Aufsatz 
Kritische Beiträge zur Geschichte Karls des Großen (768-771) / von G. Wolff
Entstehung
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33 Tod der älteren Söhne die Durchführung dieſer Abſicht vereitelt hatte, ließ Karl den jüngſten, Ludwig, ſich ſelbſt die Kaiſerkrone aufſetzen und machte ihn zum Erben des ganzen Reiches mit der Oberherrſchaft über den jungen König Bernhard von Italien.“) Daß Karl nicht ſchon im Jahre 806 Beſtimmungen über die kaiſerliche Gewalt traf, mochte ſeinen Grund in der Abneigung eines Theils ſeiner Großen gegen die dem fränkiſchen Erbrecht widerſprechende Bevorzugung des älteſten Sohnes haben. Zwar finden ſich in der oft erwähnten Divisio hierüber keine Andeutungen, dagegen wird bei der Theilung des Jahres 768 ausdrücklich berichtet, daß die Großen auf Gleichheit der Reichstheile drangen.*) Noch deutlicher aber tritt dieſes Be⸗ ſtreben hervor in dem uns erhaltenen Protokoll über die Divisio vom Jahre 817.³) Da ſagt Ludwig der Fromme ganz deutlich, daß ſeine weltlichen Großen(fideles) in ihn gedrungen ſeien, ſein Reich bei ſeinen Lebzeiten nach der Sitte der Vorfahren, d. i. unter Voraus⸗ ſetzung der Gleichberechtigung aller Söhne, zu theilen.“) Auf den Rath einſichtiger Männer aber habe er beſchloſſen, die Rückſicht auf die Söhne der auf Erhaltung der Reichseinheit nachzuſetzen, damit man bei der Kirche keinen Anſtoß errege.“) Daher habe er ſeinen

filios nostros regni a Deo nobis concessi donec in corpore sumus con- sortes habere, et post nostrum ex hac mortalitate discessum a Deo conservati et servandi imperii vel regni nostri heredes relinquere... optamus.“ Es ſprechen dafür ferner die Beſtimmungen über gegenſeitige Hülfeleiſtungen c. 6, p. 141, über Eigenthum, Erbſchaften, Chen etc. c. 9, 11, 12 p. 142, beſonders auch über die Aufbewahrung der Geiſeln c. 13, über Schlichtung von Streitigkeiten c. 14 und die Stellung zu Rom c. 15, p. 142. ¹) Vgl. a. Einh. a. 812, 815, 817, bei Pertz SS. I, 199, 202, 204.

¹) Einh. v. C. M. c. 3, Jaffé, Bibl. IV, 512:„Franci..... ambos sibi reges constituunt; ea conditione praemissa, ut totum regni corpus ex aequo partirentur.“ Fred. cont. IV, c. 136, Bouq. Recueil V, 9: „Pippinus) una cum consensu Francorum.. regnum Francorum aequali sorte.... inter eos divisit.“ ³) Pertz SS. I, 198 ff.

9 1. c. in der Einleitung:„aectum est, ut nos fideles nostri ammonerent, quatenus manente nostra incolomitate... de statu totius regni et de filiorum nostrorum causa more parentum nostrorum tractaremus.“

²) I. c.„Sed.... nequaquam nobis nec his qui sanum sapiunt, visum est, ut amore filiorum et gratia, unitas imperii a Deo nobis conservati divi- sione humana scinderetur, ne forte hac occasione scandalum

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