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werden ſollen. Jene ſind vorzüglich in der Wurzel, der Rinde, dem Baſt und den Blättern verbreitet. Die Wurzelfaſern und die Blätter nehmen die Nah⸗ rungsſäfte auf, in den Baſtgefäßen ſteigen ſie durch die ganze Länge des Baumes aufwärts, durch die Rinde abwärts und durch Seitenverbindungen wird die Kom⸗ munikation mit dem Innern der Pflanze erhalten. Die Spiralgefäße, welche ſich in der ganzen Pflanze finden und Luft enthalten, befördern die ununterbrochene Lebensthätigkeit in den Zellen der einzelnen Theile; ebenſo ſind die Ausdünſtungs⸗ werkzeuge, welche überall in der Oberhaut der Pflanzen angetroffen werden, von großer Wichtigkeit für die Geſundheit der Bäume*).
Berückſichtigt man, daß die Obſtbäume nur bei einem völlig geſunden Körper und bei einem möglichſt hohen Lebensalter ihrem Zwecke entſprechen können; ſo wird man einſehen, daß eine zweckmäßige Behandlung in der Jugend von beſon⸗ derer Wichtigkeit iſt. Deßhalb muß bei der Anlage einer Baumſchule auf Boden⸗ beſchaffenheit und örtliche Lage vorzüglich Rückſicht genommen werden. Wiewohl auch die Obſtbäume unter den verſchiedenartigſten Verhältniſſen fortkommen, ſo werden ſie doch nur dann völlig geſund bleiben, wenn ihnen die entſprechenden Nahrungsſäfte weder zu reichlich noch zu ärmlich zufließen, wenn namentlich der Entwickelung ihrer ſämmtlichen Theile, vorzüglich der Wurzel, kein Hinderniß im Wege ſteht, und wenn durch völlig freie Einwirkung der atmosphäriſchen Einflüſſe ihre Organe erſtarken und zu ihren Verrichtungen tauglich erhalten werden. Hier⸗ bei dürfen wir jedoch nicht unbeachtet laſſen, daß die Obſtbäume aus wärmern Gegenden zu uns gekommen ſind. Aus dieſem Grunde iſt ein gemiſchter, mehr leichter als ſchwerer, nicht zu armer, noch weniger aber zu reicher Boden, eine freie, ſonnige, ziemlich trockne Lage, welcher der Zutritt der Luft von keiner Seite verſchloſſen ſein darf, für eine Baumſchule am beſten. Im ſchweren bindenden Boden würden die Wurzeln ſich nicht gehörig ausbreiten können, bei feuchter Lage und zu nahrungsreichem Boden alle Gefäße zu ſehr erweitert und dadurch
*) Räheres hierüber findet man in: J. C. L. Wredow's Gartenfreund. Vierte Aufl., verb. und verm. von Carl Helm. Berlin.


