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genommen, bei welchen der einjährige erfolgreiche Besuch der Untersekunda zur Darlegung der wissenschaftlichen Befähigung zum einjährig-freiwilligen Militärdietist genügt. Der Abschlußprüfung nach der Prüfungsordnung vom 15. Dezember 1899 haben sich demnach nur noch diejenigen Schüler dieser Anstalten zu unterziehen, welche zu ihrem künftigen Berufe des auf einer besonderen Prüfung beruhenden Ausweises der Reife für die Ober-
sekunda bedürfen. Eisenhuth. de Beauclair.
» Mit dem Schlusse des vorigen Schuljahres wurde Herr Prof. Weidig an die Höhere Bürgerschule in Lauterbach und Herr Oberlehrer Unverzagt an die Höhere Bürgerschule in Bad Nauheim versetzt.-
Um verschiedene Kombinationen lösen zu können und Uberstundeti zu vermeiden, mußte eine neue Stelle geschaffen werden, die die Genehmigung des Gemeinderats, des Gr. Ministeriums und der Kanimern fand. Somit waren zu Beginn des Schuljahres drei Stellen zu besetzen. Folgende Herren traten in das Lehrerkollegium ein: Herr Oberlehrer Decker von der Höheren Bürgerschule in Lauterbach, Herr Lehramtsassessor Berg von dem Realgymnasium und der Ober- Realschule zu Gießen und Herr Lehramtsreferendar Ma gsaam von der Realschule zu Oppenheitn. Herr Lehramtsassessor Kemmer war von Ostern ab als Volontär tätig und vertrat vom- 15. April bis 10. Juni den zu einer militärischen Übung eingezogenen Herrn Lehramtsassessor Diemer. Er verließ Uns in den Svmnierferien, um eine Stelle an der deutschen Schule in Barcelona zu übernehmen. Am 1. Okt. 1909 wurde Herr Graeber zum Lehramtsassessor ernannt.
« Herr Oberschulrat Block beehrte am 22. Septeniber unsere Anstalt mit seinem Besuche und wohnte dein Unterricht in mehreren Klassen bei.
Die Reifeprüfung hat am 1. März 1910 unter dem Vorsitze des Herrn Oberschulrat Block stattgefunden. Die sämtlichen Oberprimaner bestanden. Zwei konnten von der münd- lichen Prüfung vollständig, andere teilweise befreit werden.,
Der llmzug in das neue Gebäude konnte nicht, wie vorgesehen war, in den Ferien vorgenommen werden, sondern er mußte während der Schulzeit im Oktober erfolgen. Dadurch wurde manche Störung im Unterrichtsbetrieb verursacht. Am 24. Oktober 1909 konnte die Einweihung stattfinden, über die an anderer Stelle berichtet wird.
Jn Rücksicht auf diese öffentliche Veranstaltung wurde darauf verzichtet, auch noch die Geburtstage Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs und Sr. Majestät des Kaisers öffentlich zu feiern. Diese Tage wurden innerhalb der Schule durch Gesänge, Deklamationen und Reden festlich begangen. Am ersteren sprach Herr Assefsor Berg über»Fahrten ins heilige Land im 15. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigring der Reise des Landgrafen Wilhelm des Älteren im Jahre 1491, nach den Auszeichnungen Dietrichs von Schachten«, und am 27. Januar Herr Assessor Graeber über»Die Seemacht in der deutschen Geschichte und der Anteil Kaiser Wilhelms lI. an der Entwickelung der deutschen Flotte«.
An geeigneten Tagen wurden größere und kleinere Klassenausflüge unternommen. Die großen Ausflüge fanden vom 22. Juni an statt.
Stenographie nach Gabelsberger, Fußballspiel und Musik wurden wie bisher gepflegt.
Aus der Meier-Wallach’schen Familienstiftung, sowie durch die städtischen Freistellen konnten 4 Schüler unserer Anstalt unterstützt werden. Wir danken dafür den Stiftern im Namen unserer Anstalt.
Die Lehrmittel-Sannnlungen und die Bibliothek erfuhren auch in diesem Schuljahre starke Vermehrungen Für einige uns überwiesene Geschenke drücken wir nochmals unseren besten Dank aus.
4. Ottteilungen. a) ferien im Schuljabr 1910-in 1. Osterferien vom 20· März bis Z. April 1910(einschließlich). 2. Pfingstferien vom 15. bis 22. Mai 1910(einschl.).


