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ausgezeichnete Maͤnner, die ihr Leben einzig dem Vaterlan⸗ de gewidmet hatten, deren Bemuͤhungen und Thaten unwider⸗ ſprechlich fuͤr ihre Verdienſtlichkeit zeugten, die die Stimme ihrer ſaͤmmtlichen Mitbuͤrger, der Niederen wie der Hohen, für wüͤrdig und vorzuͤglich erklaͤrte, ſo wurde ihre Leichenbe— ſtattung mit allgemeiner Theilnahme, beſonders mit Lobreden, gefeiert und Roms Einwohner geſtanden dadurch, daß des Pa⸗ trioten Tod ein Verluſt der Nation ſey, daß des Patrioten Tugend und Verdienſt auch noch in ſeinem Tode von dem Vaterlande aner— kannt und geehrt werden muͤſſe, daß, wie Plutarch ſagt, dem Patrioten, wenn er ſein Haupt neige, vorzuͤglich Hymnen und Lobreden, nicht bloß Klagen, daß ihm vorzuͤglich ein ehrenvolles Andenken, nicht bloß Trauer, gebuͤhre.*)
An dem Tage des Leichenbegaͤngniſſes, das man durch He⸗ rolde in der ganzen Stadt ausrufen ließ, wurde unter dem mannigfaltigſten Gepraͤnge und unter einem unuͤberſehbaren Geleite der ſaͤmmtlichen Verwandten und Freunde des Verſtor— benen, aller hohen und niederen Staatsdiener, ſo wie unzaͤhli— ger Buͤrger, die Leiche auf das roͤmiſche Forum gebracht und daſelbſt, ehe man damit an die Staͤtte der bei den Roͤmern uͤblichen Todtenverbrennung zog, vor der bekannten Rednerbuͤh⸗ ne niedergeſetzt. Hier, auf dieſem dem Roͤmer ſo heiligen Fo⸗ rum, vereinigte ſich Alles, was das Herz des gefuͤhlvollen An⸗ weſenden zwar zu tiefer Wehmuth ſtimmen, aber auch jeden denkenden Menſchen zu fruchtbaren Betrachtungen veranlaſſen
*) Consol. ad Apollon. Vol. VI. p. 435. Reisk.


