eine ordentliche Lehrerſtelle anzutreten. 3
Ordentl. Lehrer Ottmann, Bibliothekar der Lehrer⸗Bibliothek.
Hugo Ottmann, geb. den 20. Februar 1848 zu Königsberg in Pr., ſtudirte von Oſtern 1867 bis Weihnachten 1871 altklaſſiſche und deutſche Philologie an der Univerſität daſelbſt und ging dann als Haus⸗ lehrer nach Granada in Spanien, wo er bis Michaelis 1874 ſich aufhielt. Nach Königsberg zurückge⸗ kehrt widmete er ſich dem Studium der modernen Sprachen. Seit Michaelis 1876 wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer an hieſiger Landwirthſchaftsſchule, abſolvirte er am 31. Mai 1878 in Marburg das Examen pro facultate docendi und wurde in Folge deſſen am 1. Juli als ordentl. Lehrer angeſtellt. Gegen⸗ wärtig iſt er im Begriff, auf Grund einer Diſſertation„über die Stellung des Codex Venetus 4 in der handſchriftlichen Ueberlieferung der chanson de Roland“ bei der Univerſität Marburg zum Dr. phil. zu promoviren.
Viſiſſenſchaftlicher Hilfslehrer Moſer.
Paul Moſer, geb. den 5. April 1852 zu Serba im Herzogthum Sachſen⸗Altenburg, von Oſtern 1863— 69 Schüler des Domgymnaſiums zu Naumburg a. S., dann bis Oſtern 1872 Student der Theologie in Jena und Halle, abſolvirte im Juli 1873 die Prüfung pro licentia concionandi, darauf nach mehrjähriger Thätigkeit als Hauslehrer in Elberfeld, im October 1876 die Prüfung pro ministerio, wurde Hilfsprediger in Wabern bei Caſſel(von November 1876 bis Oſtern 1878) und ſeit Oſtern 1878 wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer an hieſiger Landwirthſchaftsſchule.
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