Aufsatz 
Proben einer Übersetzung von Cäsar's gallischem Krieg / von R. Zwirnmann
Entstehung
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das Lager zurück; sie stiessen gerade auf den Feind und flohen abermals in einer anderen Richtung. Die Reitknechte, welche vom Hinterthor aus auf der Spitze des Höhenrückens unsere Soldaten siegreich den Sabisfluss hatten überschreiten sehen, waren aus dem Lager herausgetreten, um Beute zu machen; als sie jetzt rückwärts blickten und bemerkten, dass die Feinde sich in unserem Lager befanden, eilten sie in wilder Hast davon. Gleichzeitig erhoben die mit dem Fuhrpark soeben eintreffenden Mannschaften ein verworrenes Geschrei und stoben bestürzt nach verschiedenen Richtungen aus einander. Alle diese Vorgänge wirkten auf die bei den Galliern im Rufe hervorragender Tapferkeit stehenden Reiter der Treverer, welche dem Cäsar von ihren Gaugenossen zu Hülfe gesendet worden waren. Als diese bemerkten, dass zahlreiche Schaaren der Feinde unser Lager besetzten, die Legionen umdrängten und fast vollständig umschlossen, dass Trossknechte, Reiter, Schleuderer, Numidier in aufgelösten und versprengten Haufen nach allen Richtungen davoneilten, so hielten sie unsere Sache für verloren, sprengten ihrer Heimat zu und berichteten ihren Gaugenossen, die Römer seien völlig geschlagen worden, und der Feind habe sich ihres Lagers und ihres Fuhrparks bemächtigt..

25. Cäsar war nach der Ansprache an die zehnte Legion auf den rechten Flügel geeilt und hatte bemerkt, dass sich seine Truppen in grosser Bedrängniss befanden. Die Soldaten der zwölften Legion hatten ihre Feldzeichen auf einem Punkte vereinigt und hinderten sich durch ihre eigene Masse in der Bewegung; sämmtliche Centurionen der vierten Cohorte waren getödtet, der Fahnen- träger war gefallen, die Fahne verloren; fast alle Centurionen der übrigen Cohorten waren todt oder verwundet; unter anderen war der Primipile Publius Sextius Baculus, ein tapferer Kriegsmann, durch zahlreiche schwere Wunden so erschöpft, dass er sich nicht mehr aufrecht zu halten vermochte; die übrigen Soldaten waren matt, und einige in den hintersten Reihen gaben bereits den Kampf auf, räumten das Gefechtsfeld und entzogen sich dem Bereich der Geschosse; die Feinde aber drangen unaufhörlich von unten her gegen unsere Stirnlinie vor und bedrohten gleichzeitig unsere beiden Seiten. Es stand alles auf dem Spiel, und Hülfsmannschaften, welche zur Verstärkung hätten entsendet werden können, waren nicht vorhanden. Da entriss Cäsar, welcher ohne Schild auf dem Kampfplatze erschienen war, einem der Soldaten aus den hinteren Gliedern den Schild, trat in die vorderste Reihe, rief die Centurionen beim Namen, feuerte die übrigen Soldaten an und befahl ihnen, einen Vorstoss zu machen und die Reihen zu erweitern, um sie in den Stand zu setzen, sich mit Bequemlichkeit des Schwertes zu bedienen. Sein Erscheinen erfüllte die Soldaten mit Hoffnung und neuem Muthe, und jeder einzelne bestrebte sich, unter den Augen seines Feldherrn selbst in dieser äusserst gefährdeten Lage nach Kräften seinen Eifer zu bethätigen. So wurde das Vordringen des Feindes einigermassen gehemmt.

26. Cäsar bemerkte, dass die in der Nähe befindliche siebente Legion gleichfalls vom Feinde hart bedrängt wurde; er befahl daher den Tribunen, die Verbindung dieser beiden Legionen allmälig herzustellen und sie mit umgewendeter Front dem Feinde entgegen zu werfen. Da sie sich nach Ausführung dieser Bewegung gegenseitig deckten und nicht zu befürchten brauchten, vom Feinde im Rücken überflügelt zu werden, so begannen sie muthiger Stand zu halten und entschlossener anzugreifen. Inzwischen waren die Soldaten der beiden Legionen, welche die Nachhut gebildet und den Fuhrpark gedeckt hatten, auf die Kunde von der Schlacht im Laufschritt herbeigeeilt und zeigten sich den Feinden auf dem Gipfel des Hügels. Gleichzeitig sandte uns Titus Labienus, welcher sich des feindlichen Lagers bemächtigt und von der Höhe aus die Vorgänge in unserem Lager bemerkt hatte,