2
Die Widerlegung Arendt's u. Polain's führte Hahn aber auch zu einer eingehenden Behandlung der Frage über das Geburtsjahr Karls, da auf dieſes jene ihre Anſicht zum großen Theil geſtützt hatten. ¹) Auch hier kommt Hahn zu einem negativen Reſultat, indem er zunächſt beweiſt, daß die von Polain vorgebrachten Quellenſtellen, welche das Jahr 742 ausdrücklich als Karls Geburtsjahr angeben, theils ver⸗ ſtümmelt, theils ganz unzuverläſſig ſind,*) dann aber auch die Un⸗ ſicherheit der von Arendt und Polain aus dem Lebensalter, welches Karl nach den Quellen erreichte, auf das Geburtsjahr gezogenen Schlüſſe darthuts) und endlich ausführt, daß die bisher faſt allgemein verworfenen Angaben, welche auf 747 als Geburtsjahr hinweiſen, mindeſtens ebenſoviel Anſpruch auf Glaubwürdigkeit haben als die, welche für 742 oder 743 ſprechen.“) Auch dieſer Theil ſeiner Unter⸗ ſuchung iſt ſo einleuchtend, daß eine eingehende Widerlegung derſelben erforderlich geweſen wäre um die alte Anſicht wieder aufzunehmen.¹) Es hat ſich daher auch Abel der Meinung Hahns vollſtändig ange⸗ ſchloſſen, nur daß er entſchiedener als jener gegen das Jahr 742 und für 747 Partei nimmt.⁰)—
Geſchichte des deutſchen Volks, Leipzig 1866 I Bd. p. 354 n. 1; auch Thiim, Karl der Große und ſeine Zeit, revidirte deutſche Ausgabe, Münſter 1868 p. 139 n. 4 ſchließt ſich Henaux Anſicht an, daß Karl im Lütticher Land geboren ſei, ohne neue Gründe dafür vorzubringen, was ihm um ſo ſchwerer hätte fallen mögen, da er ſich Abels Anſicht in Beziehung auf das Geburtsjahr anſchließt, ſomit auf die aus dem letzteren gezogenen Schlüſſe verzichtet. ¹) Auch Gérard I, 126—132 hat dieſes Verfahren wieder angewendet. Vgl. da⸗ gegen Hahn p. 47. ²) p. 51—55. ³) 1. c. p. 56 ff. *) 1. c. p. 74 ff. ³) Warnkoenig et Geérard I, Gèérard II, 130 verweiſen einfach auf Mabillon u. betrachten das Jahr 742 als feſtſtehend, ohne Hahns, den ſie doch ſonſt citiren, zu erwähnen. Dieſes Verfahren iſt von Hahn ſelbſt in den Jahrbüchern p. 246 u. 247 mit Recht getadelt worden. *) 1. c. p. 10; Thijm p. 139 n. 4 und p. 321 im Excurs über„Karls Ge⸗ burtsſtätte und Geburtsjahr“. Der Vorwurf, den Thijm p. 322 Abel daraus macht, daß derſelbe die Verhandlungen zwiſchen Arendt und Polain nicht berück⸗ ſichtigt habe, iſt ungerechtfertigt, da Hahn, auf den ja Abel ſeine Anſicht be⸗ ſonders ſtützt, dieſe Verhandlungen ſo eingehend und, wie uns ſcheinen will erfolgreich berückſichtigt hat, daß Abel füglich auf dieſen verweiſen konnte; citirt doch Thijm ſelbſt nicht Hahn ſondern Abel.
nn


