Aufsatz 
Proben einer Übersetzung von Cäsar's gallischem Krieg / von R. Zwirnmann
Entstehung
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Ackerfluren aus ihrem Lande nach Helvetien hinüberwanderten und so die Grenznachbarn des gallischen Provinzlandes und der Allobroger wurden. Den Aeduern gestattète er auf ihre Bitte, den Bojern, welche sich als Männer von hervorragender Tapferkeit bewährt hatten, in ihrem Gebiete Wohnsitze einzuräumen. Die Aeduer wiesen den Bojern Ländereien an und verliehen ihnen später dieselben bürgerlichen Rechte, welche sie selbst besassen.

29. In dem Lager der Helvetier wurden Listen in griechischer Schrift vorgefunden und Cäsar übergeben. In diesen Listen waren alle waffenfähigen Auswanderer namentlich angeführt; ebenso waren in besonderen Rubriken die Kinder, Frauen und Greise verzeichnet. Die Gesammtsumme bezifferte sich auf 263,000 Helvetier, 36,000 Tulinger, 14,000 Latobriger, 23,000 Rauraker, 32,000 Bojer; darunter befanden sich gegen 92,000 Waffenfähige. Die Gesammtzahl aller Auswanderer war etwa 368,000. Auf Cäsars Befehl wurde eine Zählung der in die Heimat Zurückkehrenden vorgenommen, und es ergab sich ein Bestand von 110,000.

II. Die Schlacht am Sabisflusse. (2. 1628.)

16. Nach dreitägigem Marsche im Gebiete der Nervier erfuhr Cäsar durch die Gefangenen, der Sabisfluss sei nicht weiter als zehn Meilen von seinem Lager entfernt; jenseits dieses Flusses hätten sich die Nervier mit ihrer gesammten Streitmacht aufgestellt und sähen dort dem Anmarsch der Römer im Verein mit ihren Nachbarn, den Atrebaten und Viromanduern, entgegen. Sie hatten nämlich diese beiden Volksstämme zu bereden gewusst, mit ihnen die Entscheidung der Waffen zu suchen. Ausserdem erwarteten sie die im Anmarsch begriffenen Kriegsmannschaften der Aduatuker. Ihre Frauen und diejenigen, welche wegen ihres Lebensalters augenscheinlich zum Kampfe unfähig wären, hätten sie an einem Orte geborgen, der wegen seiner Lage im Sumpflande für ein Kriegsheer unerreichbar sei. 3

17. Auf die Kunde von diesen Vorgängen entsendete Cäsar Streifabtheilungen und Centurionen mit der Weisung, eine geeignete Lagerstätte auszuwählen. Mehrere kriegsgefangene Belgier und andere Gallier machten im Gefolge Cäsars den Marsch mit. Wie man später von den Gefangenen erfuhr, beobachteten einige derselben die Marschordnung unseres Heeres in diesen Tagen, schlichen sich in der Nacht zu den Nerviern und theilten ihnen mit, dass sich zwischen den einzelnen Legionen lange Wagenzüge befänden, und dass es daher keine Schwierigkeit machen würde, die an der Spitze marschirende Legion bei ihrem Eintreffen auf dem Lagerplatze unter der Last ihres Gepäckes in einem Augenblicke zu überfallen, wo die übrigen Legionen noch in weiter Entfernung wären; sei aber diese Legion zersprengt und der Gepäckpark erbeutet, so würden die übrigen Legionen nicht Stand zu halten wagen. Ausserdem begünstigte noch folgender Umstand den Plan der Ueberläufer, welche jene Mittheilung machten. Die Nervier hatten seit alter Zeit keine Reiterei und vernachlässigen diese Waffengattung noch jetzt: ihre Hauptstärke bildet das Fussvolk. Um nun den Reiterschwärmen der Nachbarvölker mit leichter Mühe den Weg zu sperren, wenn sie in räuberischer Absicht in ihr Gebiet eindrangen, so hatten sie junge Bäume beschnitten, die zahlreichen seitwärts emporgeschossenen