Aufsatz 
Leitfaden über die Erziehung und Behandlung der Obstbäume
Entstehung
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ſogleich wieder mit Sämlingen beſetzt, ſondern mehrere Jahre mit Hackfrüchten bepflanzt, ſorgfältig bearbeitet, ziemlich ſtark gedüngt, nöthigen Falls neu umge⸗ rodet und dann erſt wieder als Baumſchule benutzt wird.

Die Pflanzgruben für verſetzbare Bäume macht man am beſten ſchon einige Zeit vorher und zwar tiefer und weiter, als es nach der Wurzel des Baumes nöthig iſt, und füllt den untern Raum mit Raſen, Holzerde, kleinen Reiſern ꝛc. aus. Die Entfernung der Pflanzgruben richtet ſich nach dem Umfange, welchen die Krone bis zur größten Ausbildung des Baumes erlangt. Sie muß ſo weit ſein, daß die Aeſte zweier Bäume ſich nie berühren können, und 15 40 Fuß betragen. Beim Setzen achte man darauf, daß der Baum wieder ebenſo tief in die Erde komme, als er früher geſtanden hat. Iſt er aus anderer, namentlich milderer Gegend bezogen worden, ſo iſt es nöthig, in jedem Falle aber gut, den Stamm in Beziehung auf Himmelsgegend wieder ſo zu richten, wie er früher ſtand, weil alle Gefäße auf der ſüdlichen Seite weiter und alle Theile weichlicher find, als auf der Nordſeite. An der Farbe des Stammes, welche auf der Nord⸗ ſeite gewöhnlich heller iſt, oft auch einen Anfang von Moosanſatz zeigt, iſt dies leicht zu erkennen. Wo möglich, richte man die kräftigſten Wurzeln nach der Gegend hin, von welcher die meiſten und ſtärkſten Winde zu wehen pflegen. Der Pfahl oder beſſer zwei Pfähle auf entgegengeſetzten Seiten wird, um jede Verletzung der Wurzel zu verhindern, früher und zwar auf die Nordſeite geſteckt. Während ein Arbeiter den Baum in gehöriger Richtung in die Grube hält und beſtändig rüttelt, wirft man zuerſt die beſſere Erde auf die Wurzel und ſorgt dafür, daß aus dem früher angegebenen Grunde keine Höhlungen entſtehen. Sind die Wurzeln mit Erde bedeckt, ſo tritt man dieſe gegen den Baum feſt an; dann füllt man das ganze Loch mit Erde aus und tritt ſie etwas feſt. Der Baum darf mit einem ſehr lockern Band an den Pfahl angehängt, keineswegs aber feſt angebunden werden, weil ſich bei eintretendem Regenwetter der Boden feſtſetzt und das Bäumchen dann nicht nachſinken könnte. Erſt ſpäter wird der Baum mit Kreuzbändern aus Weiden, Stroh, Leder ac. feſt angebunden. Bei eintretendem Winter muß der Baum gegen Wildbeſchädigung verwahrt wer⸗