49 wird!¹), ohne daß ihr Einfluß mit dem aquitaniſchen Kriege in Ver⸗ bindung gebracht würde, ſo können wir dieſelbe unmöglich mit Ranke als einen bloſen Verſuch, in die etwas verworrene Darſtellung der ann. Laur. mai. Zuſammenhang zu bringen, erklären. Einhard mußte für ſeine Behauptung, bei der er ſich auf keine Angabe der ann. Laur. ſtützen konnte, wenn nicht anderweitige beſtimmte Ueberlieferung, doch mindeſtens die an Karls Hof herrſchende Anſicht über die Urſachen des feindſeligen Verhältniſſes der Brüder haben.
Doch wir haben auch ganz beſtimmte Gründe, die uns die Exiſtenz einer ſolchen gegen Karl feindſelig geſinnten Partei im fränkiſchen Reiche ſelbſt ohne Einhards Zeugnis annehmen laſſen. Es iſt aus⸗ drücklich erwähnt und durch Karls Handlungen beſtätigt, daß derſelbe von Anfang an ganz in die Fußſtapfen ſeines Vaters trat. Wenn ſein Wunſch, in St. Denis bei ſeinem Vater dereinſt begraben zu werden²), hierbei auch gar nicht ins Gewicht fällt, ſo iſt dagegen um ſo bezeichnender die Art, wie er die bewährten Diener und Rathgeber Pippins auch ſeinerſeits ſogleich nach ſeinem Regierungsantritt an ſich heranzieht⁰) und wie er die unter jenem gefaßten Reichstags⸗ und Sy⸗ nodalbeſchlüſſe insgeſammt auch für ſeine Regierung beſtätigt“*). Gibt er ſo im Allgemeinen offen die Abſicht zu erkennen, der Politik ſeines Vaters treu zu bleiben, ſo ſtimmte er mit dieſem ſicherlich auch überein in der Anſchauung über die Aufgabe des fränkiſchen Reiches und ſeine Stellung zum Stuhl Petri. Allerdings ſcheint er gerade in dieſer Be⸗ ziehung im zweiten Jahre durch die Anknüpfung der Verbindung mit den Langobarden in andere Bahnen einzulenken, allein dies iſt, wie wir weiter unten ſehen werden, nur eine vorübergehende, durch die
¹) v. C. M. c. 3, bei Jaffé, Bibl. IV, 513:„Mansitque ista quamvis cum summa difficultate concordia; multis ex parte Karlomanni societatem se- parare molientibus adeo ut eos etiam bello committere sint meditati“; vgl. dagegen Ranke, zur Kritik, p. 426 und 427: Waitz III, 93, n. 1.
²) Sickel, Acta II, p. 16, K. 1, a. 769; vgl. Oelsner, Jahrb. p. 426 und 427.
²) vita Sturmi c. 21, bei Pertz SS. II, 37:„Mortuo autem Pippino..... ... Karlus filius eius patri successit in regnum. Cum ergo ipse rex juvenis cunctos qui patris sui prius honoribus praediti erant, grandibus muneribus in gratiam suam provocaret, accersivit quoque venerandum abbatem Sturmen“ etc.
9) Capitulare vom Jahre 779 bei Pertz, LL. I, 37, c. 12:„Capitula vero quae bonae memoriae genitor noster in sua placita constituit et in synodis conservare volumus.“
4


