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liche Spaziergänge unternehmen möchten; dieſelben ſind auch Kegen 10— 12 mal zur Ausführun gekommen, bis ſie gegen den Winter hin unmöglich wurden. it dieſen Ausflügen war denn dun ein freundliches und geſelliges Zuſammenſein bei einem Glaſe Bier verbunden.
Zur Ergänzung des deutſchen Unterrichts in der Sekunda hielt Herr College Leimbach im verfloſſenen Winter Sonnabends von 6—7 Uhr eine Stunde, in welcher einige Werke unſerer klaſſiſchen Dichter mit verteilten Rollen geleſen und erklärt wurden.
In paſſenden Stunden ließ der Unterzeichnete, um unſeren Schülern eine genauere Bekannt⸗ ſchaft mit den alten Klaſſikern zu vermitteln, auch in dieſem Jahre einige Dramen griechiſcher Dichter in guten Ueberſetzungen leſen..
In gleicher Weiſe wurden auch die Uebungen im freien Vortrag, welche Herr Geheimerat Dr. Stauder bei ſeiner Anweſenheit dringend empfohlen hatte, von den Sekundanern Mittwochs nach 12 Uhr unter Leitung des Unterzeichneten fortgeſetzt, wobei ich mit Vergnügen bemerke, daß mehrere Schüler ihre Aufgabe zur vollen Zufriedenheit löſten.
Die Ferien im Sommer dauerten 4 Wochen, vom 3. bis 29. Juli; die Herbſtferien währten vom 25. Septbr. bis 7. Oktober und die Weihnachtsferien erſtreckten ſich vom 21. Decbr. bis 3. Januar.
An dem fakultativen Zeichenunterricht, Sonnabends von 2—4 Uhr, nahmen folgende Schüler teil: Secunda: Schreiber, Amberg, Hickethier, Staubeſand.— Tertia: W. Keßler, Lorch, Weber, Becker, Blanckemeier, Kuöll, Hausmann, Albrecht, Sonneborn, Rauch.— Quarta: Stahl, Hücker, Wagner I., Barth, Wick, Baltz, Volland, A. Albrecht, Hauck, Dickinſon, Wagner II., Weber, Dietz I., Dietz II., Reuſch.— Quinta: Blanckemeier, C. Keßler, Purgold, Hickethier, Hack, Völcker, Schmidt, Florcke, Gerlach.
Das ſchriftliche Examen der Abiturienten fand in dieſem Jahre am 12., 13., 14., 15. und 16. Februar ſtatt. Als Aufgaben waren folgende geſtellt:
1) Im Deutſchen ein Aufſatz über das Thema: Gedankengang in dem Gedichte Schillers:
„Der Taucher“..
2) Im Lateiniſchen
3) Im 7 Karztſchen ein Exercitium.
4) Im Engliſchen
5) In der Mathematik und zwar
a) in der Planimetrie: Ein Dreieck zu zeichnen, von welchem gegeben ſind die Differenz zweier Höhen(h'— h’*= d), die der kleineren dieſer Höhen entſprecheude Seite b und der dritte Winkel y.
b) in der Trigonometrie: Gegeben: h=21; h*= 25; h= 19. Das Dreieck ſoll auf⸗ gelöſt und gezeichnet werden.
c) erſte algebraiſche Aufgabe: Eine gewiſſe Anzahl Arbeiter ſchafft einen Haufen Steine in 8 Stunden von einem Orte zum andern. Wären der Arbeiter 8 mehr und trüge jeder bei jedem in der Zwiſchenzeit erfolgenden Gange 2 ½ Kg. weniger, ſo würde der Haufen in 7 Stunden fortgeſchafft ſein. Wären aber der Arbeiter 8 weniger und trüge jeder bei jedem Gange 5 ½ Kg mehr, ſo würde der Haufen in 9 Stunden fortgeſchafft ſein. Wie viel Arbeiter ſind zum Fortſchaffen der Steine beſchäftigt und wie viel trägt jeder von ihnen bei jedem Gange?
d) zweite algebraiſche Aufgabe: A, B, C haben den Nießbrauch eines Beſitztums mit einem Reinertrag von 800 M. jährlich unter folgenden Bedingungen erhalten: A ſoll 8 Jahre nach einander in Bezug bleiben; nach ihm ſoll in gleicher Weiſe B 10 Jahre und alsdann C 12 Jahre den Reinertrag bekommen. Welche Summe kann jedem jetzt für ſeinen Anteil bei 4% Zinſeszins gegeben werden?
Auf Grund der ſchriftlichen Arbeiten wurden die Abiturienten zur mündlichen Abgangs⸗ Prüfung, welche am 9. März abgehalten wurde, zugelaſſen.
Die Abiturienten waren:.
56) Karl Wolff von hier,— 1
57 Frit olzhauer von hier, beſuchen die Prima eines Realgymnaſiums. 58) Otto Geidt von hier,.
Dieſelben erhielten das Prädikat„beſtanden“.(Eine Geſamtnote wird nach der neuen Prüfungs⸗ ordnung nicht mehr erteilt.)


