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zu Ende des Jahres, nach der Verſtoßung ſeiner Tochter, in offener Feindſchaft gegen Karl*); von Karlmann iſt dasſelbe nicht zu bezwei⸗ feln.2) Schon das gemeinſame Intereſſe mußte daher beide zur Er⸗ neuerung des alten Bündniſſes bewegen.*) Abel ſelbſt erklärt es daher für denkbar,„daß der von Karl ſo tief gekränkte Deſiderius Karlmann in ſein Intereſſe zog“*); wenn er aber trotzdem„eine Ver⸗ bindung zwiſchen Karlmann und Deſiderius für keineswegs erwieſen“ erklärts), ſo möchten wir doch auf die von ihm ſelbſt öfters citirte, hier aber nicht herangezogene Stelle der vita Hadriani hinweiſen, wo Deſiderius den Geſandten Stephans, die auf Erfüllung der gemachten Verſprechungen dringen, höhniſch antwortet, Stephan könne mit den ihm von Deſiderius geleiſteten Dienſten zufrieden ſein, denn wenn er ihn nicht beſchütze, ſo werde großes Verderben uüͤber ihn kommen, da König Karlmann bereit ſei, ſeine Freunde Chriſtophorus und Sergius durch die Gefangennahme des Papſtes zu rächen.) Nun iſt aber an einen Schutz mit Waffengewalt nicht zu denken, da ſonſt Deſiderius Karlmann ſeinem Bruder ſelbſt in die Arme getrieben haben würde; es bleibt alſo nur die Annahme, daß Deſiderius diplomatiſch für den Papſt gewirkt habe, dann aber mußten Deſiderius und Karlmann be⸗ reits wieder auf freundſchaftlichem Fuße ſtehen.“)
Was nun Karl betrifft, ſo erklärt ſich ſein Benehmen am beſten, wenn man annimmt, daß er die Stellung zum Stuhl Petri, welche er in ſeinen ſpäteren Jahren einnimmt, auch damals ſchon erſtrebt habe; es bietet andererſeits eben dieſes Benehmen einen neuen Beleg für unſere oben Abel gegenüber vertheidigte Anſicht, daß Karl ſich vom erſten Jahre ſeiner Regierung an durch dieſelben politiſchen Rückſichten leiten ließ, die ihn auch ſpäter, ſo ſehr er den Papſt ſeine Oberherrlichkeit über den Kirchenſtaat fühlen läßt, und ſowenig er
*) Vgl. Abel p. 80.
²) Das zeigt befonders die oben erwähnte Stelle aus der ep. Cathuulfi, Jaffé IV, 337, ſ. oben p. 37 n. 4, wo der Ausdruck„sine sanguinis effusione“ ſich nur durch die Annahme erklären läßt, daß vor Karlmanns Tod ein Krieg zwiſchen den Brüdern bevorſtand. Vgl. Abel p. 81.
³) Vgl. Ranke, zur Kritik p. 421; Gfrörer III b, 578.
„) p. 81.
³) I. c.
*) ſ. oben p. 46 n. 4.
¹) Dafür ſpricht auch die Flucht ſeiner Gemahlin und eines Theils ſeiner Großen zu Deſiderius nach ſeinem Tode. Einh. v. C. M. c. 3, Jaffé IV, 513,


