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Unser Verfahren gewährt ferner den Vorzug, dass man durch die entsprechende Neigung der Röhre nach der rechten und linken Seite eine genaue Controlle der Richtigkeit des Resultates hat, falls die Kreisscheibe richtig getheilt ist. So wurde denn auch stets von uns die Röhre von 20 ⁰°, 30 etc. wieder auf 0° zurückgestellt und dann nach der anderen Seite hin entsprechend geneigt, und dies so oft wiederholt, bis das Resultat auf ¼ Secunde stimmte; war dies absolut nicht der Fall, so wurde die Fehlerquelle zu ermitteln versucht oder schliesslich das Mittel genommen. Durch das Drehen der Röhre um ihre eigene Längsaxe um 180°, so dass dadurch die Wandseite, auf der die Kugel lief, gewechselt wurde, war die Beseitigung einer weiteren Fehler- quelle möglich.
Uebrigens ist jede der hunderten von Zahlen, welche nachher folgen, das Mittel aus äusserst vielen Beobachtungen, die meist so lange fortgesetzt wurden, bis sie nach einiger Zeit fast alle ziemlich dasselbe Resultat lieferten. Als Zeitmesser wurde bei den Versuchen, die in dem physikalischen Institute zu Marburg angestellt wurden, ein Chronometer von Kessel benutzt, das halbe Secunden schlug. Ein Uebelstand stellte sich aber sehr bald bei diesem Zählen von halben Secunden heraus, dass nämlich bei einigen Kugeln, namentlich wenn die Flüssigkeit verhältnissmässig geringeren Widerstand bot und so die Kugel rasch hinabrollte, ein solches Geräusch entstand, dass es kaum oder nur sehr schwer möglich war, den Schlag der Uhr dabei zu hören. Dies war aber nöthig, da man den Grad, bis zu welchem man die Röhre neigen wollte, genau im Auge haben und den Gang der Kugel, namentlich die Ankunft derselben unten, genau beobachten musste und desswegen mit den Augen nicht etwa, um diese für das Ohr eintreten zu lassen, zugleich dem Pendel oder Zeiger folgen konnte. Wir gaben uns die grösste Mühe, durch die verschiedensten Mittel diesen rasselnden Lärm der abwärts rollenden Kugel zu dämpfen; aber es half entweder Nichts oder wenig, oder gab zu leicht Veranlassung zu Fehlerquellen. Wir begnügten uns endlich damit, uns von der Ankunft der Kugel unten durch den Schall benach- richtigen zu lassen, der allerdings immer etwas stärker war, da ja die Kugeln, bei denen der Uebelstand auftrat, in dem weniger dichten und daher weniger Wider- stand bietenden Mittel stärker aufschlugen; mit dem Auge, das nun freier war, folgten wir dem Pendel oder Zeiger, um die halben Secunden zu zühlen. Die Zeit, welche der Schall gebrauchte, um von dem Ende der Röhre bis zu unserem Ohre zu gelangen, konnte getrost vernachlässigt werden, da die Entfernung nur wenige Fuss betrug.
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